DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky • Heinrich Sternemann • Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 21. September 2009
Propaganda wirkt
Verhaltenspsychologen, Politikwissenschaftler oder Marketingmanager wissen es genau: Wer auf politische und wirtschaftliche Entscheidungen der Bevölkerung gezielt Einfluss nehmen möchte, der ist gezwungen, die öffentliche Meinung zu den Vorgängen in unserer Zeit zu bestimmen oder sogar zu manipulieren.
Denn nur wer die Macht über die öffentliche Meinung fest in den Händen hält, verfügt über die tatsächliche Macht in jedem Staat.
Möchte man ein Produkt, eine Dienstleistung, eine Ideologie oder eine politische Philosophie gewinnbringend an die deutsche Bevölkerung verkaufen, dann muss man kräftig die Werbetrommel rühren.
Für Produkte und Dienstleistungen reicht es in der Regel aus, wenn Print-, Radio- und Fernsehwerbung betrieben wird. Will man den Erfolg erhöhen, so bieten viele
Infotaimentsendungen dafür eine „billige“ Plattform zur Verfestigung der Kaufanreize.
Auch die ständig zunehmende Anzahl von reinen Verkaufssendern belegt diese These.
Politische Ideologien und Philosophien
dagegen müssen in das Unterbewusstsein eindringen, um den gewünschten Erfolg und die beabsichtigten Auswirkungen zu erzielen. So etwas hat mit den traditionellen Mitteln der Werbung rein gar nichts mehr zu tun.
Denn was bei den neoliberalen Mächtigen im Fokus ihres Interesses steht, sind Verhaltensveränderungen der Bürger, die mit Propagandamitteln erreicht werden sollen.
Das eindeutige Ziel ist es, politische Entscheidungen der Bevölkerung vor und nach „demokratischen“ Wahlen so stark zu beeinflussen, dass sie die Meinungsbildung prägen.
Dazu benötigt man reibungslos funktionierende Netzwerke, die die notwendige Einflussarbeit an die Bürger bringen.
Zum Beispiel liefern ökonomische oder politische Forschungsabteilungen von Banken, wie die DB Research von der Deutschen Bank, unaufhörlich Informationsmaterialien zur Einführung oder Stabilisierung von neoliberalen Ideen.
Auch die vermeintlich im Dienst der Gesellschaft stehenden Stiftungen versuchen regelmäßig, zu unterschiedlichen Themenbereichen mit ihren Studienergebnissen Einfluss auf politische und wirtschaftliche Vorgänge zu nehmen.
Interessenverbände, insbesondere Arbeitgeberverbindungen, wie der
Arbeitgeberverband Gesamtmetall,
in dem fast alle Arbeitgeber der Elektro- und Metallindustrie einen Zusammenschluss gefunden haben, finanzieren so genannte Initiativen.
Der
Arbeitgeberverband Gesamtmetall
finanziert bekanntlich seit dem 12. Oktober 2000 die
INSM
[ Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ]
mit mehrfachen Millionen Beträgen. In nur 9 Jahren entwickelte sich die
INSM
[ Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ]
zum Hauptträger von womöglich volksschädlichen neoliberalen Aktionen.
Der DRSB e.V. berichtete bereits über mögliche Auswirkungen der Organisation, die das Ziel gesetzt bekam, vorhandene Meinungen in der deutschen Bevölkerung so zu verändern, dass sie an die Interessen der Mächtigen angepasst werden können.
Solche Massenbeeinflussung hat dann nichts mehr mit den ursprünglichen Wünschen oder Meinungen der Deutschen zu tun.
Durch diese Art von vorsätzlich und gezielter
Massenbeeinflussung
gelang es den Protagonisten von INSM auch, auf viele Mitglieder in deutschen Parlamenten Einfluss und Druck auszuüben.
Denn hauptsächlich zu diesem Zweck wurde der Propagandaapparat gegründet, nachdem Meinungsforscher feststellten, dass die Mehrheit der Deutschen ihren Sozialstaat und die fürsorgliche staatliche Verantwortung für Bürger „einfach“ nur „GUT“ finden.
Obwohl die Protagonisten der
INSM
[ Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ]
bis heute alle „Register der Beeinflussung“ gezogen haben, ist es ihnen nicht gelungen, die Meinung der Bürger zu kippen.
Alle Umfrageergebnisse und Studien zu dem Thema zeigen deutlich, dass die
Propagandatricks von INSM
eher das Gegenteil von dem bewirkt haben, was sie bewirken sollten.
