DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky • Heinrich Sternemann • Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 24. Juni 2009
Die erbarmungslosen Feinde der USA
Die Bezeichnung „Crystal Meth“ könnte auch für vollkommen harmlose, stark überzuckerte Energiegetränke benutzt werden.
Bedauerlicherweise steht dieser Name aber für eine billige gefährliche Modedroge, die es in vielen amerikanischen Städten geschafft hat, den Albtraum von Crack, Kokain oder Heroin abzulösen.
Diese Todesdroge gibt jungen Menschen das trügerische Gefühl, unbesiegbar, hell und strahlend zu wirken.
Doch in Wahrheit ist diese teuflische Modedroge
Crystal Meth
der fürchterlichste Albtraum für amerikanische Eltern, wenn das eigene Kind wie ein hohläugiges Gespenst vor ihnen steht und um Geld bettelt. Urplötzlich befindet sich die ganze Familie in einem Sog aus Ratlosigkeit, Hilflosigkeit und völliger Verzweiflung.
Denn die Eltern müssen erfahren, dass ihr Methamphetamin süchtiges Kind gnadenlos von dieser Todesdroge beherrscht wird, die in kürzester Zeit nervös, teilnahmslos und paranoid macht.
Einmal auf
„Meth“
sein, bedeutet für die Meisten die Selbstzerstörung auf Raten. Methamphetamine werden vom Körper extrem schnell aufgenommen, ganz gleich, ob es geschluckt, geraucht, gespritzt oder „nur“ geschnüffelt wird. Sobald diese Todesdroge in einen Kreislauf gelangt, greift sie unverzüglich das zentrale Nervensystem an und der Höllen - Trip beginnt.
Dabei wollen die meisten amerikanischen Eltern nur das Beste für ihre Kinder. In vielen Familien arbeiten beide Elternteile, damit sie ihren Kindern ein gutes Leben sowie eine gute Ausbildung ermöglichen können.
Doch bereits hier beginnt das Versagen eines Gesellschaftssystems, das rücksichtslos auf Profit ausgerichtet ist und sehr wenig soziale Leistungen kennt.
Da ist es wenig tröstlich, dass Organisationen, wie zum Beispiel
Partnership for a Drug - Free America
vor jugendlichem Alkohol- und Drogenmissbrauch warnt und den amerikanischen Eltern Erkennungstips für Drogenmissbrauch per Internet zukommen lässt.
Denn fast jeder rät etwas anderes, wenn es sich um Drogenmissbrauch handelt.
Die Bandbreite reicht von Einsperren, über Rauswerfen bis hin zum brutalen Straflager. Da mutet es schon seltsam an, dass in einem Land, das die Todesstrafe kennt und anwendet, verzweifelte Eltern noch härtere Strafen für Drogendealer fordern.
Wie soll so etwas funktionieren?
So pervers es klingen mag, aber Eltern von Kindern, die auf
„Meth“
sind, wünschen sich manchmal sogar, dass ihre Kinder besser nach Heroin oder Kokain gegriffen hätten.
Wo wurde der Kampf verloren?
Sind Drogen ein rein amerikanisches Problem?
Sollte man Produktion und Schmuggel
oder besser vielleicht nur die Drogennachfrage bekämpfen?
Es geht um wesentlich mehr im weltweiten Kampf gegen die Drogen. Nach groben Schätzungen der westlichen Geheimdienste handelt es sich um eine globale Industrie mit rund 25 Millionen Mitarbeitern, die jährlich geschätzte 500 Milliarden Euro umsetzen und weltweit mehr als 250 Millionen Abnehmer bedienen. Seit im Jahr 1909 in der Hafenstadt Shanghai die erste internationale Konvention gegen das Opium beschlossen wurde, eskalierte der Kampf gegen den illegalen Rauschgifthandel von Jahr zu Jahr und gleicht mancherorts einem „niemals endenden“ Krieg.
Doch jeder kleine Triumph im Kampf gegen die so genannte Drogenmafia ist gleichzeitig immer auch eine große Niederlage. Denn je größer das Risiko von Anbau und Schmuggel ist, desto höher entwickelt sich der Preis für Rauschgifte. Bedingt dadurch werden abhängige Menschen in die Beschaffungskriminalität gedrängt und die Dealer immer reicher.
Ein Teufelsrad also?
Gibt es Auswege aus dem Dilemma?
Ist es sinnvoll, Opiumfelder mit Pflanzengift
zu besprühen und Opiumbauern zum Kaffeeanbau zu bringen?
Die militärischen Ausflüge der USA in Afghanistan belegen das Gegenteil. Noch immer kommen aus dem Land am Hindukusch zwei Drittel der weltweit gesamten Heroinmenge. Die Projekte, in denen afghanische Opiumbauern zum normalen Ackerbau geführt werden sollten, sind alle „grandios“ gescheitert.
