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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

 

DRSB e.V. • Ikenstraße 8 • 40625 Düsseldorf

Herrn

Götz Wenker

Geschäftsführung Vertrieb

 

Allgemeiner Wirtschaftsdienst

Gesellschaft für Wirtschaftsberatung

und Finanzbetreuung mbH

 

AWD - Platz 1

D - 30659 Hannover

 

Düsseldorf, den 09. Juli 2009

 

Erstes offenes Schreiben an

Herrn Götz Wenker

Geschäftsführung Vertrieb

 

 

Ihr Durchhalteschreiben vom 01. Juli 2009

Hier: „AWD berät weiter unabhängig“

 

Sehr geehrter Herr Wenker,

 

vielen Dank für Ihren sehr aufschlussreichen „Durchhaltebrief“ und die Freundlichkeit, mich in den Verteiler Ihrer Führungskräfte aufzunehmen.

Höchstwahrscheinlich habe ich mir Ihr Entgegenkommen nach den diversen fairen und sachlichen Berichterstattungen über Ihre obsoleten Strukturvertriebsmethoden auch redlich verdient.

Vermutlich gehe ich richtig in der Annahme, dass ich Ihren „Durchhaltebrief“ auf der DRSB - Internetseite veröffentlichen soll, was ich selbstverständlich gerne veranlassen werde.

Es ist für mich verständlich, dass Sie nach der folgenschweren Niederlage vor dem Landgericht Hannover gegen Ihren direkten Mitbewerber DVAG zum vermutlich letzten „Rettungs - Strohhalm“ greifen mussten.

 

Denn schenkt man den Insidergerüchten noch Glauben, dann stehen die meisten AWDler bereits in den Startlöschern und warten nur darauf, dass ein gutgläubiger oder unwissender Versicherungsvorstand die Kassen öffnet, um weitere mutierende Vertriebsabspaltungen kurzfristig zu ermöglichen.

Bedauerlicherweise ist zurzeit eher genau das Gegenteil der Fall. Nach mir vorliegenden Informationen müssen bereits gesponserte Abspaltungen aus Ihrer Gesellschaft Millionenbeträge an einige wachgewordene Versicherer zurückzahlen.

Bedingt dadurch erhöht sich auch ohne das extrem dramatisch abgefasste „Durchhalteschreiben“ die Verweildauer Ihrer Außendienstmitarbeiter.

Ihre Berufungsankündigung zeigt aber womöglich, wie blank die Nerven in Ihrer Geschäftsführung liegen müssen, denn ein Berufungsverfahren vor dem Oberlandesgericht Celle verschiebt die Probleme des AWD nur um wenige Monate.

 

Obwohl in der deutschen Bevölkerung kaum noch daran geglaubt wird, dass der AWD tatsächlich „unabhängig“ seine möglichen Kunden beraten kann, ist es für mich unverständlich, warum zwei große Strukturvertriebsorganisationen quasi um des „Kaisers Bart“ kämpfen.

Es entsteht viel eher der Eindruck, dass die Strukturvertriebs - Protagonisten AWD und DVAG für die Muttergesellschaften einen so genannten Stellvertreterkrieg führen.

Dass man damit gleichzeitig, wie man im Volksmund gerne sagt, „schlafende Hunde geweckt hat“, kann vermutlich nur auf den Mangel an strategischer Intelligenz zurück geführt werden.

Denn das Urteil der 18. Zivilkammer des Landgerichts Hannover lässt erkennen, dass sich die Richter mit dem leidigen Thema Strukturvertrieb intensiv beschäftigt haben und die Schwachpunkte für Außendienstmitarbeiter sowie für mögliche Kunden vollumfänglich erfassen konnten.

Das Landgerichtsurteil [ Aktenzeichen 18 O 193 / 08 ] ist somit kein Sieg für die DVAG, sondern eine erneute Niederlage für alle Strukturvertriebsorganisationen. 

    

Objektive und unabhängige Beratung setzt generell voraus, dass ein Makler oder Versicherungsvermittler das leistungsfähigste Produkt zum günstigsten Preis auswählt und anbietet. 

 

Ein solch nutzmehrendes Vorgehen konnte man, selbst vor der Übernahme Ihrer Gesellschaft durch die Swiss - Life, bei dem AWD nicht feststellen.

Besonders nachdenklich macht die Tatsache, dass bis zur Übernahme die Versicherungsprodukte Ihrer heutigen Muttergesellschaft kaum eine Rolle spielten.

Wie aber sollen nach der Übernahme die AWD - Beratungen mit den Produkten der Swiss - Life objektiver, leistungsstärker und unabhängiger geworden sein?

Eine Frage, die nicht nur von vielen betroffenen Bürgern zurzeit heftig diskutiert wird.

Gemäß Ihren Darstellungen im „Durchhaltebrief“ möchte Sie ein Konkurrent [ DVAG ] schwächen und schaden. Weiterhin rufen Sie dazu auf, gemeinsam Stärke zu demonstrieren und das obsolete Geschäftsmodell weiter zu leben.

Wie soll so etwas in der rauen Wirklichkeit

mitten in den Verwirbelungen der Wirtschaftskrise funktionieren?

Stimmen die Markt - Gerüchte, dass Provisionszahlungen

bereits verschoben werden mussten, weil die AWD - Kassen leer sind?

Wie und wodurch wollen Sie mögliche Neueinsteiger und Kunden noch überzeugen? 

Bedauerlicherweise konnte Ihr Pressechef Béla Anda die Fragen des DRSB e.V. bis heute nicht beantworten.

 

Für die vom DRSB e.V. vertretenen aktuellen und zukünftigen Rentenbezieher ist es für anstehende Entscheidungen zur Familienabsicherung von großer Wichtigkeit, inwieweit Ihre Gesellschaft tatsächlich noch in der Lage ist, die verantwortungsvollen Aufgaben einer seriösen Versicherungsvermittlung sicher zu stellen.

Ich bitte Sie deshalb, die gestellten Fragen zeitnah und umfassend zu beantworten.

Für Ihre schriftliche Antwort habe ich mir den

13. Juli 2009

vorgemerkt.

 

Mit freundlichen und besten Grüßen aus Düsseldorf

Ihr

Udo Piasetzky                                       

Vorstandsvorsitzender des           DRSB e.V.                                                              

 



Anlage

Datei
AWD berät weiter unabhängig!

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Stand: 09.07.09

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