Das Wort am Sonntag
Germanenbild
20. Juni 2010
Wirklichkeit und Legenden verwischen bereits zu Zeiten Gaius Julius Caesars das Bild von den Germanen.
Waren sie die ersten Europäer?
Sind die Germanen die wahren Begründer Europas?
Woher kamen sie?
Die Angst vor ihnen einerseits und die Verherrlichung ihrer natürlichen Kraft und Art andererseits werden selbst von seriösen Historikern sehr unterschiedlich ausgelegt.
Denn bis heute wirken die Schrecken der Völkerwanderung sowie der Wikingerüberfälle im geschichtlichen Bewusstsein Europas nach.
In den diversen Geschichtsbildern der Italiener, der Franzosen, der Griechen und der Engländer sind diese so genannten Germanen noch immer die bösen
„Barbaren“ oder „Invasoren“.
Zum Beispiel hat es
„die Germanen“
des 19. Jahrhunderts und in der Unzeit des Nationalsozialismus nicht gegeben, sondern lediglich ideologisch erzeugte und gefärbte Bilder und Klischees. Im Zentrum der Geschichtswissenschaftler steht die Erkenntnis, dass die Germanen in losen Kulturgemeinschaften zusammengeschlossene Stämme und kleinere Volksgruppen waren, die über Frankreich, Belgien, die Niederlande, Dänemark, Norwegen, Schweden und Deutschland bis hin nach Polen verteilt waren.
Die alles umfassende pauschale Bezeichnung „Germanen“ für die Volksstämme
Cherusker, Sweben, Alamannen, Kelten und Franken
war lediglich im römischen Reich gebräuchlich.
Noch heute ist unter vielen Geschichtswissenschaftlern umstritten, ob die
Ubier, Sigambrer, Mattiaker, Usipeter, Nemeter
oder
Tencterer und Triboker
zu den germanischen Völkern gezählt werden. Denn obwohl auch diese Volksstämme eine enge Sprachverwandtschaft zur germanischen Sprache hatten, wurden sie von den Römern ganz offensichtlich nicht dazu gezählt.
Erst mit den Begründern der Germanistik,
Jakob und Wilhelm Grimm,
wurde der Sprachgebrauch selbstverständlich und ein Merkmal der Zugehörigkeit.
Denn im Jahre 1848 verfasste Jakob Grimm seine
Gedichte der deutschen Sprache,
in der er intensiv die germanische Sprache behandelte und analysierte.
Erst Mitte des 19. Jahrhunderts differenzierte man wieder die Begriffe
Germanen und Deutsche
als Unterscheidungsmerkmal, obwohl bis heute niemand so ganz genau festlegen kann, wann man schon von Germanen oder noch von den Germanen sprechen muss. Die Briten haben sich daran gewöhnt, deutsche Staatsbürger als
„germans“
zu bezeichnen.
Für Franzosen [ damals Alemannen / Gallier ], Spanier sowie für viele Skandinavier sind wir eher die Teutonen, obwohl geschichtlich belegt ist, dass die Teutonen kein germanischer, sondern ein keltischer Stamm waren.
Allen Beschreibungen und Äußerungen über die Germanen liegt also die Annahme sowie die stille Übereinkunft zugrunde, dass die Stämme, die von den Römern mit dem Sammelbegriff
„germani“
bezeichnet wurden, zu einem Volksstamm gehörten. Die Byzantiner, die Erben des römischen - griechischen Kulturkreises, nannten die Kelten in Nordeuropa ebenfalls Germanen.
Bereits in der Spätantike war der Begriff ungebräuchlich und man differenzierte nach den einzelnen Volksgruppen, wie zum Beispiel
Alanen, Sarmaten oder Hunnen.
Welche Werte verband man mit dem Begriff Germanen?
Eine klare Antwort auf diese Frage geben die diversen Standardwerke der Fachliteratur:
Mut, Treue und Ehre.
Durchforstet man römische Schriften zum Thema der „germani“, so muss man zu den vorgenannten Werten noch
Stolz, Freiheitsliebe und natürliche Würde
anfügen.
Aus der Sicht vieler europäischer Länder gelten die Menschen in diesem weit gefassten germanischen Raum allgemein als
aufrichtig, ehrlich und zuverlässig.
Nun werden oftmals diese germanischen Tugenden und deren Herkunft idealisiert, doch niemals tauchen die Begriffe
unterwürfig, gierig, rücksichtslos oder hinterlistig
in den Geschichtsbüchern auf.
Nach dem zweiten Weltkrieg zog mit den Amerikanern auch der hemmungslose Neoliberalismus in Europa ein. Durch viele amerikanische Einrichtungen, wie zum Beispiel Amerikahäuser oder durch die Atlantik - Brücken - Netzwerker verbreitete sich die Ideologie von Gier und Unmäßigkeit. Wirtschaftliche Stabilität oder gar Wohlstand für die Bürger sowie Ethik und Moral waren fortan Tugenden, die wenig gefragt waren.
Der schnelle und unproblematische Profit [ für die USA ] rückte in den Fokus der Begierden, denn nur so wird erklärbar, warum zum Beispiel mit der Agenda 2010 gezielt der Wohlstand sowie das Volksvermögen in Deutschland abgebaut und dadurch die Menschenwürde systematisch zerstört werden.
Trotzdem ist den Menschen in unserer Heimat das verbindende Gefühl geblieben,
germanisch zu denken, zu fühlen oder zu träumen von Treue und Zuverlässigkeit.
Umfragen haben ergeben, dass Franzosen, Belgier, Niederländer, Dänen, Isländer, Norweger und Schweden ähnlichen Gedanken nachhängen und die Rückkehr zu verlässlichen Werten wünschen.
Germanische Werte
als Faktor für Vertrauen und Stabilität?
Nachdem es GM und Ford innerhalb weniger Jahre geschafft haben, zwei schwedische Automobilhersteller, Saab und Volvo, quasi hinzurichten, wächst das Misstrauen gegenüber den USA exponentiell an.
Selbst im äußerst liberalen Schweden werden Mitarbeiter von amerikanischen Beratungsfirmen und Anwaltskanzleien schief angesehen.
Langsam formt sich ein neues Gesamtbild, das die Ergebnisse amerikanischer Dominanz und Beeinflussung zueinander in Beziehung setzt. Wo noch weiße Flecke des Nichtwissens zwischen den gesicherten Ergebnissen auftauchen, werden die Informationslücken grenzübergreifend geschlossen.
Aus dem Wechselspiel der amerikanischen Machtpolitik ist in Europa eine völlig unerwartete solidarisierende
Germanenideologie
erwachsen, die auf Bodenständigkeit und Stabilität abzielt und mit obsoleter so genannter Deutschtümelei nicht das Geringste zu tun hat.
Die Renaissance einer gemeinsamen solidarischen Ideologie zwischen Franzosen, Belgiern, Niederländern, Dänen, Isländern, Norwegern und Schweden hat auch auf England sowie Polen Ausstrahlung. Auch Franzosen [ damals Alemannen / Gallier ], Spanier und Italiener freunden sich mit der Bodenständigkeit und Stabilität einer auflebenden
Germanenideologie
an, so dass man von einem Erstarken der europäischen Idee sprechen muss.
Aus diesem geschichtlichen Blickwinkel betrachtet, waren die von Gaius Julius Caesar so genannten
„germani“ Volksstämme
die ersten Europäer und die wahren Begründer Europas.
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