Und auch die deutsche Bundeswehr fährt lieber an den Opiumfeldern vorbei und winkt den Arbeitern freundlich zu.
Es ist zu gefährlich, die Menschen in Afghanistan vom Opiumanbau abzubringen, denn die so genannten
Warlords
[ Kriegsherrn ]
verdienen kräftig am Rauschgift, mit dessen Geld sie ihre „Privatarmeen“ ständig aufrüsten und ihre Soldaten bei guter Laune halten.
Anti - Drogen - Programme,
die die Vernichtung der Opiumernte im Visier haben, wirken sofort kontraproduktiv, denn die betroffenen Warlords würden sich blitzartig mit hinterlistigen Angriffen gegen deutsche oder amerikanische Soldaten wenden.
Obwohl nach der fatalen Ansicht des SPDlers Peter Struck unser Land am Hindukusch verteidigt wird, ist in Deutschland noch immer für die Drogenpolitik das
Gesundheitsministerium
zuständig.
Dort setzt man auf Aufklärung, Repression und auf die kontinuierliche Behandlung von Schwerabhängigen. Nach der Ansicht des Ministeriums hat sich die Zahl der so genannten
Erstkonsumenten
von harten Drogen verringert. Auch die Zahl der Drogentoten geht deshalb leicht zurück.
Drogenschäden sollen reduziert werden und dadurch gleichzeitig die gewaltbetonte Beschaffungskriminalität.
Bis heute ging das Konzept auf, doch was passiert, wenn größere Teile der deutschen Bevölkerung durch Hartz IV in die Armut abrutschen?
Bekommt Deutschland dann auch amerikanische Verhältnisse?
Denn obwohl die USA auf die drei UNO - Konventionen aus den Jahren 1961, 1971 und 1988 pochen und eine gemeinsame harte Linie im Kampf gegen Drogen fordern, verdoppelte sich in ihrem Land der Drogenkonsum.
Der Drogenkonsum nimmt überall dort sprunghaft zu, wo Gesellschaftssysteme aus den Fugen geraten und die Schere zwischen armen und reichen Bürgern stetig zunimmt. Nach dem Finanzcrash in den USA hat diese Entwicklung also erneut Fahrt aufgenommen.
Es hilft den Amerikanern wenig, dass im Jahr 2008 die UNO - Vollversammlung die weltweite Drogenpolitik neu bestimmen wollte. Denn von dem ursprünglich im Jahr 1998 gefassten Ziel, den Anbau und die Verbreitung von harten Drogen zu eliminieren oder drastisch zu reduzieren, ist man Lichtjahre weit entfernt.
Die andauernden US - Kriege im Irak und Afghanistan stärken fast schon täglich die Hauptlieferanten für Heroin [ Afghanistan ], für Kokain [ Anden ] und für Cannabis
[ Marokko ].
Obwohl die meisten Synthetikdrogen aus west- und osteuropäischen Ländern stammen, wurden in den USA bereits ab 2004 amphetaminähnliche Substanzen wie zum Beispiel Ecstasy mehrheitlich hergestellt.
Ein weiteres gesellschaftliches Problem ist für die USA, dass mehr als
fünfhunderttausend Amerikaner
wegen Drogendelikten regelmäßig zu Besuch in Gefängnissen sein müssen.
Denn trotz strenger Gesetze und Strafen haben die USA das schlimmste Drogenproblem der westlichen Hemisphäre.
Da schreckt selbst die Forderung der Eltern von Drogenabhängigen nach noch härteren Strafen nicht vom „Dealen“ ab.
Nach dem militärischen Desaster sowie dem Drogen - Debakel in Vietnam gelten in der US - Armee strikte Verbote für Alkohol und Drogen.
Aber: Not macht erfinderisch und Angst vor Strafe kreativ.
Cocktails aus Tranquilizern, Antidepressiva und normalen Schmerzmitteln werden da zum Renner bei amerikanischen Soldaten.
Wenn schon kein Alkohol, Heroin oder Koks dann wenigstens dadurch ein bisschen
„HIGH“.
Nur so können viele ihre Angst vor den täglichen Patrouillen - Fahrten unterdrücken. An die späteren Gesundheitsschäden denkt da niemand mehr.
Schon während der Prohibition in den Jahren 1919 bis 1933 wurde das Alkoholverbot in den USA von rücksichtslosen Profiteuren systematisch unterlaufen.
Da passt der zynische Spruch eines
Finanz - Jongleurs
von der Wall - Street wie die Faust aufs Auge:
„Der denkende Amerikaner trinkt nicht, denn
der trinkende Amerikaner denkt nicht, wir ziehen uns lieber eine weiße Linie rein und schon erweitert sich unser Bewusstsein“.
Die erbarmungslosen Feinde der USA bleiben eben doch die Drogen mit den bekannten Folgen für den Rest der Menschheit.
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