Das Wort am Sonntag
Blutleeres Gefasel
[ Die Aussagen unserer Bundeskanzlerin ]
11. Juli 2010
Die Politikverdrossenheit in unserer Heimat nimmt immer dann zu, wenn von Menschen einmal ungekürzte Originalreden unserer „ach so beliebten“ Angela Merkel hören. Der verdrechselte und blutleere Sprachgebrauch wurde vom DRSB vor langer Zeit analysiert und bekanntlich in ein austauschbares Sprachschema mit einer
Halbsatz - Matrix
[ DRSB - Artikel / 19. Oktober 2006: Droht Deutschland die Entparlamentarisierung? ]
veröffentlicht. Mit diesem einmaligen Instrument kann heute noch jeder seine „Merkelrede“ unfallfrei zusammenstellen. Doch auch unsere Bundeskanzlerin arbeitet fleißig an weiteren Verballhornungen unserer schönen Sprache.
Beispiel gefällig?
Zitat / Auszüge nach der Sparklausur der Bundesregierung:
„Wir haben ganz klar gesagt, wir müssen jetzt zeigen, 2011, 2012, 2013, 2014, die gesamte mittelfristige Finanzplanung muss überschaubar sein, und damit kommt Stabilität und Verlässlichkeit auch in diese Dinge hinein.
Trotz aller schwieriger Entscheidungen sage ich: Dieses ist notwendig.
Notwendig für die Zukunft unseres Landes. Auch wenn, das will ich ganz deutlich sagen, es ernste Stunden waren und ich es auch für eine durchaus ernste Situation für unser Land halte, aber ich bin optimistisch, dass wir das schaffen können, wenn wir das jetzt auch so umsetzen, und das ist uns in harter Arbeit gelungen.“
Zitat Ende.
Die Sprache unserer Bundeskanzlerin wird zunehmend merkwürdiger und unverständlicher - ja strotzt sogar von blutleerer Abstraktheit.
Wer Angela Merkel in den letzten Wochen vor sich hin reden hört, wünscht sich häufig die üblichen Manipulations- Verschleierungstaktiken vergangener Tage herbei.
Da wusste man nachher auch nicht so genau, was die Bundeskanzlerin ihrem Volk mitteilen wollte - doch die simplen Botschaften waren deutlicher zu erkennen.
Denn
„Zukunft gestalten“ oder „Wege beschreiten“,
das konnten die Menschen in unserer Heimat noch nachvollziehen.
Viele Menschen sehnen sich deshalb nach konkreten und greifbaren Aussagen und schalten auf einen anderen TV - Programm, wenn Angela Merkel mit ihren hilflosen Formulierungen Konkretes und die Realitäten zum Scheinbeleg für ihr ungelenkes Handeln mutieren lässt.
Ein weiteres Beispiel gefällig?
Zitat / Auszüge Angela Merkel:
„Wir haben uns vorgenommen, Deutschland zu einer Bildungsrepublik zu entwickeln. Wir wissen, dass wir auf einem guten Niveau aufbauen können. Aber wir wissen auch, dass noch eine lange Strecke zurückzulegen ist, bevor wir unser Ziel erreichen können.“
„Wir wollen das Zeitalter der erneuerbaren Energien erreichen. Wir haben im Rahmen der Neujustierung von Sozialgesetzen vor allem darauf geachtet, wie wir die Arbeitsmarktpolitik auch effizienter gestalten.“
Zitat Ende.
???
Drei Fragezeichen scheinen an dieser Stelle durchaus angebracht, denn dieser völlig hohle, abstrakte und phantasielose Sprachgebrauch ärgert die Mehrheit in der Bevölkerung und lässt sie völlig gegenüber allen Berliner Politikern abstumpfen.
Als zum Beispiel Angela Merkel im Reichstag ihren Präsidentenkandidaten
Christian Wulff
vorstellten durfte, versuchte die Bundeskanzlerin der Nation zu erklären, warum ihre diese Wahl auf den niedersächsischen Ministerpräsidenten fiel.
Zitat / Auszüge:
„In einer Zeit, in der es um die Zukunft Europas geht, Verantwortung für unser Land übernimmt und bereit ist, auch mit den Menschen einen Weg zu gehen, der sicherlich nicht immer auch in den nächsten Jahren einfach ist, aber auch ein Land zu repräsentieren, das ein wunderbares Land ist, und in dem wir natürlich auch eine gute Zukunft gestalten wollen“.
Zitat Ende.
Lesen Sie diese Merkelaussage
zu Christian Wulff so oft Sie nur wollen durch!
Sollten jemand den Sinn oder den politischen Zweck erfassen, dann bitte den DRSB sofort informieren.
