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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Andreas Kallen Hans - Josef Leiting

Düsseldorf, den 23. Juli 2008

 

 

Die Nachwehen der US - Kriege
- Teil 33 -

 Der amerikanische Patient

 

US - Kriege konnten in der Vergangenheit oftmals die Grundlage für einen Wirtschaftsboom legen.

 

Zum Beispiel als die Japaner 1941 Pearl Harbor attackierten, litt die damals schon kränkelnde US - Wirtschaft noch unter den Nachwehen der so genannten

 

Großen Depression“.

 

Nach dem angeblichen Überraschungsangriff auf Pearl Harbor stellten die US - Fabriken rigoros auf Kriegsproduktion um.

 

Bedingt dadurch sanken innerhalb von nur sechs Monaten die Arbeitslosenzahlen gegen Null und die lahme US - Wirtschaftstätigkeit explodierte. Genauso war es im Jahr 1964, als das US - Engagement in Vietnam erheblich ausgeweitet wurde.

 

Die Verteidigungsausgaben beschleunigten damals eine beginnende leichte Expansion der US - Wirtschaft. Der Vietnam - Boom dauerte allerdings nur bis 1969 an, um danach die US - Wirtschaft erneut auf die Bretter zu schicken. Wie durch einen unheilbaren

 

Jojo - Effekt

 

lag die US - Wirtschaft erneut, völlig geschwächt am Boden. Die Mächtigen in Washington gaben damals die „neue“ Devise aus, dass eine anhaltende

 

Stimulierung des amerikanischen Patienten

 

durch die Kriegswirtschaft nicht mehr möglich erschien und suchten nach anderen

 

Wirtschaft - Medikamenten.

 

Eine sofortige Rückkehr zum starken Staat sollte die Krise beheben. Selbst seriöse amerikanische Experten bezweifelten den Erfolg der politischen Konjunkturhilfen. Denn schon die folgende „kleine“ Energiekrise vernichtete nachhaltig alle Hoffnungen der Politiker, so dass der „kalte Krieg“ noch mehr angefacht wurde.

 

Rüstungsprogramme auf Rüstungsprogramme riefen vermehrt den Staat auf den Plan. Ob nun die Flugzeugindustrie, Speditionen, Telekommunikation oder Automobilindustrie und sogar die Energiewirtschaft, alle partizipierten von den ständig kriegslüsternden  

US - Politikern.

 

Die Nato - Partner wurden gezwungen amerikanische Militärgüter zu erwerben, damit ihr Wille zur Verteidigung für US - Politiker erkennbar war. Wer sich die überteuerten Militärgüter nicht leisten konnte oder wollte, wurde gnadenlos niedergemacht und in Extremfällen als Abweichler diffamiert.  

 

Das volle Ausmaß der katastrophalen Veränderungen des

 

Jojo - Effektes

 

der US - Wirtschaft kann man erst heute, rückblickend, deutlich erkennen. Heilsame Lehren zogen die US - Wirtschaftswissenschaftler bekanntlich daraus nicht. Getreu dem Motto:

bigger is better

- größer ist besser -

 

starteten die US - Gigantomanen ein „Cash - Burning“ ( Geldverbrennen ) nach dem anderen.

Die noch heutzutage von vielen US - Beratungsunternehmen so sehr geliebte

 

Just - in - time - Produktion

 

etwa, bei der die Unternehmen auf viele Zulieferer angewiesen sind, vernichtete Arbeitsplätze im Geschwindschritt und verlagerte gesamte Produktionszweige in Billiglohnländer. Wirtschaftsoptimisten hofften auf einen Adrenalinstoß für die

US - Wirtschaft.

 

Den amerikanischen Produktionsunternehmen war damit der Weg versperrt, viele Aufgaben wieder selber zu übernehmen, um dadurch ihre Abhängigkeit zu verringern.

 

Ein sinnvoller und notwendiger Wiederaufbau einer hilfreichen Infrastruktur, die viele tausend Arbeitsplätze hätte schaffen können, wurde zusätzlich von wild gewordenen

 

Börsen -  Junkies

 

blockiert, indem sie ausschließlich und einseitig den

 

share - holder - value

 

zur Glaubensrichtung ausriefen. In den meisten US - Bundesländern verschwanden auf „Nimmerwiedersehen“ Produktionsarbeitsplätze, die durch wackelige sekundäre und schlechter bezahlte Dienstleistungsstellen ersetzt wurden. Geschaffene Werte wurden gezielt aufgelöst und dem Konsumterror geopfert.