Der Frust bei den Akteuren wächst, weil es nicht gelungen ist, verlässliche, tragfähige Brücken zur Bevölkerung zu schlagen.
Selbst die Einbeziehung von Vertretern der katholischen und evangelischen Kirche verpuffte ohne die gewünschte Wirkung zu erzielen.
Das im Dezember 2003 veröffentlichte Arbeitspapier der katholischen Kirche,
„Das Soziale neu denken“
wird in den meisten Gemeinden nicht nur kritisch gesehen, sondern rundherum abgelehnt.
Auch hier scheiterte die „Basisarbeit“ an den „billigen“ Propagandatricks der INSM, denn der Mitautor dieses untauglichen Papiers war der Kuratoriumsvorsitzende der INSM
Hans Tietmeyer.
Damals signalisierten die Würdenträger zögerlich die stille Zustimmung zur
[ Armuts- ] Agenda 2010.
Doch nachdem bereits 14 Monate nach der Einführung die fürchterlichen gesellschaftlichen Auswirkungen erkennbar wurden, hätte man die stille Duldung viel lieber ungeschehen gemacht.
Außer ein paar unverbesserlichen Separatisten in der katholischen und evangelischen Kirche möchte kein gläubiger Christ zurzeit
„Das Soziale neu denken“.
Man beruft sich im Kern wieder auf das engagierte gemeinsam formulierte
christliche Sozialwort
aus dem Jahr 1997 und hofft eine glückliche Wendung hin zu wirtschaftlich besseren Zeiten.
Seit mehreren Jahren wird das so genannte
ifo - Institut
verstärkt für die neoliberalen Aktivitäten eingesetzt und überschwemmt fast schon täglich die Medien.
Willfährig verbreiten selbst die öffentlich rechtlichen Sendeanstalten die Weissagungen von
Hans - Werner Sinn,
ohne die ifo - Informationen journalistisch kritisch zu hinterfragen.
Die Münchner Einrichtung wird dadurch quasi zum vermeintlich wichtigsten Forschungsinstitut für die Wirtschaft hochgejubelt, das in Deutschland monatlich auf der Basis von 7.000 Unternehmensdaten den so genannten Geschäftsklima - Index ermitteln möchte.
Alleine schon diese Vorgänge belegen eine gezielte
Massenbeeinflussung
von gigantischen Ausmaßen. Denn nach jeder Veröffentlichung des so genannten
ifo - Geschäftsklima - Index
fragen sich Vertreter der Mittelständler:
Wer wurde da wann, wo und wie befragt?
Ist so etwas nicht Manipulation und Meinungsmache?
Denn während Hans - Werner - Sinn und sein Team die positiven Auswirkungen der unsäglichen Abwrackprämie herausstellen, schließen Tag für Tag in Deutschland
Autohäuser, Gebrauchtwagenhändler und freie Werkstätten
ihre Pforten.
Das mag für Professor Sinn ein positives Ergebnis sein, doch für die direkt Betroffenen Mitarbeiter und Unternehmer beginnt in vielen Fällen der sofortige soziale Abstieg.
Die Realität sieht eben völlig anders aus.
Vermutlich würde kaum jemand die Weissagungen von
Hans - Werner Sinn
lesen oder sogar ernst nehmen, wenn sie nicht als so genannter
ifo - Geschäftsklima - Index
in allen Medien Verbreitung finden würden und schon allein dadurch in den Geruch der
Propaganda
geraten, die zur Meinungsmanipulation viel besser geeignet erscheinen als viele Artikel in der Bildzeitung, die im bekannten Rahmen des so benannten Gossen - Journalismus schon eher in der Bevölkerung nur Schmunzeln auslösen.
Opfer der Propaganda und der gewollten Manipulation sind die Bürger, die, wie der bedauerliche Fall der katholischen und evangelischen Kirche zeigt, vereinnahmt und zu Mittätern abgestempelt werden.
Es ist deshalb kaum vorstellbar, dass sich die Würdenträger der katholischen oder evangelischen Kirche heute noch vor den Karren der
[ Armuts- ] Agenda 2010
spannen lassen würden.
DRSB
Wir kämpfen seit 21 Jahren mit der Stimme der Demokratie
für
einen modernen Sozialstaat,
sichere, langfristige Arbeitsplätze,
sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,
sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,
und für
korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.