DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky • Andreas Kallen • Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 21. Januar 2009
„Bushs Erbe“
Ein rückblickender Vorausblick
Am Ende seiner zweiten Amtszeit streiten engagiert die Geschichtswissenschaftler darüber wann George Walker Bush tatsächlich beschloss den Irak anzugreifen.
Denn noch heute versucht der Texaner sehr gerne aber vergeblich „diplomatisch“ darzustellen, wie er plante den Irak zu befreien, damit im Orient stabile Verhältnisse und funktionierende Demokratien aufgebaut werden könnten.
Eine Vielzahl der DRSB - Leser baten das Redaktionsteam darum dieser Frage einmal nachzugehen und mögliche Weiterungen für deutsche und europäische Bürger aufzuzeigen.
Bereits im Wahlkampf 1999 / 2000 sprach der künftige US - Präsident G. W. Bush recht abfällig und verachtend über das Regime in Bagdad. Er tat das nicht etwa aus politischer oder moralischer Überzeugung, sondern wegen der einfachen Handhabung des Themas und dem direkten Zusammenhang mit der geplanten Sicherung der irakischen Erdölreserven.
Der Texaner ging mit dem stetig anwachsenden Anprangern des irakischen Regimes gezielt auf Stimmenfang, ohne sich näher in komplizierte und häufig sogar politisch gefährliche Betrachtungen zu ergehen.
Zum Beispiel die schwelende israelisch - palästinensische Konfliktsituation kümmerte den „Cowboy“ wenig. Höchstwahrscheinlich ist G. W. Bush bis heute nicht in der Lage eine realistische Einschätzung vorzunehmen.
So richtig losgetreten hat der Texaner das Kriegsthema Irak am 29. Januar 2002 in seiner Rede als US - Präsident zur Lage der Nation. Eigentlich schon recht naiv rechneten die amerikanischen Medien mit einer radikalen Wende zum Besseren.
Die Journalisten Amerikas behielten auf ihre Weise recht, die politisch radikale Wende kam jedoch in eine vollkommen andere Richtung.
Möglicherweise gingen die amerikanischen Medien davon aus, dass nach dem vermeintlich schnellen Sieg in Afghanistan, der relativ wenig amerikanische Verluste forderte, sich der neue US - Präsident schwerpunktmäßig auf brennende innenpolitische
Themen wie zum Beispiel
Arbeitsplatzsicherung, Ausbau der Industrie
und um die heiklen Fragen der
Sozialversicherung
verstärkt stürzen würde. Rückblickend weiß die Welt, dass der Texaner diese Themen erst gar nicht anfasste, sondern seine Hinwendung zu neuen Kriegsabenteuern in den persönlichen Fokus stellte.
Missionarisch erläuterte der „Cowboy“ im Weißen Haus seinem auserwählten Volk und dem Rest der Welt wie islamistischer und sonstiger Terrorismus zu funktionieren hat.
Die Achse des Bösen von Irak, Iran über Nordkorea bis hin zu den revanchistischen Russen sollten bekämpft und vernichtet werden.
Das war zunächst keine Kriegserklärung, aber eine sehr deutliche Warnung an diese Länder und Völker sich nicht mit den USA anzulegen.
Wieso wurden ausgerechnet
die vorgenannten Länder ins Visier der USA genommen?
Was sollten diese Länder ändern,
einmal davon abgesehen, dass es sich hauptsächlich um autokratische und zum Teil korrupte Regime handelte?
Das war und ist in den USA bis heute nicht wesentlich anders. Warum fehlten in der damaligen Auflistung von G. W. Bush also Somalia oder auch der Sudan, von denen selbst die amerikanischen Geheimdienste wissen, dass sie die wahren Umschlagplätze des internationalen Terrors sind?
Warum fehlen in der aktuellen Auflistung von Außenministerin Rice der Jemen, der als neuralgischer Dreh- und Angelpunkt für die Al Qaida - Netzwerke berüchtigt ist?
Warum fehlt schon immer Saudi - Arabien auf dieser US - Liste?
Bekanntlich reisten doch 15 der 19 Attentäter vom 11. September 2001 mit saudi - arabischen Pässen völlig problemlos in die USA ein. In Saudi - Arabien ist der Antisemitismus, begleitet von primitivsten antiwestlichen Theorien, am meisten verbreitet. Trotzdem gehört Riad offensichtlich noch nicht zu der Achse des Bösen, obwohl reiche Bürger dieses Landes die terroristischen Organisationen mit schier unglaublichen Summen unterstützen sollen.
Der „Cowboy“ im Weißen Haus wollte sogar der Welt weismachen, dass Nordkorea mit seinem vermoderten Marxismus enge Verbindungen zu Osama bin Laden unterhalten sollen.
