KanAm
Beginnt der Domino - Effekt?
21. Oktober 2010
Der weitaus größte Teil der Bevölkerung in unserer Heimat wird zunächst die auf uns zurollende Finanzkatastrophe nicht wahrnehmen. Zu sehr beschäftigen sich viele Menschen mit dem Kopftuchdrama von Thilo Sarrazin. Die Aktienmärkte jagen vermeintlich schon wieder von Rekord zu Rekord. Es wird bereits wieder der Eindruck vermittelt, dass jeder in Europa ohne Arbeit spielend reich werden könnte. Doch die Vorboten des drohenden Desasters werfen ihre deutlich erkennbaren Schatten voraus. Die Investmentgesellschaft
KanAm Grund
gab am 29. September 2010 bekannt, das Vermögen des rund 547 Millionen US - Dollar [ rund 400 Millionen Euro ] schweren US - Grundinvest innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre abzuwickeln.
Laut den Pressemeldungen beabsichtigt man,
250 Millionen US - Dollar
[ rund 192 Millionen Euro ]
noch bis Ende des Jahres an die Anleger auszuzahlen.
Doch vermutlich werden die Einnahmen oder Geldreserven nicht mehr ausreichen, um alle ausstiegswilligen Anleger auszuzahlen.
Zwar wurden in der mehr als fünfzigjährigen Geschichte der offenen Immobilienfonds diverse Fondsgesellschaften durch Fusionen aufgelöst und gerettet, doch eine Liquidation hat es noch nie gegeben. Ist also
KanAm
Das erste Fondssystem mit Verfalldatum?
Dabei tritt das Management von
KanAm
lediglich die sogenannte Flucht nach vorn an, um womöglich strafrechtlicher Verfolgung aus dem Weg zu gehen. Denn höchstwahrscheinlich bevor die Gesellschaft einen ihrer beiden Publikumsfonds hätte wieder öffnen müssen, liquidiert man das Portfolio und versucht, die meist sehr betuchten Anleger auszuzahlen. Anders als bei vielen Publikumsfonds trifft es diesmal noch nicht die vielen Kleinanleger, die ihr sauer verdientes Geld vermehren wollten. Die vom DRSB im Jahr 2006 beschriebene
Liquiditätskrise, die auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise im Oktober / November 2008 extrem starke Mittelabflüsse erkennen ließ, hat knapp zwei Jahre später das erste Opfer gefunden. Die Menschen aus allen gesellschaftlichen Klassen waren ab 2007 nicht mehr willens, ihre Geldmittel zum kollektiven Verbrennen herzugeben. Nun spitzt sich die seit zwei Jahren andauernde Liquiditätskrise bei den offenen Immobilienfonds heftig zu. Der bevorstehenden Massenschließungen decken schonungslos die gravierenden Schwächen der so dargestellten „tollen“ Fonds - Produkte auf. Möglicherweise erinnern Sie sich daran, dass die Fondsvertreiber
den Anlegern noch im März 2010 vollmundig versprachen:
„Investieren Sie langfristig in Immobilien,
wir versprechen Ihnen, dass die Anleger täglich ausgezahlt werden können“.
Spätestens seit dem 29. September 2010 sind solche oder vergleichbare Versprechen reine Makulatur. Laut Medienberichten drohen hohe Verluste für die
KanAm Fonds
Nr. 15, 16, 20, 22 und der Fonds Real Partner 1.
Möglicherweise waren die geplanten Investitionen in so genannte Shopping - Malls nicht vom Glück begleitet, denn bereits mit Wirkung vom 09. August 2010 übernahmen die finanzierenden Banken die Kontrolle über die Mall mit der Bezeichnung
„Xanadu“.
Xanadu sollte eines der größten Shopping - Center seiner Art in den USA werden. Man startete mit der Planung im Jahr 1996. Erstaunlicherweise ist die Shopping - Mall bis heute nicht fertig gestellt worden.
Knapp zwei Jahre nach
der Schließung steht der Fonds vor dem finalen Ende.
KanAm oder auch AGI - schon bald werden noch mehr Fondsgesellschaften nicht nur Unbehagen in der bürgerlichen Mittelklasse auslösen, denn die Ängste der Menschen vor einem unüberschaubaren Zusammenbruch der anonymen Fondsgiganten wächst von Tag zu Tag und wird als perfekte Unterdrückungsmethode empfunden.
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Deutscher Rentenschutzbund e.V.
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