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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Andreas Kallen Hans - Josef Leiting

Düsseldorf, den 28. Dezember 2008

 

Das Wort am Sonntag

 

Comeback der deutschen Tugenden

 

Milliardenschwere, in aller Hektik geschnürte Rettungspakete zur Stabilisierung der Finanzwirtschaft, der Industrie und zur Beruhigung der Bürger können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie das

völlige Versagen

der amerikanischen Politiker und Wirtschaftsmanager widerspiegeln, auch wenn sie tatsächlich in den USA greifen sollten.    

Diese schwerste Wirtschaftskrise seit rund 80 Jahren hat viele Staaten in den Fugen und Grundfesten erschüttert.

Ganz besonders betrifft dies die USA, denn die unabsehbaren Folgen für die marode

US - Automobilwirtschaft und das US - Bankensystem wird Amerika auf Jahre hinaus lähmen und die Arbeitslosigkeit ungebremst nach oben treiben.  

Auserwählte deutsche und amerikanische Berufspessimisten beschwören deshalb in Zeitungsartikeln und überhastet herausgegebenen Büchern eine zu erwartende

Kernschmelze im Finanzsystem.

Selbstbeweihräuchernd gerieren sich diese „begnadeten Schreiber“ als vorausschauend und allwissend.   

Wer den Medien noch Glauben schenkt, liest dann verwundert, dass diese Protagonisten der Angst die Katastrophe haben kommen sehen.

Warum haben diese

Nachlaufwissenden

nicht frühzeitig davor gewarnt, wie es seit Jahren der DRSB e.V. vormacht?

Etliche Jahre später, nach dem Beginn der Krise, populistische  Zeitungsartikel oder gar Bücher zu schreiben, in denen man alles gewusst haben will, ist einfach nur noch die merkwürdige Weiterentwicklung der Trivialliteratur. Nur eine perverse Zeiterscheinung?!

So etwa wie ein katholischer Störer, der in einem evangelischen Gottesdienst ein Präservativ bis zum Platzen aufbläst, um damit alle auf die Thesen von Martin Luther aufmerksam zu machen.

Dass solchen Sozialscharlatanen Schlagzeilen, nicht nur in der Bildzeitung, sicher sind, fördert weder das Sozialprestige der Akteure, noch hilft es den deutschen Bürgern weiter.

Denn nicht nur der Boss der Bildzeitung, Kai Diekmann, befolgt sklavisch die überkommene Medienweißheit:

Je schlechter man über die

Mitmenschen, Situationen und die Welt berichtet, desto höher steigen die Auflagen und der Gewinn“.

Wer das schlechtmöglichste Szenario als wahrscheinlich darstellt, ist stets auf der sicheren Seite.

Wenn es dabei gelingt, bei den deutschen Bürgern das kritische Bewusstsein auszuschalten, bekommt man von den Vertretern des Council on Foreign Relations noch Lob und Anerkennung.

Gleichgültig ob Analphabetentum, Hunger, Krieg, Umweltverschmutzung oder Unterdrückung der Freiheit, jedes dieser Themen eignet sich hervorragend für Medienschlagzeilen, die Angst und Verwirrung erzeugen sollen.

Wer sich einmal der Mühe unterzieht, Statistiken und Berichte aus anderen Länder oder sogar der UN zu lesen, wird zu der sehr überraschenden Erkenntnis gelangen, dass es entgegen der Medienberichte auf der Welt vieles besser geworden ist.

Kaum zu glauben aber wahr, die Welt ist tatsächlich besser geworden, obwohl die

Protagonisten des Horrors

gerne täglich das genaue Gegenteil verkünden.

Viele wirtschaftliche Probleme wurden und werden schneller gelöst, als es die amerikahörigen Ideologen gebrauchen konnten und können.

Dies geschieht vielfach durch die Rückbesinnung auf Bewährtes.

Besonders eklatant sind in jüngster Zeit einige Firmenschicksale der deutschen Mittlerständler und der Großindustrie zu nennen, die in der Regel über Jahrzehnte hinweg Aushängeschilder deutscher wissenschaftsbasierter Technik waren und als Garanten von Langzeitarbeitsplätzen zur gesunden Solidität der deutschen Gesellschaft beitrugen.