Der bekennende Sunnit bin Laden unterhält nach den Erkenntnissen von seriösen und ernst zu nehmenden europäischen Geheimdiensten keinerlei ideologische, logistische oder gar wirtschaftliche Gemeinsamkeiten mit Nordkorea.
Auch mit dem überwiegend schiitisch geprägten Iran hat das mit der Unterstützung der USA gegründete Al Qaida - Netzwerk nicht das Geringste gemein. Seit dem Sturz des Schahs fahren die Mullahs in Teheran einen strammen antiamerikanischen Kurs.
Noch heute befasst sich eine Sondereinheit, zusammengesetzt aus allen amerikanischen Geheimdiensten, mit dem Thema Iran und sonstige orientalische Staaten. Ohne nennenswerte verwertbare Erkenntnisse, denn der Iran, Syrien und der Oman sind und bleiben große Unbekannte im geostrategischen Planspiel der USA.
Warum gibt es in Washington trotzdem
so unterschiedliche und Besorgnis erregende politische Beurteilungen der Lage?
Wie viele geostrategische Misserfolge verkraften die USA noch?
Ist die Eroberung der arabischen Welt durch die USA nur eine Farce?
Im äußersten Extremfall sind sich die militärischen Führer der Amerikaner hoffentlich darüber im Klaren, dass die wichtigsten Erdölreserven, Raffinerien, Industrie- und Verschiffungsanlagen der Saudis bei Dahran, in der bequemen Reichweite von iranischen Lenkwaffensystemen liegen. Eine sich abzeichnende Allianz der arabischen Kräfte ließe sich ohnehin nicht mehr mit verbalen Einschüchterungen in Schach halten. Die direkt Leidtragenden wären die amerikanischen Truppen im Irak. Demoralisiert und kampfkraftgeschwächt, nicht nur durch den Abzug der Briten, werden sie von Washington weiteren unvorhersehbaren Gefahren ausgesetzt.
Scheitern bereits daran die Orientpläne der USA?
Selbst im Falle eines Einlenkens des einen oder anderen arabischen Staates wächst unaufhaltsam der Widerstand gegen Amerika. Und in Saudi - Arabien freut sich niemand über die amerikanische „Besetzung“. Gleichwohl verfügt das Pentagon über ausreichend genug Studien für eine gesamtstrategische Planung zur Sicherstellung von Erdöl und sonstigen Bodenschätzen, die man genau genommen schon heute nicht mehr korrekt, selbst den so genannten Partnerstaaten, bezahlen kann.
Kinder und Erwachsene in Armut, ohne Ausbildung und ohne jede Hoffnung können in einer solch prekären Situation in Koranschulen spielend leicht indoktriniert werden und entwickeln so sich zur größten Gefahr für die USA. Obwohl dieses sich abzeichnende Szenario die direkte Folge der amerikanischen Exploitationen ist, begreifen die Mächtigen an den Schalthebeln in Washington nichts.
Ohne
die direkte Ein- oder Anbindung der ehemaligen Warschauer - Pakt - Staaten in die EU oder in die NATO sind alle geostrategischen Planungen der USA völlig wertlos und auf einen Schlag neutralisiert.
Nur ohne
die direkte Ein- oder Anbindung der ehemaligen Warschauer - Pakt - Staaten in die EU oder in die NATO sind mögliche Kriege auf europäischen Boden zu verhindern.
Politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit,
aber ohne
das systematische Absaugen von EU - Geldern, ist dagegen mit den Ländern der ehemaligen Warschauer - Pakt - Staaten vermutlich sinnvoll und wünschenswert. Ein solches geostrategisches Wirtschaftsmodell müsste aber erst einmal auf den Prüfstand von verantwortungsvollen Politikern in Brüssel.
Zeigen wir doch einmal den
Mächtigen in Amerika,
was das alte Europa so alles drauf hat.
Abwarten bis wir wieder als die Opfer - Lämmer von den USA zur Kasse gebeten werden, um viele wertvolle Euros in Amerika zu verbrennen oder gar wertvolles europäisches Leben für Russenhasser zu opfern, kann keine Dauerlösung zu sein.
So etwas
vernichtet nur den Wohlstand in Europa sowie die Freundschaft zu amerikanischen Bürgern und schädigt darüber hinaus alle aktuellen und zukünftigen Rentenbezieher in Deutschland.
DRSB
Wir kämpfen seit 21 Jahren mit der Stimme der Demokratie
für
einen modernen Sozialstaat,
sichere, langfristige Arbeitsplätze,
sinnvolle, gerechte und lernfähige Rentensysteme,
sichere, gerechte und leistungsfähige Sozialsysteme,
und für
korruptionsfreie Demokratie in Deutschland und der EU.