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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

 

„Die Nachwehen der US - Kriege“

- Teil 3 -

 

von

Udo Johann Piasetzky

Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.

und

Rechtsanwalt Andreas Kallen

Vorsitzender der Rechtskommission des DRSB e.V.

und

Steuerberater Hans - Josef Leiting

Vorsitzender der Rentenkommission des DRSB e.V.

 


Meerbusch, den 15. August  2007

 

Durch die ersten beiden Teile der DRSB - Artikelserie

 

„Die Nachwehen der US - Kriege“

 

sind die USA inzwischen selbst für viele alte, ganz treue Freunde in Deutschland und Europa nicht mehr wieder zu erkennen.

 

Mit der DRSB - Artikelserie wurden den deutschen Bürgern wieder ein paar harte Lektionen des

„Kalten Krieges“

 

in Erinnerung gerufen, die darüber hinaus verdeutlichten, dass die langfristigen deutschen Interessen mit missbräuchlichen Kampagnen untergraben wurden und werden.

 

Darunter leiden die aktuellen und zukünftigen Rentenbezieher bereits heute.

 

Die hohe Anzahl der Fragen von aufmerksamen DRSB - Lesern lassen aufhorchen und geben Mut für die Zukunft unseres Vaterlandes:

 

Haben wir mit der falschen Seite gemeinsame Sache gemacht?

Wo ist hier also Demokratie?

Wo ist noch echte Freiheit?

Wo bleiben die Menschenrechte?

Wo ist Gerechtigkeit?

Was ist die MfS HA II und was wussten die Schlapphüte wirklich?

 

Wenn einige bösartige Amerikaner dieselben Praktiken anwenden, die sie mit Inbrunst bei anderen geißeln, müssen die USA dann nicht in demselben Licht betrachtet werden wie die Folterknechte repressiver Regime?

 

Wenn wir diese Vergangenheit einmal beiseite schieben, so sollte es doch auch einfache Wege und Brücken geben, die das Vertrauen wieder wachsen lassen und die Verbindungen zu den USA als Bündnispartner auf die Basis einer gemeinsamen Wertevorstellung anheben könnten.

 

Erfahrungsgemäß machen sich viele US - Regierungen offenbar jedoch wenig aus echten uneigennützigen Hilfsangeboten.

 

 

 

 

Beschäftigen wir uns aber zunächst mit den Fragen der DRSB - Leser.

 

Die am allerhäufigsten gestellten Fragen bezogen sich auf die Hauptabteilung II des MfS, verbunden mit der Bitte hierüber einmal im beliebten DRSB - Stil zu berichten.

 

Diesem Wunsch kommen wir selbstverständlich gerne nach, bitten aber alle

DRSB - Leser zu berücksichtigen, dass in Schattenreichen der Geheimdienste Recherchen äußerst schwierig sind  und der Wahrheitsgehalt der Informationen darunter leiden kann.

 

Die HA II war dem Ex - DDR Minister Erich Mielke direkt unterstellt und berichtete an ihn.

 

Die Hauptabteilung II im Kurzüberblick.

 

Ehemaliger Dienstsitz:

Berlin - Lichtenberg - Normannenstraße / Gotlindestraße.

 

Personalausstattung:

Maximal 1500 hauptamtliche Mitarbeiter.

 

Verantwortlicher Führungsoffizier:

Generalleutnant Dr. Günter Kratsch.

 

Stellvertretende Führungsoffiziere:

Generalmajor Wolfgang Lohse,

Oberst Kurt Schenk,

Oberst Dieter Oertel

sowie

Oberstleutnant Dr. Horst Hillenhagen.

 

AKG

Auswertungs- und Kontrollgruppe

Hauptaufgaben:

Allgemeine Lageeinschätzung,

Entscheidungsvorbereitung,

Durchführung von Dienstbesprechungen und Dienstkonferenzen.

 

Arbeitsgruppe Koordinierung

Hauptaufgaben:

Permanente Abstimmung

mit allen Sicherungseinheiten des MfS zur komplexen und effektiven Spionageabwehr.

 

Referat 1

Hauptaufgaben:

Sicherstellung der IM - Struktur und der operativen Vorgänge - OV -.

Referat 2

Hauptaufgaben:

Aufspüren und identifizieren von

Aktivitäten, Agenturen, Vereinen und Zielpersonen gegnerischer Geheimdienste.

Überwachung und Koordinierung der OV - Bearbeitung.

Kontrolle der Verbindungssysteme gegnerischer Geheimdienste.

 

Abteilung 1

Hauptaufgaben:

Sicherstellung der inneren Sicherheit des gesamten MfS.

Absicherung des Sondergebietes Karlshorst - KGB Standort -.

Betreuung der Sektion Kriminalistik der Humboldt Universität.

 

Abteilung 2

Hauptaufgaben:

Spionageabwehr in Zusammenarbeit mit den operativen Referaten 1 bis 4.

 

Abteilung 3

Hauptaufgaben:

Spionageabwehr amerikanischer Aktivitäten und Unterwanderungsversuche.

 

Abteilung 4

Hauptaufgaben:

Militärische Spionageabwehr in Zusammenarbeit mit den operativen Referaten 1 bis 4.

