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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Heinrich Sternemann Hans - Josef Leiting

Düsseldorf, den 11. Dezember 2009

 

 

Denkwerk-[ statt ] Zukunft

Konzentrationslager

für aktuelle und zukünftige Rentenbezieher?

 

Wer denkt schon im Lebensalter von 25 Jahren an seinen Ruhestand? Wieso auch, denn in der Regel liegen rund 40 Jahre vor einem 25-jährigen, in denen er sich nach Lust und Laune ausleben kann.

Begriffe wie

Altenheim, Altenpflegeheim oder Seniorenwohnheim

werden sofort ausgeblendet, obwohl man in vielen Fällen Opa oder Oma einmal im Monat zum gemeinsamen Kuchenessen aufsucht und das hinvegetieren in den vorgenannten Einrichtungen bestens kennt.

Eine Stunde Besuchszeit wird oftmals als quälend lang empfunden. So richtig wohl fühlt man sich selbst als Kurzzeitbesucher nicht.

In Ostdeutschland taucht hin und wieder die liebevolle Bezeichnung vom

Feierabend - Heim

auf, der in der ehemaligen DDR gebräuchlich war. Aber auch dort kannte man den tristen Tagesablauf.

Und wer im Feierabend - Heim sein Leben beenden musste, der wurde im damaligen Sprachgebrauch in ein so genanntes

Erdmöbel

[ Sarg ]

verpackt und zur letzten Ruhe gebettet.

In vielen Fällen ohne die Begleitung von Angehörigen, denn auch in der ehemaligen DDR war der Anteil der Alleinlebenden [ Singles ] bereits relativ hoch.

Auch nach dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung setzte sich der Trend zum Alleinleben fort, so dass der Anteil stetig wächst.

Aktuelle Rentenbezieher bleiben gern in ihren ursprünglichen Wohnungen und Häusern, es sei denn, man wohnt auf dem Land und möchte zurück in eine Stadt ziehen, wo vieles fußläufig erledigt werden kann.

Ohnehin wird im Alter

zwischen 60 und 65 Jahren ein Umzug als lästig empfunden.

In den nächsten fünf Jahren wird aber durch die nachgelagerte Besteuerung ein weiteres bisher nicht gekanntes Phänomen auf viele aktuelle Rentenbezieher zukommen:

Bezahlbaren Wohnraum zu finden“.

Obwohl circa 40% der Single - Rentenbezieher schon heute in Wohnungen zwischen 40 bis 60 Quadratmetern leben, werden die schrumpfenden Rentenzahlungen das monatliche Überlebensbudget erheblich schmälern.

Und erfahrungsgemäß werden bei einer Neuanmietung, selbst von noch kleinerem Wohnraum in aller Regel schon heute höhere Mieten und Nebenkosten verlangt, als bisher von aktuellen Rentenbeziehern zu zahlen war.

Die Gefahr einer drohenden gesellschaftlichen

Isolation

ist bereits in den meisten Städten und Gemeinden in unserer Heimat Realität.

Kein Geld, wenig Kontakte

zu anderen Mitmenschen und keine Möglichkeit am gesellschaftlichen Leben noch aktiv teilhaben zu dürfen, führt zur Gefangenschaft in den eigenen vier Wänden.

Schon jetzt befinden sich rund 39% dieser Haushalte in einem nicht mehr zeitgemäßen Wohnkomfort.

Und wer heute 60 Jahre alt ist, der kann als Single - Frau noch auf weitere 23 bis 25 Lebensjahre in einem solchen Lebensumfeld hoffen. Single - Männer dagegen werden schon nach 18 bis 20 Jahren aus der drohenden Altersarmut erlöst.

Als der DRSB e.V. 1987 gegründet wurde, waren es bereits 8 von 10 aktuellen Rentenbeziehern Frauen, die in

Altenheimen, Altenpflegeheimen oder Seniorenwohnheimen

ohne jegliche Unterstützung durch einen Lebenspartner ihr Dasein fristen mussten.

Das bedeutet auch in naher Zukunft für die Mehrzahl der betroffenen Bezieherinnen der so genannten Witwenrenten das direkte Abgleiten in die bittere

Altersarmut.

Die derzeitigen politischen Reformvorstellungen werden womöglich das gegenwärtige System unter extrem hohen allgemeinen Verlusten vermutlich knapp 8 bis 10 Jahre über Wasser halten können.