Als der ehemalige Mannesmann - Boss

Klaus Esser

mit dem im November 1999 geschlossenen Mega - Deal zwischen Mannesmann und dem britisch - amerikanischen Mobilfunkanbieter Vodafone die größte Übernahme aller Zeiten besiegelte, betätigte er sich gleichzeitig als

Totengräber der deutschen Nachkriegsordnung.

Klaus Esser

war berauscht von der Vision eines europäischen Mobilfunkkonzerns.

Die Medien feierten den Mannesmann - Boss, der es erreicht hatte, mit einem Schuss die Montanmitbestimmung zu pulverisieren.

Überall war damals zu lesen:

Weg vom Stahl - hin zur Kommunikationstechnik

Weg vom deutschen Jobvernichter - hin zum Multi - Jobgestalter

Weg vom Traditionsunternehmen - hin zum globalen Konzern“.

 Aktionäre, Banken und Versicherungsgesellschaften jubelten für kurze Zeit dem

Totengräber der deutschen Nachkriegsordnung

zu, der die Mitarbeiter der bis dahin grundsoliden Traditionsgesellschaft, in eine unsichere Zukunft stieß.

Für sich selbst sowie seine führenden Manager war ja üppig vorgesorgt, so dass man sich keinerlei Sorgen machen musste. Mit Recht führte dieses egoistische Verhalten der Topmanager, die exorbitante Sonderzahlungen für ihr Nachgeben einstrichen, zum längsten Wirtschaftsstrafverfahren der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Vor zwei Wochen schrieb dem DRSB e.V. ein ehemaliger, heute arbeitsloser

Mannesmann - Werker:

Hätten wir damals gewusst,

was da wirklich abging, hätten wir diese Ratte bestimmt erschlagen“.

Solche oder ähnliche Reaktionen sind verständlich, wenn man sachlich Bilanz zieht.

Denn in der direkten Folge des hochgelobten Mega - Deals schrumpften innerhalb nur weniger Monate die Mitarbeiterzahlen von

130.000 auf 30.000.

 Heute sind es gerade einmal noch rund

7.000 Mannesmann - Telefon - Mitarbeiter,

die für das einst stolze Vorzeigeunternehmen tätig sind, mit der Tendenz zum weiteren Personalabbau.

Selbst in der Bildzeitung liest man deshalb auch nicht mehr:

Weg vom Stahl - hin zur Kommunikationstechnik

Weg vom deutschen Jobvernichter - hin zum Multi - Jobgestalter

Weg vom Traditionsunternehmen - hin zum globalen Konzern“.

Eher würde man heute das Gegenteil schreiben - wenn man es gefahrlos könnte.  Niemand brächte zurzeit den Mut auf, das Ende der sozialen Marktwirtschaft zu fordern, wie es damals in den deutschen Medien als modern galt.

Bereits 1989 versuchte der DRSB e.V. bei den Chefredakteuren aller deutschen Medien das Bewusstsein zu wecken, dass das fluktuierende Kapital, das nach Spitzenrenditen giert und gleichzeitig parallel dazu zwanghaft gefährliche Spekulationsblasen produziert,  über kurz oder lang mit lautem Getöse platzen werden.

Aus der heutigen Sicht betrachtet, erschien es den Chefprotagonisten der deutschen Medien womöglich wichtiger, über platzende Präservative zu berichten, als Aufschreie oder Warnungen auszusprechen, sucht man dieselben doch bis heute vergebens.

 

Viele deutsche Senioren berichten dem DRSB e.V. ihre Erlebnisse aus ihrem Berufs- und Geschäftsleben. Vielleicht sollte man aus diesem Erfahrungsschatz lernen, damit Fehler in der Zukunft zu vermieden werden können.

Einfach nur einmal zuhören bringt Erstaunliches ans Tageslicht. Kinder und Enkel von Opel - Werkern erinnern sich daran, dass im Jahr 1933 eine Delegation von amerikanischen GM - Managern die deutschen Betriebsstätten besichtigte.

Als sie erfuhren, dass ein verdienter Opel - Werker sein 25-jähriges Betriebsjubiläum feierte, konnten die Amerikaner ihre tiefe Verachtung darüber nicht verbergen.

Aus mehreren Quellen wurden folgende Aussagen überliefert:

In Amerika gibt es so etwas nicht.

Bei uns würde er einen Genickschuss erhalten.

Mehr ist der doch nicht wert“.

