Versagen die Eliten?
Teil 42
Autorität durch Moral?
16. Juni 2010
Spontan gefragt: Wie viele Moralbegriffsarten kennt jeder von uns? Und in der Tat bei dieser Frage muss man nachdenken, aber dann kommt man auf eine lange Reihe von Moralbegriffen.
Denn fast schon jede ideologische Bewegung, jede Berufsgruppe oder jede Partei hat ihre Sondermoral.
Zurzeit besonders aktuell:
Zahlungsmoral und Steuermoral.
Dicht gefolgt von:
Gesundheitsmoral und Ernährungsmoral.
Nicht so sehr im Fokus der Öffentlichkeit:
Kondom - Moral und Kampfmoral.
Durch die US - Finanz- und Wirtschaftskrise ein wenig in den Hintergrund gedrückt:
Streikmoral und Arbeitsmoral.
Moral als Wehrbereitschaft oder Moral als Wehrdienstverweigerungsbereitschaft rückt seit dem Krieg in Afghanistan stetig weiter vor auf Platz eins.
Für Bundesligafußballer ist jede Woche Kampfgeist und Kampfmoral gefragt, denn ohne eine gewisse Bissigkeit droht immer der Abstieg aus den Ligen.
Wie mit dem Begriff von der Kampfmoral erhöhte Leistung und Disziplin eingefordert wird, so kann man auch sehr leicht mit anderen Moralbegriffen auf allen Gebieten Leistung, Disziplin und Verhaltensveränderung einfordern.
In vielen politischen Stiftungen und so genannten Denkfabriken beschäftigen sich schlaue Denker [ die Köpfe hinter Hartz IV ] damit, wie man die Menschen in unserer Heimat am allerbesten sowie am leichtesten manipulieren könnte.
Nicht nur die gut bezahlten Denker in der Bertelsmann - Stiftung, sondern auch die Macher der Atlantik - Brücke haben schon vor Jahren erkannt, dass das wirksamste Instrument nicht die Moral als leistungsfördernde Idee ist, sondern zur Erzeugung von
Angst und Schuld
wesentlich effektiver eingesetzt werden kann.
Denn wer es versteht, mit Angst und Schuld richtig zu arbeiten und dabei den sozialen Instinkt zur Arterhaltung gezielt ausnutzt, schafft die idealen Voraussetzungen zur Manipulation.
So verwundert es nicht weiter, dass schlaue Denker sich zunächst auch schlaue Fragen gestellt haben:
Welche Art von Schuldgefühlen
machen am allerbesten sofort gefügig?
Mit welchen Veränderungen
in den sozialen Strukturen kann man sie auslösen
und dauerhaft aufrechterhalten?
Welche Dosierung wählt man?
Wie pflanzt man geschickt und unbemerkt
Angst und Schuld in die Köpfe der Menschen ein?
Man hatte zwar eine zweitausend Jahre alte Blaupause aus der katholischen Kirche, die mit hoher Kunstfertigkeit die Gestalt des Teufels und das Vorhandensein der Sünde zur Disziplinierung einsetzt und in gläubigen Seelen eine permanente Schuldangst erzeugt, doch zur politischen Manipulation war diese Blaupause nicht mehr geeignet.
Die immer noch schwelende Diskussion um Trieb, Missbrauch und sonstigen Verfehlungen [ körperliche Züchtigung ] zeigt dabei in aller Deutlichkeit, wie unbrauchbar diese Angst- und Schulderzeugung geworden ist. Verbot von Lust, Schläge und freiwillige Unterdrückung von Trieben [ Zölibat ] hat als Moralgeißel eigentlich ausgedient.
Also musste eine andere Form von höchstpersönlichen Defekten deklariert werden, die lebenslängliche Selbstzweifel und Schuldängste auslösen und aufrechterhalten.
Auch sollte die Mobilisierung von tiefen Selbstvorwürfen die frühkindlichen Sehnsüchte nach Geständnis, Sühne, Verzeihung und Sicherheit die absolute aufzubauende Autorität der Politiker stützen.
Denn latent wachsende
Schuldängste
knüpfen wesentlich stabilere psychische Loyalitätsbindungen als zum Beispiel so genannte Schuldenängste.
Da die politische Führungselite in unserer Heimat nach der Wende den strukturell fundierten Ehrfurchtsbonus leichtfertig verspielte [ Kohl - Syndrom ], wurden althergebrachte Herrschaftsmittel nahezu wirkungslos. Man musste nur die Menschen von dem Gedanken befreien, dass alle Bürger vor dem Gesetz und für den Staat gleich sind.
