Das Wort am Sonntag
Grenzbereich
31. Juli 2011
Unter der Überschrift
„Solidarität“
versucht man den Menschen in unserer Heimat quasi jeden geistigen Müll, Mist oder Abfall zu verkaufen. Politik in Berlin ist nicht die Quelle dieser Veränderungen, aber die Ursache. Was vor Jahren noch undenkbar gewesen wäre, wird nun fast schon unwiderruflich zur Wirklichkeit. Durchbrüche zu Nutzmehrenden in der Politik werden schließlich von Kräften zu schaffen sein, die ursprünglich am weitesten von der politischen Arbeit entfernt waren. Denn der politische Motor ist weder in Bonn noch in Berlin jemals ohne einen kräftigen Schuss Heuchelei ausgekommen. Das intern heiß diskutiere Thema der privaten Altersvorsorge wird mit jeder Ersatzhandlung für die völlig untaugliche Riesterrente dem Rest der Glaubwürdigkeit beraubt. Dabei ist die Glaubwürdigkeit bereits ein knappes Gut geworden und wird von der „noch“ schweigenden Mehrheit schmerzlich vermisst. Werte vermitteln ist etwas besonderes, was der Politik in unserer Heimat nur noch äußerst selten gelingt. Dagegen gehört, dass stetige Hoffnungen wecken zum Standartprogramm für scheinbar alle Parteien. Wunder erwartet niemand mehr, doch die anwachsenden Mangelzustände müssten die Volksvertreter doch eigentlich täglich wachrütteln. Es ist quasi zum normalen Zustand geworden, dass wenn man auf vermeintliche Grenzen der Handlungs- oder Gestaltungsmöglichkeiten stößt, dann die Medien, in erster Linie die Bildzeitung, für überdeckende Ersatzhandlungen zum Einsatz kommen. Es wird dadurch immer komplizierter, die Unterscheidung zwischen
Dichtung und Wahrheit
herauszufinden. Weil aufgrund dieser Szenarien den Medienvertretern neben den Protagonisten der Politik eine gefährliche Bedeutung zuwächst, müssen die verantwortlichen Journalisten zum Umdenken animiert werden. Man sollte selbst bei der Bildzeitung wieder lernen, nach ethisch moralischen Maßstäben die tägliche Arbeit zu verrichten. Denn erst wenn man die Einsicht zur Notwendigkeit erkennen kann, wird die Jagd nach dem Profit der journalistischen Qualität weichen. Wenn also jeder an seiner vorgesehenen Stelle daran mitwirken könnte, ohne direkte Einflussnahme der Atlantik – Brückennetzwerker, dann besteht die Chance, den Werten in unserer Heimat wieder Glaubwürdigkeit zu verleihen. Dies ist ein extrem schwieriges Unterfangen, denn lediglich nur mittels der Einsicht zur Notwendigkeit das Ziel zu erreichen, wird auf systematische Gegenwehr stoßen. Wo ständig mit
Profitgier, Voyeurismus, Sensationslust und Machtgelüste
die Würde der Menschen in unserer Heimat pausenlos verletzt werden, kann man mit „vornehmer“ Zurückhaltung kaum auf Besserung hoffen. Zu allererst muss der geistige Müll, Mist oder Abfall aus den Köpfen der verantwortlichen Akteuren entfernt werden.
Quasi die Beseitigung
der geistigen und intellektuellen Umweltverschmutzung.
Weil die Einsicht in die Notwendigkeit zum Wandel abgenommen hat, müssten parallel zur Beseitigung der geistigen und intellektuellen Umweltverschmutzung gesetzliche Vorgaben geschaffen werden und fühlbar harte Strafen bei Verstößen verhängt werden können. Denn bekanntlich gehört den Menschen, denen es gelingt, die individuelle Gestaltung des Lebens und die dazugehörige Autorität in ein funktionierendes Gleichgewicht zu bringen, die Zukunft in jedem Staat. Wer jedoch die Grundlagen des ethisch moralischen Handelns verlässt und Freiheit, Brüderlichkeit sowie Solidarität mit Füßen tritt, zerstört auf Dauer das Zusammengehörigkeitsgefühl und kann leicht zum Opfer des eigenen verwerflichen Handelns werden. Jede weitere Erschütterung unseres Moralsystems, jede weitere Erschütterung des Gemeinschaftsgedankens sowie eine Verrohung der Profitgier könnte schon bald zur Überdehnung des Grenzbereiches führen. Nur die Überzeugung wieder für ein gemeinsames Ideal und Ziel zu arbeiten, wird unsere Gesellschaft erneut zusammenführen können.