Mit der Globalisierungsrhetorik der amerikahörigen Unternehmensberater haben solche Aussagen nichts mehr gemeinsam, obwohl dieser Grundgedanke von McKinsey, Bain oder Bosten Consult heutzutage viel rigoroser umgesetzt wird.

Ganz im Sinne der amerikanischen Firmenphilosophie des so genannten

Fordismus,

dass die Topmanager alles sind und hingegen die einfacheren Arbeiter jederzeit  rücksichtslos austauschbar sind.

Dass es trotz des

völligen Versagens

der amerikanischen Politiker und Wirtschaftsmanager in Deutschland stürmischer boomt als anderswo auf der Welt, ist auf die deutsche Tugend der

Meisterherrschaft

zurückzuführen.

Über Generationen hinweg haben deutsche Unternehmer immer auf dieses Rückgrat gebaut und das technische Know - How weiterentwickelt und verfeinert, obwohl die amerikahörigen Berliner Politiker sehr gerne diese

Meisterherrschaft

abgeschafft hätten und immer wieder den Versuch starten, dieses Rückgrat der deutschen Wirtschaft zu beseitigen. Erfreulicherweise stoßen sie dabei auf sich formierenden Widerstand aus dem Mittelstand.

Zunehmend mehr deutsche Unternehmer sehen nicht mehr ein, warum sie sich von unerfahrenen Uni - Abgängern, die bei McKinsey, Bain, Boston - Consult oder Berger Unterschlupf suchen, beraten und in die Karten schauen lassen sollen.

Denn die Rücksichtslosigkeit gegenüber gewachsenen Firmentraditionen dieser Beratertypen tritt immer deutlicher in den Vordergrund und entpuppt sich für die Leistungsfähigkeit der Unternehmen als schädlich.

Erfolgreiche deutsche Unternehmer bauen und vertrauen wieder vermehrt auf die Erfahrung ihrer Facharbeiter und Meister.

Ingenieure und Manager mit Branchenkenntnissen lösen mehr und mehr zum Beispiel

Ex - Mekkies ab, die in der Regel kaum über weitreichende technische Erfahrungen oder gar Know - How verfügen und bei der Weiterführung von Entwicklungen eher als Störfaktoren wirken.

Auch das Thema Globalisierung wurde einer kritischen Prüfung unterzogen, so dass man feststellen musste, dass man sich mit der Grenzenlosigkeit auch die

grenzenlose Unübersichtlichkeit

einhandelt, die selbst mit modernen Informations- und Kommunikationsmodellen nicht eindämmbar ist.

Wenn jetzt auch noch das       

Comeback der deutschen Tugenden

auf den Chefetagen von Banken und Versicherungskonzernen Einzug hält und man die Berateraltlasten zeitnah und zügig entsorgt, Kerngeschäfte wieder pflegt, dann werden in zwei bis drei Jahren

milliardenschwere Rettungspakete

auch in diesem Wirtschaftsbereich der Vergangenheit angehören.

Deutschland bleibt nach wie vor Exportweltmeister.

Innovative Produkte

Made in Germany

stehen auch in Zukunft für unereichte Qualität deutscher Ingenieurskunst und werden Langzeitarbeitsplätze in Deutschland sichern und schaffen können.

Die Vernichtung von Erfahrung, Ingenieurskunst und Tradition durch das

Geschwür der Fremdarbeit

gilt es deshalb zu beseitigen.

Nichts erscheint den meisten Medienvertretern subversiver als Optimismus.

Doch wir haben keinen Grund zum ängstlichen Zukunftspessimismus.

Technisierung oder Rationalisierung um jeden Preis hat es in Deutschland zu keiner Zeit gegeben.

Innovationen wurden meist mit einer gewissen Bedächtigkeit umgesetzt.

Deutsche Bürger sollten diese bewährte Bedächtigkeit auch zur Anwendung bringen, wenn es darum geht, wirtschaftliche sowie politische Kreise von der Einengung der Gedanken zu befreien.

Deutsche müssen nicht die Welt retten,

aber wir können jederzeit unser Haus

- ohne US - Berater -

wieder gut bestellen.

 

 

             

 

DRSB

 

Wir kämpfen seit 20 Jahren mit der Stimme der Demokratie

für

einen modernen Sozialstaat,

sichere, langfristige Arbeitsplätze,

sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,

sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,

und für

korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.

 

 

             

 

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