DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky • Andreas Kallen • Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 16. Februar 2009
Ist der CIA in Wirklichkeit keinen Pfifferling wert?
Alle Welt blickt gebannt auf die unheilvolle Verstrickung von Israel in der arabischen Szene.
Gaza hin oder her, das tatsächliche Gravitationszentrum der politischen Bühnen der Zukunft liegt im pazifischen Raum und wird eng verknüpft sein mit den noch verdeckten geostrategischen Überlegungen der Russen.
Angesichts dieser sich deutlich abzeichnenden Entwicklungen wird immer notwendiger, dass an die Stelle des bisher vorherrschenden Unilateralismus der USA die echte Diplomatie treten sollte.
Die Mächtigen in Washington können es sich nicht mehr erlauben, im Alleingang zu handeln und das viel weniger im Hinblick auf die internationale Gemeinschaft als auf die öffentliche Meinung in der eigenen Bevölkerung.
Militärische Konfrontationen mit Iran und Russland sind im Augenblick noch eindeutig unpopulär, können aber womöglich durch gezielte Meinungsmanipulationen schnell ins Gegenteil verkehrt werden.
Gleichzeitig wächst für die USA die Notwendigkeit einer verstärkten Suche nach Verbündeten in einem Kampf, wie die Mächtigen in Washington ihn sich vorstellen, denn von ihrem Kriegskurs sind sie nicht abgewichen. Es gilt also den politischen Druck aufrechtzuerhalten, denn man will in Washington diese Konfrontation. Begleitend dazu scheinen die Informationen schlagartig zuzunehmen die eine vom Iran und Russland ausgehende Bedrohung stetig vergrößern. Nahezu wie gerufen wird in den kommenden Wochen eine Information die andere jagen, die dann vorgebliche Bedrohungen für die Amerikaner bestätigen sollen.
Politik ist ja bekanntlich die Unterscheidung zwischen Freund und Feind. Und genau diese Unterscheidungsmerkmale scheinen für CIA - Mitarbeiter nur unter schwersten Anstrengungen sichtbar zu werden.
Nicht nur wegen ihrer kulturellen Blindheit hat sich die CIA seit ihrem Bestehen ständig falsche Bilder von der Welt machen müssen. Äußerst wenige CIA - Mitarbeiter sprechen Chinesisch, Koreanisch, Hindu, Urdu, Farsi oder gar Arabisch. Die Sprachen also, die von mehr als drei Milliarden Menschen auf der Welt gesprochen werden.
Das ist noch immer die Hälfte der Weltbevölkerung.
Das einige handverlesene CIA - Mitarbeiter Französisch, Holländisch, Polnisch, Russisch und sogar Deutsch sprechen, reicht aber lange noch nicht aus, um sich ein umfassendes Bild von den einzelnen Staaten zu machen.
Es grenzt schon an komödienhafte Auftritte, wenn in politischen Gesprächsrunden in Deutschland, schlecht Deutsch sprechende amerikanische Journalisten sich anmaßen, über Entwicklungen in unserem Staat von Grund auf informiert sein zu wollen.
Die CIA ist doch seit Jahrzehnten nicht in der Lage asiatischstämmige Amerikaner oder Afroamerikaner mit arabischen Wurzeln als Führungsoffiziere für Spionagenetze zum Beispiel nach Nordkorea oder in den Iran zu senden. Einmal abgesehen davon, dass amerikanische Staatsbürger auf ihr
„american way of life“
nicht gerne verzichten und auch im Ausland sofort nach diesen Möglichkeiten suchen.
Auf Lehmboden in iranischen Landstrichen oder in Hängematten in Nordkorea möchten die Außendienstmitarbeiter der geheimen Agentur in Langley offensichtlich nur äußerst ungern übernachten.
Ein abgedroschener Witz von russischen Sicherheitskräften besagt dann auch:
„Willst du amerikanische Spione fangen, warte vor McDonalds“.
