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Versagen die Eliten?


Teil 41

Illusionen vom Wirtschaftswachstum


04. Juni 2010

 

Bis zur Mitte der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts stiegen mit dem wachsenden Sozialprodukt auch im gleichen Maße die Einkommen aus Unternehmen und Vermögen sowie die Einkommen der abhängig Beschäftigten.

Unsere Heimat war tatsächlich einmal im Sinne von

Ludwig Erhard

ein echter Sozialstaat, denn die Wirtschaft diente allen Gruppen in der Gesellschaft.

Doch kurz nach der Wende [ Wiedervereinigung ] startete die Phase des menschenverachtenden

Neoliberalismus

durch und spaltete unsere Gesellschaft immer schneller in arm und reich.

Fortan trugen nur noch die abhängig Beschäftigten die Lasten der Arbeitslosigkeit und durchleben noch immer die Folgen der Reduzierung der sozialen Sicherheit.

Genau genommen sind Arbeiter und Angestellte am stärksten vom sinkenden öffentlichen Wohlstand betroffen. Denn die große Masse der Menschen in unserer Heimat sind abhängig Beschäftigte. Sie stellen mit rund 90% die größte Gruppe in unserer Bevölkerung dar.

Rechnet man noch den so genannten Mittelstand dazu, so kommt man auf circa 96% Gesamtanteil.

Der großen Masse der Menschen in unserer Heimat dient die neoliberale Form der Wirtschaft daher nicht mehr.

Noch heute behaupten seriöse Wissenschaftler, dass eine Wirtschaftspolitik nur so lange für gut zu erachten ist, solange sie den Menschen zum Segen und Wohlstand verhelfen kann.

Woran also scheitern unsere Politiker heutzutage?

Denn, dass es nicht so weitergehen kann wie bisher, darüber herrscht in der Bevölkerung mittlerweile eine gewisse  Einigkeit.

Wer hat die richtigen Rezepte?

Sind Lohnverzichte von 5%, 10%, 20%, 30% oder sogar 40% sowie noch längere Arbeitszeiten die richtigen Mittel?

Kann dadurch die internationale Konkurrenzfähigkeit langfristig gesichert werden?

Gibt es durch Lohnverzichte zwar recht bald Einkommen auf dem Weltmarktniveau, von denen andererseits die Menschen in unserer Heimat aber nicht mehr leben können?

Und was nützen ständiges Wachstum und Unternehmerprofite, wenn rund vier Millionen Menschen überhaupt keine Arbeit mehr finden und bereits zehn Millionen in echter Armut leben müssen?

Es steht außer Frage, dass der ehemalige

Massenwohlstand

in unserer Heimat seit 2009 völlig zusammengebrochen ist, weil immer mehr Gruppen aus der Bevölkerung aus der Wirtschaft zu wenig Nutzen ziehen können.

Was hat also die Öffnung des Weltmarktes seit Anfang der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts tatsächlich bewirkt?

Sie führte weder zu einer deutlichen Steigerung des Welthandels, noch zu einer Steigerung des Massenwohlstands in unserem Land.

Auch der neoliberale Spruch:

„Neues Wirtschaftswachstum

schafft neue Arbeitsplätze und Wohlstand für alle“

wurde durch die US - Finanz- und Wirtschaftskrise als die

Jahrhundertlüge

entlarvt. Weil die tatsächlichen Verhältnisse nicht so sind wie es von den Politikern ohne Ende gesagt wird.

Die üblichen faden Diskussionen um Wachstumsschwäche, das Aufbrechen verkrusteter Strukturen und vergleichbare Parolen für den vorgeblichen Wachstumsschub will niemand mehr hören.

Stellen wir uns einmal die Frage:

Wieso haben wir in unserer Heimat trotz

eines Wachstums von mehr als 100% in den zurückliegenden

30 Jahren öffentliche und private Armut?

Alleine schon bei dieser Frage zucken die Protagonisten von CDU / CSU, SPD, FDP und Bündnis 90 / Die Grünen fürchterlich zusammen.

Sie wissen genau warum, denn die systematische Vernichtung des Massenwohlstands ist ihr Werk der letzten 20 Jahre. Weder hat der Sozialstaat zu viel Geld verschlungen, noch haben sich die Menschen in unserer Heimat die Taschen voller Geld gestopft.

Genau das Gegenteil ist der Fall wie es zum Beispiel die Agenda 2010 offenlegte.

Wie sagte einst der SPD - Großmogul Franz Müntefering

Zitat Auszüge:

Agenda 2010 - Das große Ziel

heißt soziale Gerechtigkeit bei hohem Wohlstand - dauerhaft“.

Zitat Ende.

Für Franz Müntefering mag diese Betrachtungsweise zutreffen, für heute schon rund 14 Millionen Menschen in unserer Heimat nicht mehr.

Trotzdem halten die aktuellen SPD - Großmogule sklavisch an ihrer Fehlentscheidung fest.

Auch die neoliberalen Rezepturen der FDP:

Das Land braucht niedrigere Steuern,

noch weniger Regulierung auf dem Arbeitsmarkt,

stärkere Lohnzurückhaltung und vor allem einen

schlankeren Staat“,

können selbst weniger kritische Wissenschaftler nicht mehr nachvollziehen.

Wenn schon die Diagnose der Entwicklung großer Mist ist, wie können die verordneten Therapien besser sein?

Murks, Murks und noch einmal Murks

bestimmen nun schon seit 1993 die wirtschaftliche Szene in unserer Heimat.

Die kommunistischen Gesellschaftsysteme, mit ihren volkseigenen Betrieben scheiterten an ihrer ökonomischen Ineffizienz.

Heute sind unsere Politiker mit großem Eifer dabei, bei der Umsetzung unseres wirtschaftlichen Erfolges in den Wohlstand für alle, die Menschen auf der Strecke zu lassen.

Die ständig erzeugten

Illusionen vom Wirtschaftswachstum

dienen der Masse der Bürger in unserer Heimat nicht mehr.

Die Verdrängung dieser Fakten in den demokratischen Parteien hat die Wertemaßstäbe verbogen.

Denn spätestens seit Lenin dürfte bekannt sein, dass die Umkehrung der den Wohlstand der Massen gefährdenden Trends, wie sie die heutige Form der Weltwirtschaft darstellt, die Neuschaffung von Sozialstaatlichkeit fordern wird.

Unter seriösen Geschichts- und Politikwissenschaftlern nennt man eine solche Ausbreitung der Bedürfnisse auch Revolution.

Am 09. November 1989 fiel die Mauer. Niemand hatte das damals in Bonner Politikerkreisen vorhergesehen. Selbst in London, Paris, Moskau und Washington war die Überraschung riesengroß.

Wann folgt die nächste Zeitenwende?

Denn erfahrungsgemäß hält eine Gesellschaft nicht sehr lange durch, der man mit inhaltlosen Illusionen, die immer mehr Menschen arm und entbehrlich machen, als einzige Alternative die Zukunft verbaut.

Warten auf das Wachstum für Wohlstand und Arbeitsplätze ist vergleichbar wie das Warten auf Godot. Der kam bekanntlich auch nicht.

 

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Stand: 04.06.2010

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