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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Heinrich Sternemann Hans - Josef Leiting

Düsseldorf, den 25. Juli 2009

 

Deflation

- sechster Teil -

Kreditklemme

 

Auch wenn einige Wirtschaftsinstitute aus Deutschland schon wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen glauben, bleibt die Lage der deutschen Realwirtschaft sehr ernst.

Möglicherweise ist das Licht, das diese Wirtschaftsinstitute sehen wollen oder zu sehen glauben in Wirklichkeit ein entgegenkommender Güterzug, der mit hoch explosivem politischem Sprengstoff beladen ist.

Denn aus der Wirtschaft und besonders aus dem Mittelstand kommen ständig neue äußerst beunruhigende Alarmmeldungen.

Fast schon im Wochenrhythmus schließen in Deutschland Autohäuser, die „DANK“ der „ABWRACKPRÄMIE“ Insolvenz anmelden müssen.

Knapp 60% der Unternehmen aus der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie klagen in einer Verbandsumfrage über einen deutlich verschlechterten Zugang zu Krediten und über die anzüglichen Unhöflichkeiten bei Bankinstituten.

Immer mehr Einzelhandelsunternehmen ärgern sich über das unmotivierte Zusammenstreichen von Überziehungskrediten sowie den rauen Ton in Kreditgesprächen.

Der generelle Vorwurf wird laut, dass sich die Bankinstitute mit den Steuergeldern zunächst erst einmal kräftig selbst sanieren.

 

Die Kreditnot deutscher Unternehmen wächst täglich und ist wesentlich größer als von den deutschen Bankinstituten dargestellt.

Die Daten der Deutschen Bundesbank lügen nicht, sind unbestechlich und zeigen, dass zwischen Januar und März 2009 die Kreditvergaben um 2,7 Milliarden Euro deutlich zurückgegangen sind.

Trotzdem behaupten die deutschen Banken steif und fest, dass sich der Bestand an Krediten im ersten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 6,9% erhöht haben soll.

Möglicherweise nur durch die Selbstsanierung?

Die zunehmend vielen Banken - Kritiker sprechen, wie auch die meisten Medien, von einer akuten

Kreditklemme“.

Ein weiterer wichtiger Begriff, der mit der Fortschreitung in einer Deflationsphase in immer kurzfristigeren Abständen auftauchen wird.

Dabei hört sich der Begriff

Kreditklemme

oberflächlich betrachtet zunächst völlig harmlos an. Viele gutgläubige Menschen in der deutschen Bevölkerung glauben sogar, dass dieser Begriff erst in der Finanzkrise 2008 / 2009 entstanden sein soll.

Doch das ist eine Täuschung, denn eine

Kreditklemme

entsteht erfahrungsgemäß immer dann, wenn die Banker vorsätzlich weniger Kredite vergeben, weil sie befürchten, dass sie die ausgelegten Gelder nicht zurückgezahlt bekommen.

Limitierungen von Kreditangeboten durch Bankinstitute sind deshalb nicht untypisch in wirtschaftlichen Krisen.

Auch ansteigende Kreditzinsen, die meist auf die Zinspolitik der Zentralbanken zurückzuführen sind, erhöhen oftmals unnötig die Belastungsgrenze der Kreditnehmer.

Eine so genannte

Kreditklemme

ist deshalb niemals als „harmlos“ einzustufen, denn sie ist in der Phase einer stetig fortschreitenden Deflations - Problematik eine den Aufschwung vernichtende hinterlistige

Liquiditätsfalle“.

Im Endstadium einer Kreditklemme bekommt niemand mehr einen Kredit, es sei denn er ist Willens oder in der Lage, extrem hohe Zinsen dafür zu bezahlen.

Dadurch wird der Kreislauf des Geldes erheblich gestört, was wiederrum dazu führt, dass die gesamte Wirtschaft weiter einknicken wird.

Die Folgen sind schon heute absehbar, denn nicht nur Autohäuser als so genannte

Abwrackprämien - Opfer

geraten in große Schwierigkeiten, weil sie ihre Geschäfte refinanzieren müssen, sondern auch viele deutsche Mittelständler.

Angesichts der nur schleppenden Kreditvergabe versuchten Politiker aller Parteien einen massiven Druck auf die Banken auszuüben.