Die beschriebenen Defizite sind den jeweiligen Direktoren der CIA - mal mehr und mal weniger - bekannt gewesen. Anfang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts durchkämmte man fast alle Städte, Vororte und Landstriche in Amerika mit dem Ziel, möglichst viele geeignete Kinder von Einwanderern zufinden, die noch in asiatischen oder arabischen Familien der ersten Generation aufgewachsen sind. Zur Unterstützung dieser Heldensuche erschienen großangelegte Anzeigenserien in den Zeitungen.
Der Anwerbungserfolg war nicht nur mäßig, sondern lachhaft.
Die CIA konnte nicht die US - Bürger begeistern und anwerben, die man in den nächsten Jahren brauchen wird. Denn bis ein Führungsoffizier voll einsatzfähig ist, vergehen, je nach Art und Inhalt der Aufgaben, bis zu neun Jahre. Wollte man also ein verlässliches, funktionierendes Spionagenetz, zum Beispiel im Iran oder in Russland, aufbauen, hätte man damit spätestens 1990 anfangen müssen.
Denn es wird auch den Amerikanern immer klarer vor Augen geführt, dass das Überleben ihres Auslandsgeheimdienstes in der Zukunft davon abhängt, dass es den Mitarbeitern vor Ort gelingt, ein zutreffendes, objektives Bild von dem Land zu liefern, indem sie tätig sein sollten.
Sich als Elite von Amerika fühlen und den intellektuellen Hintern, Tag für Tag, in einem Büro in Langley warm halten, hat noch zu keiner Zeit ausgereicht oder gar verlässliche Lageberichte liefern können.
Dieses geistige
„Rollerbladertum“
ist ohnehin der gravierernste Schwachpunkt der amerikanischen Schlapphutabteilung.
Personen mit individueller Ausprägung, Rückgrat und Talenten, die ungern mit Schlips und Kragen und geleckten Schuhen herumlaufen, trifft man auf den Fluren in Langley ohnehin nur sehr selten an.
Gefragt ist in erster Linie der Uniabsolvent mit bestem Abschluss, der allerhöchste Team- und Netzwerkfähig mitbringt.
Und genau so etwas findet man in Langley mehr als achtzehntausendmal.
Der Volksmund in Deutschland sagt dazu:
Ärmelzupfer, Jackenzieher, Stiefellecker oder Arschkriecher.
Dass sich solche Typen nicht in anderen Kulturen auskennen und auch nicht bereit sind, in den manchmal trostlosen Ländern auf dieser Welt, ihren Dienst zu versehen, versteht sich da von selbst.
Wo menschliche Werte, wo Erfahrung, das Gesehene und das Gehörte zählen, baut die CIA noch immer schwerpunktmäßig auf Satellitenüberwachung.
Wie man diese Art von Spionage hinter das Licht führt, haben die Serben im Kosovo der Welt beeindruckend vorgeführt.
Und wie man Täuschungstelefonate mit unsinnigen Inhalten führt wird in Jordanien, Kuweit, Oman, Iran und Syrien täglich trainiert. Mit diesen recht einfachen Methoden kann man geschickt einen ganzen Geheimdienstapparat lahm legen und blind machen.
US - Bürger, die aber erfolgreich Spionage im Ausland betreiben möchten, müssen deshalb wissen, wo wirklich was passiert, wie man geschickt manipuliert, wie man überzeugend täuscht und das Mittel der Lüge gezielt einsetzt.
Und da liegt ein weiterer gravierender Schwachpunkt der amerikanischen Schlapphüte. Seit Ende 1990 hat die CIA mindestens mehr als fünftausend ihrer allerbesten Außen- und Innendienstmitarbeiter verloren. Jährlich verlassen die Agentur in Langley zwischen 5% bis 8% Gebiets - Analysten, Wissenschaftler und IT / EDV - Spezialisten.
Dies geschieht aufgrund von der Erreichung des Pensionsalters, aber auch immer häufiger durch gezielte Abwerbungskampagnen der Industrie und Wirtschaft. Einen Aderlass in dieser Größenordnung ist schwerlich auszugleichen, wenn man bedenkt, dass der Typ des geistigen
Rollerbladers
vorrangig eingestellt wird, weil er selbstverständlich jeden englischen Sprachtest locker besteht.
Um es mit den Worten von Barack Obama zu sagen:
„Yes they can“.