 

Das Anheizen des Konsumrausches stand im Mittelpunkt der Wirtschaftsüberlegungen und erhöhte in fataler Weise die Verschuldung der US - Bürger.

 

Eine zukunftsfeste Altersversorgung musste in diesem kranken Wirtschaftsmodell zwangsweise auf der Strecke bleiben.

 

Das Allheilmittel des „schnellen Geldes“ war in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts das einzige

 

Wirtschaft - Medikament,

das als „Schmiermittel“ die US - Wirtschaft am Leben erhielt.

 

Nun sind die neunziger Jahre schon lange vorbei und mit ihnen die sorglose, unternehmerische

Clinton - Ära,

 

als alles wie von selbst zu laufen schien. Die Mächtigen in Washington müssen kräftig gegenlenken, damit das Desaster nicht nur für GM, Ford oder Chrysler überschaubar zu gestalten ist.

The big US - Government is back.

 

Der Staat mischt sich wieder ein und muss viel Geld für Arbeitslose und schwach gewordene Firmen bereitstellen.

 

Das Handeln der Mächtigen in Washington ist zwar ineffizient und unverantwortlich, wird aber womöglich

flächendeckender Verarmung

 

der US - Bürger entgegen wirken können.

 

Die USA können sich den „Luxus“ eines Krieges nicht mehr leisten, obwohl sie durch den anhaltenden Verfall des US - Dollars eigentlich dazu gezwungen sind, noch mehr

 

Währungskriege

 

außer dem Irakkrieg zu führen. Es bleibt abzuwarten, wie stark ein möglicher Präsident Obama die US - Wirtschaft beeinflussen kann und Wachstums - Impulse zu einer echten Wiederbelebung setzen kann.

 

Die US - Demokraten hoffen darauf, werden aber wahrscheinlich nur eine kurzfristige

 

Kompromiss - Stimulierung

 

 

durch weitere Kriegsdrohungen in Richtung des Irans erleben.

 

Die Angst der US - Bürger fürchten die Politprofis in Washington am meisten. Dass die US - Bevölkerung mit dem Schlimmsten rechnet, zeigen die Umsatzeinbrüche in fast allen Branchen.

 

Das US - Wirtschaftsleben funktioniert nicht mehr reibungslos. Doch für die US - Bürger ist diese Situation absolut neu. Erschwerend kommt hinzu, dass der Krieg gegen Terroristen kein absehbares Ende hat.

 

Ganz im Gegenteil:

Die US - Regierung betont,

dass es keine schnellen Resultate geben wird.

Das verunsichert Verbraucher, Anleger und Unternehmer zusätzlich.

 

Wann dieser latente Zustand der nationalen Unsicherheit endet, hängt im Wesentlichen  von der weiteren Entwicklung des Irak - Krieges ab.

 

Was also die USA im selbst ausgerufenen Kampf gegen den Terrorismus noch zu tun haben werden, kann höchstwahrscheinlich einen größeren direkten Einfluss auf die

US - Wirtschaft haben als jede andere wirtschaftspolitische Maßnahme.

 

Die US - Wirtschaft erlahmt von Tag zu Tag mehr und die Aktienmärkte liegen trotz der verzweifelten Bemühungen der „hoffnungsfrohen“

 

Börsen -  Junkies

 

am Boden. Die massiven Hilfsprogramme der FED und der US - Regierung konnten den Konjunkturmotor nicht wieder anwerfen.

 

Es scheint ganz so, als ob der

amerikanische Patient

bereits im Wirtschaftskoma liegt.

 

Ein nachhaltiger Aufschwung ist damit - Experten zufolge - noch nicht zu erwarten.

 

Vertrauensbildende und entschlossene Maßnahmen für ein nutzmehrendes sinnvolles

US - Konjunkturprogramm, das losgelöst von den verquirlten Stimmungen am Aktienmarkt langfristige Arbeitplätze und Werte aufbaut, ist nicht erkennbar.

 

Selbst die verhaltensorientierte Kapitalmarktforschung ist mit ihrem „Latein“ völlig am Ende.

 

Weder Zinssenkungen noch das krasse Gegenteil haben bislang gefruchtet oder Wirkung gezeigt.

Die US - Wirtschaftsdaten

sind nicht besser, sondern eher schlechter geworden.

 

Aus dieser Entwicklung heraus lässt sich sehr schlecht das Potenzial für das kommende Jahr ableiten.

 

Aber egal, wie die kommenden US - Wirtschaftsdaten auch immer aussehen mögen, man wird sich daran gewöhnen müssen, dass der

 

amerikanische Patient

 

nicht wieder gesunden wird.

 

 

             

 

DRSB

 

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