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Das Wort am Sonntag

Orientierungskrise

[ Wenn Macht ausufert, endet Solidarität ]

 

27. Juni 2010

 

So lange sich ein Gemeinwesen im Gleichgewicht befindet und die Mehrheit der Bevölkerung dem zustimmt, was für die meisten an Werten am wichtigsten erscheint, so lange halten Ordnung und Zufriedenheit in unserer Heimat vor.

Fühlt sich aber die Mehrheit der Menschen unsicher und befürchtet einen Wandel zum Schlechteren, dann verliert die vorhandene gesellschaftliche Autorität an Gewicht und das normale Pflichtgefühl lässt zu wünschen übrig.

Denn wenn sich Werte gravierend zu ändern beginnen, ist die so genannte Moraldisziplin überfordert und beginnt wirkungslos zu werden.

Bedingt dadurch verschwimmen gesellschaftliche Ziele, so dass durch ansteigende Unklarheit die Unsicherheit des Einzelnen wächst.

Diese Entwicklung ist nun schon seit der ersten ROT / GRÜNEN - Regierungsperiode

[ 1998 bis 2002 ] zu beobachten.

An vielen Schulen hört man Eltern wie auch Lehrer über zunehmende Gewalt unter Schulkindern klagen.

Durch den dynamisch fortschreitenden Exklusionsprozess driften immer häufiger Jugendliche in Straftaten ab.

Deutsche Professoren handeln ungeniert mit Doktortitel und kassieren reichlich Geld für diese „kleine“ Gefälligkeit. In TV - Magazinen stellen sich diese Titelhändler als Allwissend und Biedermänner dar und erzählen wissenschaftliche Märchen.

Immer häufiger müssen Schadensachbearbeiter von Versicherungsgesellschaften feststellen, dass Schadenmeldungen manipuliert oder völlig erschwindelt sind.

Politiker aus allen demokratischen Parteien werden fast schon im Wochenrythmus dabei ertappt, wie sie Steuergelder zweckentfremden und durch Zuwendung von der Wirtschaft ihre Bezüge aufbessern [ so genanntes Clement - Syndrom ].

Statt von ideellen Werten lassen sich viele Manager und Politiker gefährlich anwachsend nur noch von materiellen Werten leiten.

Wen wundert es da noch, dass

das Ordnungsgefüge der Werte durcheinander gerät?

 Man überbewertet die individuellen Freiheiten des Einzelnen und parallel dazu werden bewährte gesellschaftliche Normen und Regeln vorsätzlich vollkommen abgewertet.

In einem Gemeinwesen, indem Ethik und Moral als Richtlinie des gesellschaftlichen Handelns böswillig ausgehebelt werden, geraten alle Menschen in eine Verhaltens- und Sinnkrise.

Besonders gefährlich kann das Gesamtszenario werden, wenn der Bezug zur Wirklichkeit durch Massenmedien fortwährend gestört wird, die vom Grundsatz her ausschließlich danach trachten, mit Printprodukten und TV - Formaten größten zu erzielenden Profit zu machen.

Die direkte Folge ist ein mutierendes Orientierungsdefizit das zunächst als verwirrend und danach als schlechte Entwicklung wahrgenommen wird. Dieser Mutationsprozess führt dazu, dass die Welt nicht mehr in der Realität wahrgenommen werden kann.

In wirtschaftpolitisch schwierigen Zeiten scharten sich früher die Menschen um ihre politischen Führer, bei denen sie Schutz und Verteidigung des Wohlstands suchten.

Auch dieses natürliche Verhalten der Bevölkerung hat sich geändert, denn das Wählervolk ist schneller erwachsener geworden, als es Verbände oder Parteien es wahrgenommen haben.

Bestes Beispiel ist der unsägliche Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Rund 78% der Menschen in unserer Heimat lehnen dieses militärische Abenteuer ab, doch Bundeskanzlerin und Außenminister halten sklavisch daran fest, dass angeblich unsere Freiheit und Demokratie am Hindukusch verteidigt wird. Die Motive, die auch der adelige Verteidigungsbaron wecken möchte, bleiben immer die gleichen:

Man gaukelt ein gemeinsames Ideal

vor das es angeblich zu verteidigen gilt.

Das Ziel einer geschlossenen Solidarität für eine gemeinsame Anstrengung des Volkes für den Kriegseinsatz am Hindukusch zu erreichen wurde deutlich verfehlt, weil die aufgeklärten Menschen in unserer Heimat nicht mehr so leicht zu militärischen Abenteuern zu verführen sind.

Weil die Parteien und deren führende Protagonisten inzwischen sogar völlig ungeniert das Machtmonopol beanspruchen, schrecken sie immer weniger davor zurück, die verfassungsrechtlichen Grundsätze der Gewaltenteilung gezielt auszuhöhlen.

Und da man Betroffenheit besonders gut auf deutschen Bildschirmen zelebrieren kann und sie moralisch wirkt, wendet sie unser adeliger Verteidigungsbaron immer häufiger an. Gemäß dem Muster, dass er ausschließlich für alle Probleme zuständig sei und die Schicksale von gefallen Soldaten und deren Familien lösen könnte.

Was die Mehrheit der Bevölkerung fühlt oder denkt, wenn sie solche Bilder sieht, interessiert den Adeligen nicht weiter.

Als willfähriger Atlantiker und Freund der USA macht er konsequent mit seinem

Betroffenheitstourismus

weiter und hofft vergeblich darauf, dass die moralische Anbiederung mit der Bevölkerung gelingen könnte.

Der Vernunft entspräche es hingegen, die deutschen Soldaten unverzüglich in unsere sichere Heimat zurückzuholen.

Die Mehrheit der Bevölkerung schüttelt nur mit dem Kopf, denn die Entmachtung des Staates durch die etablierten Parteien macht verdrossen. Die große Anzahl von Parteineugründungen zieht Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten an, die eine sofortige Veränderung der politischen Landschaft für zwingend notwendig erachten.

Das Hauptproblem der diversen Neugründungen besteht darin, dass sich notwendige tragfähige Parteikonzepte und Gruppendisziplin nicht herbeizaubern lassen. Damit kämpft für alle sichtbar auch noch immer die LINKSFORMATION aus PDS und WASG.

Es ist für unsere Demokratie äußerst bedauerlich, dass die so genannten

Ausweichparteien

durch die beschriebenen Mängel sehr schnell den politischen Tod erleiden müssen und dadurch ein Enttäuschungsvakuum in der Bevölkerung hinterlassen.

Wie sich das Verhältnis der Menschen in unserer Heimat zum Staat in naher Zukunft entwickeln könnte, hängst sehr stark davon ab, wie schnell und grundlegend sich die Politiker in den Parteien ändern möchten.

Dazu gehört aber die Fähigkeit, die politische Realität zu erkennen und abzuwägen sowie die Bereitschaft zum Volksnutzen zu Handeln.

Denn wenn es politische Verdrossenheit in unserer Heimat gibt, dann eine, die sich vermehrt gegen Parteien und Politiker richtet, die vollmundig vor Wahlen Lösungen vorgaukeln, die später nicht umgesetzt werden wollen.

Allerdings mögen die Menschen

weder Unordnung noch Orientierungslosigkeit.

Ständiges politisches Fehlverhalten

kann in der Bevölkerung schnell Veränderungen bewirken.

 

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Stand: 27.06.2010

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