 

Abteilung 5

Hauptaufgaben:

Selektion und Aufspürung

von nachrichtendienstlich postalischen Kommunikations- und Verbindungsmitteln.

 

 Abteilung 6

Hauptaufgaben:

Abwehr und Bekämpfung von Spionageangriffen

auf politische, ökonomische und wissenschaftliche Einrichtungen der DDR.

 

Abteilung M

Hauptaufgaben:

Kontrolle und Auswertung aller Postsendungen.

Aufspüren von geheimdienstlichen und subversiven Verbindungen.

Verhinderung und Vernichtung von Materialien mit staatsfeindlichem Inhalt.

Führung und Selektion von Schriftspeichern mit speziellen Adresskarteien.

 

Dieser Kurzüberblick der Hauptabteilung II macht deutlich mit welcher hohen Qualitätsstufe in diesem Geheimdienstapparat gearbeitet wurde.

 

Mit dem MfS - Aufklärungssystem wurden alle relevanten Aktivitäten beim „Klassenfeind“ in der BRD identifiziert und analysiert.

 

So ist es nicht verwunderlich, dass das Referat 2 mit der Abteilung 3 der HA II sehr schnell auf die Unterwanderungsaktivitäten der Amerikaner in Westdeutschland stießen.

 

Akribisch wurden alle zugänglichen Quellen ausgewertet und auf mögliche eigene Nutzung überprüft.

 

Bereits Mitte der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts erkannten die so genannten DDR - Späher, dass amerikanische Unternehmensberatungen ein interaktives Netz aufbauten, mit dem man wirtschaftliche Prozesse exzellent fernsteuern konnte.

 

Bei genauer Durchleuchtung fanden die DDR - Späher vermeintliche Lücken in diesem Netzwerk, die sie dann auch für eigene Zwecke zur Spionage nutzbar machten.

 

Nach Analyse der HA II kam es in westdeutschen Firmen, die zum Beispiel von der amerikanischen Beratungsgesellschaft

 

McKinsey

 

betreut wurden, vermehrt zu so genannten „Mobbingfällen“, die dazu führen konnten, dass die „Gemobbten“ leicht ansprechbar für eine Kooperation mit der DDR waren.

 

Das McKinsey oftmals so genannte „Duftmarken“ - also Ex - Berater - in den beglückten Unternehmen hinterließ, machte die Arbeit der DDR - Späher um ein vielfaches einfacher.

 

Die 1952 gegründete deutsch - amerikanische Einrichtung

 

Atlantik - Brücke e.V.

 

war nahezu ein „Spionage - Eldorado“ für die fleißigen Außendienstmitarbeiter des MfS.

 

Hätten die USA diesen Verein

nicht ins Leben gerufen, hätte man ihn womöglich beim

MfS oder KGB erfinden müssen.

 

Die Atlantik - Brücke war vom Start weg ein Sammelbecken für die gesamte politische, wirtschaftliche, und publizistische Führungselite der Bundesrepublik Deutschland.  

 

Nach Ansicht der HA II diente dieser Verein den USA als  

 

Steuerungsinstrument in Deutschland,

 

weil er direkt an den amerikanischen Außenpolitik- und Geheimdienstapparat angebunden war und über die beiden Einflussgruppen Council on Foreign Relations und American Council on Germany geführt werden konnte.

 

Wer also Zugang zur Atlantik - Brücke hatte, konnte auf das Herzstück der Cowboys zugreifen.

 

Quasi wie in einem Wunschkonzert war es dem MfS leicht möglich die bevorzugten Lieder zu bestellen.

 

Studentenaustausch und Managerrotation in die USA sind nur zwei

 

„Einkaufsmöglichkeiten“,

 

der Atlantik - Brücke, die die DDR - Spezialisten nach besten Kräften zu nutzen wussten.

 

Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass die Spezialagenten der CIA schon Anfang 1990 den

 

„Rosewood - Report“

 

des MfS, am Bundesnachrichtendienst vorbei, vorsorglich in die USA verbrachten.

 

Erst Aufgrund der nicht nachlassenden Proteste vieler ostdeutscher Bürger übergaben die USA in den Jahren 1999 / 2000 Fragmente der so genannten

 

„Rosenholz - Akten“

 

an die deutsche Regierung.

 

Die vollständige Veröffentlichung der MfS - Aufzeichnungen würde vermutlich noch heute jene Verwerfungen in Deutschland hervorrufen, die die amerikanischen Freunde durch ihre frühe Durchsicht „vorsorglich“ verhindern wollten.

 

Höchstwahrscheinlich würde mit einer Veröffentlichung das gesamte

 

„US - Netzwerk“ in Deutschland und Europa

 

enttarnt und somit sofort lahm gelegt werden.

 

Möglicherweise könnte man auch in Deutschland leicht nachvollziehen, warum bestimmte Ereignisse gänzlich anders verlaufen sind, als sie erwartet wurden oder von der Logik her sinnvoll erschienen.

 

Somit bleibt nur eine Frage von sehr vielen DRSB - Lesern offen:

 

Wann wird der gesamte

 „Rosewood - Report“

veröffentlicht?

 

 

             

 

DRSB

 

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