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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Christian Hindahl Heinrich Sternemann

Düsseldorf, den 12. Juni 2009

 

 

Die Nachwehen der US - Kriege
- Teil 56 -

Waren die Amerikaner

jemals ein Vorbild für tatsächliche demokratische Verhältnisse?

 

Die DRSB - Artikel Serie findet im europäischen Raum wachsenden Zuspruch in der Bevölkerung.

Täglich erreichen den Verein Informationen über vermeintliches Fehlverhalten von Amerikanern.

Auch beschäftigen sich viele Menschen mit den historischen Wurzeln des Grundübels von heutigen amerikanischen Untaten.

Nach der Ansicht vieler DRSB - Leser sollte diese Artikelserie deshalb eigentlich in:

Die Nachwehen des amerikanischen Staatenbundes

umbenannt werden.

Nach intensiven Beratungen hat der DRSB e.V. beschlossen die Artikelserie mit dem vertrauten Titel weiter zu führen.

Nachfolgend möchten wir, auf vielfachen Wunsch der Bürger, noch einmal das Zustandekommen der US - Verfassung in einer Kurzfassung durchleuchten:

 

Im Jahr 1787 existierte der Begriff

Vereinigte Staaten von Amerika

noch nicht und wäre vermutlich von den diversen Okkupartoren Nordamerikas auch niemals gewollt gewesen.

Man pflegte widerwillig einen lockeren Staatenbund aus 13 Ländern, die sich als Verbundgesetz ein zusammengeschustertes „loses“ Abkommen aus der Zeit des Unabhängigkeitskrieges, auf der Grundlage von Artikeln der Konföderation, gaben.

Diese Richtlinien wurden aber in den jeweiligen Staaten nach den eigenen Bedürfnissen ständig anders ausgelegt. Dadurch stellte diese fragwürdige, sehr locker gehandhabte Vereinbarung, die Souveränität der Einzelstaaten nicht in Frage.

Streitigkeiten waren an der Tagesordnung und wurden oftmals mit Waffengewalt ausgetragen.

An den meisten Staatsgrenzen erhoben die politischen Führer horrende Handelszölle.

Aufgrund der ständigen Streitigkeiten und dem stetig anwachsenden Konfliktpotential hätte auf Dauer dieser lockere Staatenbund keinerlei Überlebenschancen gehabt.

Aber die kleineren Staaten wurden regelmäßig übervorteilt und waren deswegen gegen eine engere oder gar zentralgesteuerte weiterführende Verbindung.

Trotz des heftigen Wiederstands der Kleinen trafen sich im Mai 1787 in Philadelphia 55 so genannte Abgesandte aus 12 Staaten, um die Konföderationsvereinbarung auf einen praxisnahen Stand zu bringen.

Lediglich die politisch Mächtigen aus dem Staat Rhode Island boykottierten dieses Treffen.

Die restlichen politischen Vertreter aus den 12 Staaten wählten einen gewissen

George Washington

aus ihrer Mitte zum Vorsitzenden der Versammlung.

Sehr schnell erkannten die Mächtigen, dass ein weiteres Herumwerkeln allen Beteiligten nur Schaden zufügen konnte.

Verzweifelt suchten die politischen Führer aus den 12 Staaten einen tragfähigen Kompromiss, da sie ihre geschäftlichen Interessen nicht gefährden wollten.

So kam es, wie es kommen musste, man trennte sich ohne ein konkretes Ergebnis, weil man nicht in der Lage war, die selbstverliebten Eigeninteressen unter ein gemeinsames Dach zu bringen.

Erst zwei Monate später unterbreitete ein politischer Führer aus Connecticut das rettende Konzept für die Zukunft.

Roger Sherman

begeisterte seine Kollegen von der Idee, ein politisches Zweikreissystem einzuführen, das aus Abgeordneten - Kammern bestehen sollte.

In der ersten Kammer, dem so benannten

Repräsentantenhaus,

sollte die Anzahl der Abgeordneten nach der Bevölkerungsstärke des jeweiligen Staates errechnet werden.

Die farbigen Sklaven sollten aber bei der Berechnung der Repräsentantenstärke eines „Bundesstaates“ lediglich nur zu drei Fünftel als Menschen zur Anrechnung gelangen.

