Versagen die Eliten Teil 58

Versagen die Eliten?
Teil 58


Wohlstandskonflikte
Wirtschaftsaufschwung ohne Ende?

07. Juni 2011

 

Einige deutsche Volkswirte verringern ihre Skepsis hinsichtlich eines sich mit hohem Tempo fortsetzenden Wirtschaftsaufschwungs ab. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft schraubte seine Wachstumserwartungen hoch, sodass auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag [ DIHK ] nachzog. Mit dem Ende Mai 2011 vorgestellten Konjunkturbericht erhöhte der Verband seine Prognose für das Bruttoinlandsprodukt [ BIP ] für dieses Jahr von 3,0% auf 3,5%.
Trotzdem ist bei dem überwiegenden Teil unserer Bevölkerung der leicht versprühte Optimismus der Wirtschaftsexperten bislang noch nicht angekommen, denn nach der Ansicht der Gesellschaft für Konsumforschung [ GfK ] ging die Kauflaune der Menschen in unserer Heimat im Mai 2011 weiter deutlich zurück.
Schlagzeilen der Printmedien wie zum Beispiel:

„Die Wirtschaft läuft auch in diesem Jahr auf vollen Touren”
oder
„In nahezu allen Branchen
stehen die Zeichen auf Personalaufbau”,

werden einfach nicht mehr geglaubt. Hartz – IV, Griechenland – Krise und Energiepreise belasten nicht nur die Gedanken sondern vor allem den Geldbeutel der Menschen. Alle seriösen Experten rechnen für Juni 2011 mit einem weiteren Rückgang des Konsumklimaindex von 5,7 Punkten. Sinkende Arbeitslosenzahlen bei gleichzeitig ansteigenden Zahlen der Hartz – IV – Empfänger ließen die Angst vor einem Jobverlust weiter steigen sowie die Glaubwürdigkeit der Politik in den Keller sausen.

Was ist los in unserem Land?
Wer erzählt die dicksten Lügenmärchen?

Seit dem Beginn der US – Finanz- und Wirtschaftskrise und dem spektakulären Zusammenbruch der US – Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008 hat das US – Finanz – Chaos gigantische Dimensionen angenommen. Fast alles deutet nach nunmehr drei Jahren darauf hin, dass sich die soziale Zerklüftung unserer Gesellschaft noch erheblich verschärfen dürfte. Denn trotz der Aufschwungeuphorie in der deutschen Wirtschaft werden die zeitversetzten fatalen Folgen der anhaltenden US – Finanz- und Wirtschaftskrise eine auf Rekordniveau steigende Arbeitslosigkeit sowie die zunehmende Verelendung von Millionen Menschen in unserer Heimat sein. Hinzu kommt die stetig steil ansteigende Verschuldung aller Gebietskörperschaften.
Im Klartext:

Die öffentliche Armut wird gigantisch ansteigen.

Parallel dazu wird sich der Reichtum noch stärker bei wenigen Investmentbanken, Finanzinvestoren, Kapitalmagnaten oder Großgrundbesitzern ansammeln. Protestwellen, wie sie in Spanien das Land überschwemmten, werden auch in unserer Heimat den Wohlstandskonflikt deutlicher in den Fokus des Bewusstseins schieben. Dies ist umso verständlicher, wenn man die Abstiegsängste der Mittelklasse richtig erfasst haben wird. Was unfähige oder gierige Banker, Börsianer und Politiker der gesamten Bevölkerung eingebrockt haben, wollen immer weniger Menschen in unserer Heimat auslöffeln. Für Fehlleistungen von Banken will niemand mehr seinen Kopf hinhalten müssen. Die Agenda 2010 trat die größte Kürzung von Sozialleistungen los, sodass jede weitere Verschlechterung die brisante Stimmung in der deutschen Bevölkerung zur Explosion bringen kann. Aufgrund der deutlich erkennbaren härter werdenden Verteilungskämpfe um die sinkenden Finanzmittel unseres Staates dürfte sich das gesamte soziale Klima bei uns auf lange Zeit verschlechtern.

Gibt es einen Wirtschaftsaufschwung ohne Ende?

Im Grunde genommen ist der aktuelle deutsche Wirtschaftsaufschwung eine direkte Folge der US – Finanz- und Wirtschaftskrise, denn durch die wundersame US – Dollar – Vermehrung werden die angesammelten US – Dollar – Bestände in anderen Länder rapide immer weniger Wert und suchen den Weg in eine bessere Wertigkeit. Dies ist einer der Hauptgründe, warum man quasi im Hamsterkaufverfahren Waren

MADE IN GERMANY

weltweit hortet. Doch dieser Boom findet ein unrühmliches Ende, denn China wird bald die Inflation in die ganze Welt exportieren mit einem nicht zu bremsenden Dominoeffekt. Die ersten chinesischen Dominosteine sind schon gefallen. Chinas Hinwendung zum Aufbau einer neoliberalen Volkswirtschaft wird auch mehr Binnennachfrage erzeugen. Das Rohstoffangebot bleibt gleichzeitig begrenzt, also steigen die Preise weltweit. Das geschieht zurzeit in schleichender Form. Dadurch
exportiert China die Inflation. Die Dynamik entwickelt sich so unausweichlich wie die Anziehungskraft der Inflationsspirale. Die anhaltende chinesische Nachfrage nach Stahl und Erdöl wird die Preise auf den Weltmärkten weiter steil nach oben treiben. Dieses Szenario wirkt sich bereits auch auf Rohstoffe wie Baumwolle oder auf die Nahrungsmittel aus.
Die daraus folgernden Preissteigerungen finden weltweit statt, sodass sie in den USA schon Ende dieses Jahres voll auf die Preisentwicklung durchschlagen. Die langfristige wirtschaftliche Neuausrichtung Chinas wird zu einem permanenten Anstieg der weltweiten Nachfrage führen. Da das Angebot sich langsam aufwärts bewegt, wird es eine Zeit lang dauern, bis es angepasst ist, was die Fähigkeit des Rests der Welt einschränkt, auf diese Veränderungen zu reagieren.
Diese Entwicklung ist in der Entstehung und wird bereits ab 2012 zu einer erkennbaren Nachfrageverschiebung führen. Für die Westeuropäer bedeutet dieses Szenario

Arbeitslosigkeit und das Abrutschen in die Flächenarmut.

Alle seriösen Wirtschaftswissenschaftler rechnen damit, dass die Preisinflation in den USA der chinesischen mit einer zeitlichen Verzögerung von nur sechs Monaten folgen wird. Auch das Atomdesaster in Japan wird die gesamte Situation erheblich verschärfen. Trotzdem bleibt das Übergewicht Chinas in der Region Asiens aber unangefochten erhalten. Einziger Gewinner der wirtschaftlichen Verschiebungen ist der malaysische Staat, der als Erdölexporteur von der exponentiell ansteigenden Nachfrage nach diesem Rohstoff kurzfristige Vorteile verbuchen kann.
Politiker aus allen Parteien geben für die Fehlleistungen der Banken Milliarden aus und für die normalen Menschen in unserer Heimat ist kein Cent übrig. So wird es nicht weiterlaufen, denn besonders in Krisenzeiten müssen sich unsere sozialen Sicherungssysteme bewähren. Seit der Einführung der Agenda 2010 können sie die erwartete Leistung nicht mehr erbringen. Das verschärft die anschwellenden

Wohlstandskonflikte.

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