Frank Walter Steinmeier und seine schlauen Denker aus Stiftungen und Denkfabriken haben also mit der
Agenda 2010, Riesterdebakel und Hartz IV
ganze Arbeit geleistet.
Die jetzt schon hohe psychologische Autorität dieser „teuflischen“ Machwerke verdankt die so genannte neue Macht im Staate hauptsächlich der furchterregenden
systematischen
Vernichtung der Menschenwürde,
die bei den Betroffenen die massivsten Angstreaktionen auslösen.
Hartz IV - Opfer berichten immer häufiger über
Appetitlosigkeit, Blutdruckerhöhung,
Pulsrasen, Mundtrockenheit, Angstschwitzen,
Schlafstörungen und Schwindelgefühle.
Diese vorsätzlichen Beeinträchtigungen der Gesundheit der Menschen in unserer Heimat wurden von der SPD und von Bündnis 90 / Die Grünen vermutlich wissend in Kauf genommen. CDU / CSU und FDP setzen als Bewahrer das Teufelswerk weiter fort.
Denn bedingt durch die ausgelösten panikartigen volksschädlichen Verwirrungen der Menschen konnte man die
Vernichtung von Sozialleistungen
butterweich und gefahrlos umsetzen. Kollektive gesellschaftliche Funktionen und Strukturen wurden gezielt eliminiert und politische Macht parallel dazu gestärkt.
Gerade durch die Originalität und Verharmlosung der Begriffsverdrehungen wie zum Beispiel
Transferleistungen statt Versicherungsleistungen
für Leistungen aus der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung, wurde ein Klima der Einschüchterung erzeugt, das die direkt Betroffenen wie Aussätzige brandmarkt.
Die vom Ex - SPDler Wolfgang Clement mit amateurhaften und grobschlächtigen
Methoden ins Volk getriebene prekäre Leiharbeit muss von der sozialen Logik her schon bald zum gesellschaftspolitischen Bumerang werden.
Noch funktioniert die Aufspaltung in zweierlei Gesellschaftsgruppen, in Arme und Reiche, doch durch den ins Volk getriebenen schichtspezifischen Normenkodex verliert das Modell
Agenda 2010
die Steuerungsfähigkeit durch weiterführende autoritäre Eingriffe.
Die von SPD und Bündnis 90 / Die Grünen gewollte moralische Krise wandelt sich immer schneller zu einer kollektiven Gesellschaftsneurose.
Die auch von SCHWARZ / GELB fortgesetzten Gefühlsfolterungen im Rahmen der
Vernichtung der Menschenwürde
erzeugen bei den abhängig Beschäftigten sowie bei aktuellen Rentenbeziehern ein undefinierbares Klima der Ablehnung.
Womöglich aus purer Überkompensation möchte auch eine zu erwartende neue Regierungs - Konstellation in NRW ein ausreichendes Maß an Autorität sichern und hält natürlich an der
Agenda 2010
weiter sklavisch fest.
Doch das Geschäft mit der Macht
verträgt sich nicht mit der psychischen Zerbrechlichkeit der Menschen in unserer Heimat.
Dadurch nehmen in der Politik die uralten Verhaltensweisen der Lüge und der Selbstbestätigung durch ständigen Selbstbetrug die Gestalt einer Ideologie an, die sich nur noch auf allgemeingültige moralische Prinzipien abstützen kann.
Die volksschädliche
Agenda 2010
hat den abhängig beschäftigten Arbeitern und Angestellten innerhalb weniger Jahre vor Augen geführt, dass der reine Politiker in der Regel kein warmherziger Menschenfreund, sondern viel eher ein Menschenverächter sein muss.
In den heutigen Demokratien sollten es deshalb nur noch wenige wagen sich zu ihrer vermeintlichen göttlichen Berufung öffentlich zu bekennen [ wie zum Beispiel George Walker Bush ].
Aus der Geschichte sollte man, ja kann man, wenn man möchte, lernen
Zitat Auszüge von Eteokles aus den Phönizierinnen des Europides:
Doch, wenn´s denn Rechtsbruch sein muss,
um zu herrschen, ist´s ehrenvoll, ist´s schön, das Recht zu brechen.
Zitat Ende.
Seit Menschengedenken tauchen immer wieder vereinzelt moralisch geprägte und verlogene weltanschauliche Strömungen mit utopischen Gesellschaftsmodellen auf, die zum schnellen Scheitern verurteilt sind.
Die
Agenda 2010
gehört eindeutig dazu.
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