Eine sozialverträgliche Dauerlösung der Probleme ist das zu erwartende Szenario aber nicht.

Der CDUler Kurt Biedenkopf ist immer schon für seine ausgefallenen neoliberalen Gedanken bekannt gewesen.

So wird es regelmäßige DRSB - Leser auch nicht großartig verwundern, dass der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen schon 1985 mit der Idee von einer geringen

Grundrente

für alle aktuellen und zukünftigen Rentenbezieher „fleißig“ hausieren ging.

Das Institut für

Wirtschaft und Gesellschaft Bonn e. V.

[ IWG BONN ]

wurde 1977 von den CDUler

Kurt Biedenkopf

und dem Gesellschaftswissenschaftler Professor

Meinhard Miegel

gegründet.

Vorgeblich wollten die Institutsgründer den Menschen in unserer Heimat das wirtschaftliche und gesellschaftliche Umfeld sowie das politische und unternehmerische Handeln aufhellen, um allen Deutschen dadurch ein strategisches Planen für das Alter zu erleichtern.

Die exzentrische, kuriose sowie wie im Kern äußerst brutale Empfehlung der beiden Gründungsprotagonisten bestand hauptsächlich darin, die Abschaffung sämtlicher

Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenversorgungen

den Politikern vorzuschlagen.

Kurt Biedenkopf sowie auch Meinhard Miegel

hatten die gesellschaftsfeindliche Idee, eine so genannte

Grundrente

nur noch aus dem allgemeinen Steueraufkommen zu finanzieren sei und gleichzeitig alle Sozialversicherungsbeiträge entfallen sollten.

Stattdessen sollten an deren Stelle die indirekten Steuern, wie im Wesentlichen die Umsatz- und Mineralölsteuer drastisch erhöht werden. Was von allen verantwortlichen Politikern seitdem regelmäßig umgesetzt wird.

Gemäß dieser absurden und ungerechten Vorstellung von

 Kurt Biedenkopf und Meinhard Miegel

sollte eine Grundrente im ersten Schritt lediglich noch maximal 40% vom jeweiligen durchschnittlichen Netto - Lohn eines Arbeitnehmers erreichen.

Als Idealvorstellung geisterte damals jedoch die Zahl 15% durch die Institutsräume.

Als die Gründungsprotagonisten im Oktober 2007 das Ende der IWG BONN ankündigten

und das Institut am 30. Juni 2008 tatsächlich auflösten, waren verantwortungsbewusste Politiker an der Basis der demokratischen Parteien zunächst erleichtert.

Die Erleichterung hielt nicht allzu lange vor, denn mit der Auflösung der IWG BONN wurde die Fortsetzung der Arbeiten im

Denkwerk Zukunft - Stiftung kulturelle Erneuerung

in Bonn verkündet.

Gemäß der eigenen Darstellung ist man gewillt, sich für die Erneuerung der westlichen Kultur zu engagieren, um diese wieder zukunfts- und verallgemeinerungsfähig gestalten zu können.

Denn nach der Vorstellung dieser Einrichtung leidet unsere Kultur darunter, dass die immanenten Glücks- und Heilsversprechen fortwährender materieller

Wohlstandsmehrung

fragwürdig geworden sind.

Zitat / Auszüge

des Vorstandsvorsitzenden Meinhard Miegel:

Lange Zeit haben die Völker des Westens ihr

individuelles Glück, die Funktionsfähigkeit ihrer Gemeinwesen

und die Stabilität ihrer freiheitlich - demokratischen

Ordnung abhängig gemacht von Wirtschaftswachstum und materieller Wohlstandsmehrung“.

Zitat Ende.

Nach der Ansicht von Meinhard Miegel kann so etwas jedoch nicht länger gewährleistet werden und sei eine höchst riskante politische Strategie.

Angeblich soll materielle Wohlstandsmehrung

keine verlässlich tragende Säule mehr in unserer Heimat sein.

Zitat / Auszüge

des Vorstandsvorsitzenden Meinhard Miegel:

Die Menschen müssen erkennen, dass eine

auf Ökonomisches fokussierte Kultur eine arme Kultur ist.

Das aber bedeutet, sie muss grundlegend erneuert werden“.

Zitat Ende.

Die Reform unserer Sozialsysteme beschäftigt Politiker, Experten und die Menschen in allen europäischen Ländern.