Welche selbst ernannten
“Eliten”
dann von Langley in die Industrie oder Wirtschaft wechseln, müsste jeder DRSB - Leser schon jetzt beurteilen können.
Die miserablen Resultate der Finanz- und Wirtschaftskrisen in den USA legen tagtäglich beredtes Zeugnis davon ab.
Ein erfolgreicher Boss der geheimen Agentur in Langley müsste also dafür ständig Sorge tragen, dass qualifiziertes Personal ausreichend zur Verfügung steht und in einer trügerischen, manipulativen und unsicheren Umgebung zielgerichtet agieren und zugleich moralisch Integer bleiben kann. Bedauerlicherweise scheint es so, als ob so etwas den Direktoren des CIA noch nie gelingen konnte.
Im Januar 2001, kurz nachdem George Walker Bush das Weiße Haus enterte, sagte der stellvertretende CIA - Verwaltungsdirektor,
James Monnier Simon jr.
Zitat :
„Der amerikanische Nachrichtendienst steckt in Schwierigkeiten.
Als zentrales Organ hat die CIA an Bedeutung verloren.
Die CIA ist nicht mehr in der Lage, Informationen zu sammeln und auszuwerten, die zum Schutz der Nation gebraucht werden“.
Zitat Ende.
Die Fehleinschätzungen und Fehlbeurteilungen im Irak und anderen arabischen Gebieten untermauern die Aussagen von Simon jr.
Wie aber will ein amerikanischer Geheimdienst Bündnispartner aufklären und schützen, der selbst nicht in der Lage ist auch nur sein eigenes Land vor Schaden zu bewahren?
Die CIA hat zurzeit geschätzte achtzehntausend Mitarbeiter. Das entspricht annähernd der Stärke einer Armeedivision.
Die meisten CIAler sind Schreibtischtäter und kennen die Welt nur aus Büchern, Computern, Hollywoodfilmen und aus dem Nachrichtensender CNN.
Sie haben komfortable Häuser oder Wohnungen in Luxusvororten von Washington.
Sie fahren SUVs oder gehobene Mittelklassefahrzeuge, bevorzugt auch deutsche Fabrikate.
Sie tragen feine Kleidung und bevorzugen gutes Essen und Weine.
Wer ein solch geborgenes Leben führt, kann sich schwerlich vorstellen, wie ein Tomatenbauer in Holland arbeitet und lebt oder wie Kinder in Somalia täglich hungern müssen.
Engagement oder ein aufopferungsvolles Leben für Amerika oder sogar für andere Menschen in der Welt sucht man bei diesen Mitarbeitertypen wahrscheinlich vergeblich.
Das, was sie können und gelernt haben, ist das
Knüpfen von Netzwerken
zum Erhalt des eigenen Wohlstands.
Und dieses
„menschenverachtende Spiel“
beherrschen die meisten CIAler bis zur Perfektion.
Das sind die Gründe warum die CIA seit ihrem Bestehen versagen musste. Wie jeder andere Auslandsgeheimdienst sind die Leistungen und Ergebnisse personenabhängig, abhängig von den Fähigkeiten sowie vom Einsatzwillen des Einzelnen.
Das katastrophale Versagen, das zum Desaster am 11. September 2001 geführt hat, war eigentlich nur der Ausfluss der völligen Unfähigkeit.
Die regelmäßige, systematische Unterdrückung von verwertbaren guten Informationen sowie die stetige Falschmeldungspraxis haben nicht erst seit dem Vietnamchaos beim CIA Tradition.
Dem DRSB - Rechercheteam in den USA erscheint es zurzeit so, dass es kaum noch eine Rolle spielt, was die CIA - Mitarbeiter nach Washington berichten.
Denn noch niemals haben die USA einen Krieg begonnen indem sorgfältige Analysen, objektive Lageberichte oder realistische, statistische wirtschaftliche Untersuchungen zur Entscheidung herangezogen wurden. Auch Barack Obama wird da keine Ausnahme machen.
Ein Auslandsgeheimdienst mit einem solchen Stellenwert ist genau genommen
keinen Pfifferling wert.
DRSB
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