Der Sprachgebrauch der Angela Merkel wirkt längst schon so, als sei er kein Mittel zum Zweck mehr, um politischen Gegnern keine Angriffsflächen zu bieten, sondern ist höchstwahrscheinlich ein Ausdrucksmittel tatsächlich vorhandener Beschränktheit.
Das
„Beschreiten von Wegen“, das ständige „Gestalten von Zukunft“
sind die häufigsten Metaphern, die unsere Bundeskanzlerin sehr gerne benutzt.
Inwieweit Angela Merkels Politikkurs, soweit man von Politikkurs überhaupt sprechen kann, überhaupt jemals die Möglichkeit hatte, die Lebensverhältnisse der Menschen in unserer Heimat entscheidend zu verändern, sei dahingestellt.
Besonders von anhaltender Tragik geprägt ist allerdings, dass tatsächlich die Zukunft gestaltet können werden muss - nur sagt die Bundeskanzlerin niemals genau, welche Gestalt die Zukunft der deutschen Bevölkerung denn nach ihren Vorstellungen haben soll.
Obwohl in einigen Führungskreisen der Berliner SPD eine mögliche Neuauflage der großen Koalition auf dem Machtwunschzettel steht, haben nur wenige SPDler echte Sehnsucht nach einer Zusammenarbeit mit Angela Merkel. Denn gerade durch das Herumeiern der Bundeskanzlerin ist in der SPD, einmal abgesehen vom katastrophalen Ausgang der Bundestagswahl, die Erinnerung an die merklichen Sprachverdrechselungen geblieben.
Scheut unsere Bundeskanzlerin den direkten Vergleich?
Scheut unsere Bundeskanzlerin die Wahrheit?
Oder:
Versteht Angela Merkel „IHR“ eigenes Volk nicht?
Im Kanzleramt wird dieser Darstellung natürlich widersprochen. Man klebt an der Macht und möchte sie nicht so schnell verlieren.
Deshalb wächst auch vor dem Hintergrund der SCHWARZ / GELBEN Zerrüttung der Wunsch in der Bevölkerung nach einer vorgezogenen Bundestagswahl.
Für die Menschen in unserer Heimat scheint dies
„der sauberste Weg“
zu sein, für klare Verhältnisse zu sorgen, denn viele hoffen darauf, dass unsere Politiker die Sorgen und Nöte der Bürger verstehen.
In gewisser Weise kämen zurzeit Neuwahlen aus Sicht der SPD auch zu früh, denn in den Umfragen liegen die Sozialdemokraten zwischen 26% und 29%.
Probleme wie sie Hannelore Krafts SPD - Riege in NRW hat, möchte Sigmar Gabriel im Bund nicht haben.
Womöglich könnte selbst eine große Koalition im Bund - ohne Angela Merkel - die zentralen Fragen unserer Heimat nicht lösen. Ein wohlstandsmehrende und sozial ausgewogene Politik verträgt nun mal kein
blutleeres Gefasel.
Dabei ist vollkommen gleichgültig, aus welcher Partei ein Politiker kommt.
Gefasel bleibt Gefasel!
Gefahr erkannt? Gefahr gebannt?
Anlage der Halbsatz - Matrix:
Sinnentleerte Sätze
besser erkennen und analysieren können.
01. Die geschichtliche Aufgabe 1/2. auch gegen den Zeitgeist 1/3. nach vorn zu blicken
02. Die hohe Amtspflicht 2/2. in aller Öffentlichkeit 2/3. ganz bewusst deutsch zu sein
03. Der unbedingte Wille 3/2. gegen alle Widerstände 3/3. miteinander zu reden
04. Das erklärte Ziel 4/2. zwischen gestern und morgen 4/3. ganz einfach oben zu sein
05. Die unerwartete Gnade 5/2. im Guten und Bösen 5/3. dem Vaterland zu dienen
06. Die eindeutige Erkenntnis 6/2. hier und jetzt 6/3. letztlich allein zu sein
07. Die selbstverständliche Plicht 7/2. notfalls im Alleingang 7/3. das WIR vor das ICH zu stellen
08. Die tiefe Einsicht 8/2. ohne wenn und aber 8/3. das Ziel anzustreben
09. Die schlichte Notwendigkeit 9/2. gemeinsam miteinander 9/3. die Kontinuität zu wahren
10. Die einfache Absicht 10/2. ganz unmissverständlich 10/3. kraftvoll zuzupacken
Die vorgenannten
Satzmodule
kann man beliebig miteinander kombinieren und erhält dadurch einen weiteren, vollkommen
sinnentleerten neuen Satz.
Zwei klassische Beispiel für die Sprachverdrechselungen von Angela Merkel:
04. Das erklärte Ziel 6/2. hier und jetzt 10/3. kraftvoll zuzupacken.
07. Die selbstverständliche Plicht 3/2. gegen alle Widerstände 1/3. nach vorn zu blicken.
Und so weiter im Merkel - Stil…….!
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