Fast übereinstimmend warfen sie den deutschen Geschäftsbanken vor, die günstigen Zinssätze der Europäischen Zentralbank nicht an die Kunden weiterzugeben, sondern sie zur eigenen Sanierung einzusetzen.

Einige CDUler kritisierten sogar den bösen Trick des Bundesverbandes deutscher Banken, die Kredite an Investmentfonds, Versicherungen und Finanzleasinggesellschaften mit zu rechnen, obwohl genau diese eigentlich heraus zu rechnen wären, damit man ein sauberes Bild von der Kreditaufnahme außerhalb des Finanzsektors erhalten kann.

Auch der vom DRSB e.V. oftmals gescholtene SPD - Finanzminister

Peer Steinbrück

übte scharfe Kritik an der Kreditvergabepraxis der Banken. Diese bekämen derzeit von der Bundesbank sehr viel Geld für den extrem niedrigen Zinssatz von einem Prozent.

Nach der Ansicht des SPDlers stecken die Banken das „billig“ erhaltene Geld derzeit viel lieber in den Handel mit Devisen, Rentenpapieren und Aktien anstatt es als wirtschaftlich nutzmehrende Kredite an mittelständische Unternehmer  weiterzugeben.

War also das „großzügige“ Handeln von

Peer Steinbrück und Angela Merkel,

den deutschen Banken ohne viele Auflagen „billiges“ Steuergeld zu geben, ein gigantischer politischer Fehler?

Denn der SPDler Peer Steinbrück drohte mit noch nie da gewesenen Maßnahmen des Gesetzgebers, sollte es in der zweiten Jahreshälfte deshalb zu einer

Kreditklemme

kommen.

Der vom DRSB e.V. möglicherweise oftmals zu Recht gescholtene SPD - Finanzminister

Peer Steinbrück

übersieht dabei völlig, dass sich Deutschland bereits in einer verschärften

Deflationsphasebefindet und mit einer fatalenKreditklemme

festgefahren hat.

Auf jeden Fall scheinen die Nerven blank zu liegen, denn anders sind die erneuten Fehler bei Politikern und Bankern nicht erklärbar.

Der Bundesbank zufolge haben die im Rahmen des

Bank Lending Survey

[ BLS ]

befragten 30 Banken ihre Angebotsbedingungen im Kreditgeschäft mit Unternehmen jedoch aktuell verschärft.

Der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft [ BVMW ],

Mario Ohoven,

befürchtet sogar, dass der deutsche Mittelstand durch die Finanzkrise „ausgebremst“ werden könnte.

Die

Kreditklemme

droht sich zu verschärfen und jede Konjunkturerholung vollkommen abzuwürgen.

Davor warnen insbesondere der

Industrieverband BDI, der Arbeitgeberverband BDA,

der Deutsche Industrie- und Handelskammertag

sowie der

Zentralverband des deutschen Handwerks

in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel.

 

Doch nicht die vorgeblich abnehmende Bonität der Firmenkunden ist nur ein Grund für  Kreditknappheit.

Der wahre Grund liegt bei den Banken selbst.

Sie möchten die Verluste, die durch die US - Finanzkrise entstanden sind, zunächst abschmelzen lassen, um für weitere Spekulationen neuen „Spielraum“ zu gewinnen.

Zu allem Überfluss verschärfen die geltenden neuen Bilanzregeln für Banken nach

„Basel II“

das Problem zusätzlich.

Denn diese Regeln sehen vor, dass eine Bank umso mehr Eigenkapital vorhalten muss, je schlechter die Bonität eines Schuldners ausfällt.

Verbunden damit ist das Anwachsen einer Pleitewelle quasi unausweichlich, was wiederum die Kreditsicherheit weiter gefährdet, so dass die Bankinstitute zu noch restriktiverer Kreditvergabe gezwungen werden.

Ein Teufelskreis, der von verantwortungsbewussten Politikern sofort unterbrochen werden könnte, wenn man die behindernden Bilanzregeln lockern würde.

Für die deutsche Bevölkerung ist schon jetzt die

Deflation

die größte Bedrohung, während von den meisten Politikern die Inflation noch immer in ihren möglichen Auswirkungen völlig überschätzt wird, weil sie die Deflation für das Gegenteil halten.

 

 

             

 

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Stand: 25.07.09

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