So gesellschaftsfeindlich und radikal wie

Meinhard Miegel

haben aber nur äußerst wenige Wissenschaftler oder Politiker in unserer Heimat die Abschaffung der sozialen Sicherheit bis heute gefordert.

Nach der Auffassung des DRSB e.V. ist es die Aufgabe des Staates, mit der Hilfe einer solidarischen und kollektiv ausgerichteten Gesellschaft dafür zu sorgen, dass niemand ohne Hilfe bleiben sollte.

Die noch funktionierenden

sozialen Sicherungssysteme in unserer Heimat konnten

diesen Anspruch bis heute gewährleisten.

Denn niemand sollte alleine gelassen und ohne medizinische Versorgung bleiben oder sogar zum Hungern verurteilt werden.

Auch eine menschenwürdige Wohnung gehört dazu, wenn man noch von einer sozialen Marktwirtschaft sprechen möchte, die tatsächlich etwas Nutzmehrendes für die Menschen bewirken soll.

Auch wenn in Europa große Unterschiede in den Sozialleistungen zu finden sind, so haben sich die Menschen in unserer Heimat den Wohlstand und die sozialen Sicherungssysteme selbst durch ihre

Arbeit

sowie durch Zahlung ihrer monatlichen

Sozialversicherungsbeiträge

völlig zu Recht verdient.

Der sehr gerne herangezogene Vergleich bestehender deutscher Sozialsysteme mit anderen Ländern muss somit immer ein untauglicher Versuch bleiben.

Dieser unverrückbare Tatbestand wird meistens vom Rest der Welt und den

Sozialleistungsvernichtern

in unserer Heimat nicht beachtet.

Mit großer Vorliebe weichen deshalb die willfährigen Jünger von

Meinhard Miegel

auf die Globalisierung der Märkte aus, die vorgeblich die sozialen Systeme in unserer Heimat in Frage stellen sollen.  

Aber selbst diese fragwürdigen Verschiebungen der Pseudo - Dimensionen in den Diskussionen können das Geleistete der Deutschen nicht in Frage stellen, sondern demaskieren die wahren Absichten der

Protagonisten der Armut.

Angemessenes und nachhaltiges Wachstums unserer Industriegesellschaften ist im Zusammenwirken mit ausgewogenen Sozial- und Steuersystemen die Grundlage für die Bewältigung zukünftiger wirtschaftlicher und sozialer Aufgaben.

Solange in unserer Heimat die Finanzierung der Arbeits- und der Sozialkosten ausschließlich über die wachsende Belastung der Arbeitseinkommen beibehalten werden, so lange werden die Menschen in unserer Heimat vorsätzlich in die

Flächenarmut

geschickt.

Das bedeutet, dass die Finanzierungsstruktur der Sozialsysteme verändert werden muss, indem die Steuerlast zukünftig auch wieder vermehrt von Megakonzernen, Versicherern und Banken zu tragen sein wird.

Das wiederum wird ein ungewöhnlich schwieriger Prozess werden, denn alle

Protagonisten der Armut

wollen unser Land so umorganisieren, damit der Profit für Megaunternehmen, Versicherern  und Banken unablässig steigen kann.

Ein solches Szenario gilt es zu vermeiden, damit die Zukunft der aktuellen und vor allem der  zukünftigen Rentenbezieher nicht im

Konzentrationslager für die Alten

enden muss, wie es der Nobelpreisträger

Friedrich - August von Hayek

[ geboren am 08. Mai 1899 / verstorben am 23. März 1992 ]

prognostizierte.

Friedrich - August Hayek wurde 1974 aufgrund seiner bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der

Geld- und Konjunkturtheorie

mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet.

Wachsen wir also an unseren demokratischen Fähigkeiten und bilden in unserer Heimat die Wohlstandsgesellschaft des 21. Jahrhunderts.

Denn die Freiheit der Menschen in unserer Heimat wird nur zu erhalten sein, wenn sie nicht, wie es beabsichtigt erscheint, aus den billigen Gründen der Nützlichkeit für wenige Reiche, sondern als Grundprinzip der Solidarität zu verteidigen ist.


             

 

DRSB

 

Wir kämpfen seit 21 Jahren mit der Stimme der Demokratie

für

einen modernen Sozialstaat,

sichere, langfristige Arbeitsplätze,

sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,

sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,

und für

korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.



             

 

Stand: 11.12.09

DRSB e.V.
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