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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

 

DRSB e.V. • Ikenstraße 8 • 40625 Düsseldorf

Herrn

Sven Gösmann

Chefredakteur

 

Rheinische Post

Rheinisch-Bergische Druckerei und Verlags-GmbH

 

Zülpicherstraße 10

 

D - 40196 Düsseldorf

 

Düsseldorf, den 20. Juni 2009

 

Achter offener Leserbrief an

Herrn Sven Gösmann

Chefredakteur der Rheinischen Post

 

Ihr Artikel aus rp - online.de vom 18. Juni 2009

Hier: „Riester - Rente ist bei den Deutschen nicht beliebt“

 

 

Sehr geehrter Herr Gösmann,

 

Ihr im Betreff genannter Artikel berichtet erstmals kritisch über die immer noch so genannte Riester - Rente.

Zitat rp - online.de:

Die staatlich geförderte Riester - Rente stößt bei der Mehrheit der Deutschen offenbar auf Ablehnung.

Mehr als 54 Prozent der Deutschen interessierten sich von vornherein nicht für die private Altersvorsorge, möchten ihren bestehenden Vertrag kündigen oder hätten ihn schon gekündigt, berichtete das Finanzmagazin „Börse Online“ unter Berufung auf eine Umfrage im Auftrag der Citibank.

Besonders groß ist demnach die Ablehnung in Geringverdiener - Haushalten mit einem Gesamteinkommen unter 1500 Euro.

Zitat Ende.

Mehrfach wurden Sie und Ihre Redakteure vom DRSB e.V. aufgefordert,  die deutsche Bevölkerung umfänglich über tatsächliche Leistungsfähigkeit der Riestermodelle zu informieren.

Die RP - Artikel zum Schwerpunktthema der invaliden deutschen privaten Rentensysteme beschränkten sich aber bis heute auf allgemeine Darstellungen ohne erkennbar schützende oder aufklärende Kritik für Ihre Leser.

Viele regelmäßige RP - Leser beurteilen Ihre Berichterstattungen als qualitativ hochwertig und benutzen deshalb Ihre Tageszeitung als einzige gedruckte Informationsquelle.     

Wenn jetzt die zukünftigen Rentenbezieher feststellen müssen, dass sie insbesondere durch Ihre Berichterstattung über die privaten Rentensysteme vermutlich vorsätzlich falsch informiert wurden, wirft Ihr Verhalten als verantwortlicher Journalist Fragen auf. Denn zum Beispiel noch am 11. August 2008 lobten Sie die Riester - Rente unter dem Titel „Riester - Bonus für Berufsstarter“ noch in höchsten Tönen.

Zitat auszugsweise:

Für unter 25 - Jährige Auszubildende und Beschäftigte lohnt sich jetzt der Abschluss eines Riester - Vertrages doppelt:

Neben der Grundzulage von 154 Euro im Jahr gibt es für sie einmalig noch einen Bonus von 200 Euro vom Staat.

Es wird zwar als „Berufseinsteiger - Bonus“ bezeichnet, gilt aber auch die diejenigen, die schon in vorherigen Jahren ins Berufsleben eingestiegen sind.

Das bestimmt das neue Eigenheimrentengesetz. Es ist am 01. August in Kraft getreten und gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2008.

Zitat Ende.

Warum berichten Sie erstmals am 18. Juni 2009 kritisch über die tatsächlichen Auswirkungen der Riester - Desaster?

Wie ist Ihre Kehrtwende in der Berichterstattung zu erklären?

Warum lassen Sie Ihre Leser noch über die zum Teil versteckten und hinterhältigen Finanz - und Berufsfallen der privaten Altersvorsorgemodelle im Ungewissen?

Mehrfach hat der DRSB e.V. Ihrer Zeitung eine vertrauensvolle Zusammenarbeit angeboten. Bedauerlicherweise konnten oder durften Sie von diesem nutzbringenden Angebot keinen Gebrauch machen.

Im Interesse Ihrer Leser sollten Sie dieses Angebot des DRSB e.V. nochmals überdenken, denn der Unmut in der Bevölkerung - nicht nur in den sogenannten einkommensschwachen Gesellschaftsschichten, sondern gerade auch in Ihrer Leserschaft - nimmt täglich überproportional zu.

Für Ihre zeitnahe schriftliche Stellungnahme haben wir uns deshalb den

27. Juni 2009

vorgemerkt.

Bitte erteilen Sie dem DRSB e.V. die Freigabe Ihres Antwortschreibens für die Veröffentlichung auf der DRSB - Homepage.

Herzlichen Dank im Namen aller aktuellen und zukünftigen Rentenbezieher für Ihre Bemühungen. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.

 

Mit freundlichen und besten Grüßen aus Gerresheim

Ihr

Ihr

Udo Piasetzky

Hans - Josef Leiting

Vorstandsvorsitzender des

DRSB e.V.

Steuerberater und Vorsitzender der

Rentenkommission des DRSB e.V.

 

Stand: 20.06.09

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