Einigen Mächtigen war auch diese Berechnung eines politisch wertlosen Sklaven noch zu hoch angesetzt.

In der zweiten Kammer, dem so benannten

Senat,

sollte jeder Bundesstaat mit der gleichen Anzahl von Abgeordneten vertreten sein.

Nach langanhaltenden Diskussionen einigte man sich darauf, ein solches

Regierungsexperiment

zu wagen.

Eine einheitliche Verfassung sollte die zukünftigen Regeln für ein gedeihliches Zusammenleben gewährleisten. Das größte Problem war nur, dass die politischen Führer aus den 13 Staaten keinerlei Vorstellung von einer gemeinsamen Verfassung hatten.

Wie so oft in der amerikanischen Geschichte bediente man sich im Ausland und fand im „alten“ Europa Lösungsansätze für die spätere US - Verfassung.

Die ursprünglich 55 Verfassungsautoren übernahmen recht freizügig die demokratisch geprägten Philosophien und Ideen von

Baron de Montesquieu und John Locke.

Bedauerlicherweise verstanden die 55 Verfassungsautoren diese durchaus einmaligen Grundsätze von einem kollektiven Zusammenwirken der Bürger nicht.

Wie auch?

Denn die Sklaverei war ein einträgliches Geschäft und versprach auf Dauer hohe Profite. Warum sollten die Mächtigen ein solch lukratives Modell mit einer simplen Verfassung abschaffen?

Auch Sozialleistungen eines Staates, wie sie in Europa schon praktiziert wurden, waren für die meisten der 55 Verfassungsautoren völlig unannehmbar.

Wozu für den Pöbeln unnötig Geld ausgeben?

Kein großes Wunder also, dass am 17. September 1787 lediglich 39 der 55 Verfassungsautoren bereit waren, ein Flickwerk aus willkürlich zusammen geschriebenen Philosophie  - Schnipseln, die sich um demokratieähnliche Gedanken drehten, zu unterzeichnen.

Verabredungsgemäß erschien zwei Wochen später der 8000 Wörter lange Text in den Zeitungen der 13 amerikanischen Staaten.

Die Bevölkerung in allen Staaten sollte gemäß dem

Artikel VII

über diesen Verfassungsvorschlag entscheiden.

Damit wurde die Verfassung der USA von der Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung gewählt, die weder lesen noch schreiben konnte und nicht wusste, was dort zur Abstimmung gebracht wurde.

Noch heutzutage bewegt sich das amerikanische Bildungsniveau auf einem äußerst niedrigen Level, so dass Kritiker der vermeintlichen Demokratie in den USA behaupten, dass sich daran bis heute nichts Wesentliches geändert hat.

Diese so genannte dienstälteste Verfassung der Welt wurde bedauerlicherweise zum Vorbild für die meisten so genannten demokratischen Verfassungswerke, obwohl sie damals Frauen sowie Sklaven keinerlei Anspruch auf ein Wahlrecht gewährte.

Lediglich die Wählbarkeit eines Staatsoberhauptes, die Einführung von Regeln für Gerichtsverfahren sowie die Garantie der Religionsfreiheit trugen Züge von demokratischen Innovationen.

Denn mit dem Wahlrecht für alle volljährigen Bürger nahmen es die politischen Führer in vielen Bundesstaaten nicht so genau.

Wahlfälschungen

waren deshalb bei fast jeder Wahl an der Tagesordnung.

Auch die Abschaffung der Sklaverei sowie die Diskriminierung der schwarzen Bürger konnte erst im 20. Jahrhundert so ziemlich abgeschafft werden.

Obwohl mit

Condoleeza Rice und Barack Obama

gut ausgebildete farbige Bürger den Sprung ins Weiße Haus geschafft haben, werden in den meisten US - Bundesländern Farbige noch immer für die Unterklasse gehalten.

Viele von ihnen leben in Slamgettos und müssen in Armut vor sich hin vegetieren.

Soll also diese US - Verfassung, die solche Verhältnisse seit 1787 zulässt und bis heute nicht beseitigen kann, jemals als Vorbild für tatsächliche demokratische Verhältnisse dienen können?

Schreiben Sie uns hierzu Ihre Meinung, liebe DRSB - Leser.

    

 

             

 

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Stand: 12.06.09

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