DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky • Christian Hindahl • Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 02. September 2009
Peaceful Rising
[ friedliches Aufstreben ]
Das zu erwartende bilaterale Verhältnis zwischen China und den USA wird das wichtigste weltpolitische Thema der kommenden zwei Jahrzehnte sein.
Denn die Kernfrage stellen schon heute die Geschichtswissenschaftler:
Wird es ein
kriegerisches Gegeneinander
oder ein
friedfertiges Miteinander werden?
Zwar träumen in Moskau noch einige Politiker davon, dass die Partnerschaft mit China auch gleichzeitig eine strategische Allianz gegen die USA sein könnte. Dieses Szenario interpretieren die chinesischen Politiker aber zurzeit vollkommen anders und sprechen viel lieber vom
Peaceful Rising
[ friedlichen Aufstreben ],
denn die Verantwortlichen in Beijing wollen vermeiden, dass das wirtschaftlich immer stärker werdende China als eine latente Bedrohung wahrgenommen werden könnte.
Chinas Außenpolitik hat sich in Folge der Ideologie vom friedlichen Aufstreben verändert. Man will Zeit gewinnen und an der eigenen wirtschaftlichen und militärischen Stärke in Ruhe arbeiten.
Eigentlich kommt deshalb den Politikern in Beijing das wirtschaftliche Chaos sowie das Finanzdesaster in den USA viel zu früh. Ein zu erwartender völliger Zusammenbruch des amerikanischen Wirtschaftssystems würde auch China stärker in Mitleidenschaft ziehen und darüberhinaus eine mögliche Kriegsgefahr durch die USA fördern.
Als vernünftige Konsequenz versuchen die Chinesen, mit allen multipolaren Machtzentren besonders friedliche wirtschaftliche Beziehungen aufzubauen.
Viel größere Schwierigkeiten haben die Chinesen bei der notwendigen Modernisierung ihrer Armee. Die Waffenindustrie in China hinkt technologisch hinter Europa und den USA her.
Beijing antichambriert aus diesen Gründen mit Brüssel, um das Waffenembargo zu unterlaufen. Man möchte sehr gerne aus den westeuropäischen Rüstungsbetrieben die Hightech - Waffensysteme erwerben.
Ganz oben auf der chinesischen Wunschliste stehen deshalb Namen wie EADS, Thales oder auch Saab.
Aus Russland bezieht China bereits einen bunten Strauß an moderner Waffentechnik:
Kampfjets vom Typ SU - 27 und SU - 30 sowie Radarsysteme und Aufklärungsflugzeuge.
SAM - Raketen, U - boote der Kilo - Klasse sowie russische Zerstörer der Sovremenny - Klasse runden das Lieferprogramm aus Russland ab.
Sogar die Israelis sind gut im Geschäft und liefern Kommunikationstechnik und Elektronik vom Feinsten. Dass die israelischen Mitarbeiter ihrem Geheimdienst Mossad über die militärischen Fortschritte berichten, stört die Chinesen zurzeit noch nicht, denn sie nutzen den sich bietenden Vorteil aus.
Ohnehin ist die größte militärische Schwachstelle die chinesische Marine und da können selbst die Israelis nicht weiterhelfen.
Wer aber als zukünftige Weltmacht agieren möchte, braucht noch immer Flugzeugträger, die niemand aus der westlichen Hemisphäre nach China liefern darf oder möchte, denn das Konstruieren und Bauen solch gigantischer Militärmaschinen ist die absolute „Creme“ der westlichen Technologie.
Unter der geheimen Bezeichnung
„Projekt 9935“
basteln die chinesischen Schiffsbauer in Shanghai an einem Flugzeugträger, der einmal rund 50 Kampfjets über die Weltmeere schippern soll. Als Bauvorlage dienen die australischen, ukrainischen und russischen Flugzeugträger, die China käuflich Anfang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts erwerben konnte.
Ob nun Minsk, Kiev oder Melbourne, die vorgenannten ausgemusterten Flugzeugträger wurden fein säuberlich zerlegt und ihr Aufbau genauestens studiert. Inwieweit diese Art der Technologiegewinnung von Nutzen war, wird die Welt sehen, wenn der erste von mehreren geplanten chinesischen Flugzeugträgern im Wasser schwimmt und nicht direkt absäuft.
Doch bis dahin ist trotz aller Rüstungsanstrengungen die chinesische Armee kein allzu gefährlicher Rivale für die US - Streitkräfte.
Ohne direkten Zugang zu modernen Waffensystemen und innovativen Rüstungstechniken wird China noch 10 bis 12 Jahre hinter dem Westen herhinken.
Trotzdem wird der Abstand immer kleiner, so dass Chinas Nachbarn vielleicht nicht mehr allzu lange ruhig schlafen dürfen.
Die Machtverhältnisse in Asien haben sich verschoben. China ist wieder zu seiner Rolle als zentrale asiatische Macht zurückgekehrt.
Das politische System
Peaceful Rising
[ friedliches Aufstreben ]
funktioniert immer besser, so dass viele europäischen Manager noch immer die Ansicht vertreten, dass ihre westlichen Hightech - Konzerne vor chinesischen Angriffen sicher sind.
Das ist ein gefährlicher Irrglaube,
der in Europa noch hunderttausende Arbeitsplätze kosten wird.
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