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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Hans - Josef Leiting Heinrich Sternemann

Düsseldorf, den 04. Dezember 2009

 

 

Die Nachwehen der US - Kriege
- Teil 65 -

PNAC

Project for the New American Century

oder

Produktionen der Rechtfertigungen?

 

Zu Beginn der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts träumten in Washington immer noch einige Politiker von weltweiten bewaffneten Konflikten, durch die sich die USA auf alle Zeiten wirtschaftlich hätten regenerieren können.

Mit Grundwerten wie

Patriotismus und Einsatzbereitschaft

wollte man ähnlich wie das alte Römische Reich, die ganze Welt beherrschen und für alle den Moralapostel spielen.

Ja, wäre damals nicht das traurige Desaster in Vietnam dazwischen gekommen, hätte man womöglich bereits 1971 zum imperialen Höhenflug ansetzten können.

Doch Vietnam stürzte ganz Amerika in eine schwere moralische Krise, denn die gigantische militärische und politische Niederlage war nicht mehr zu vertuschen.

Eigentlich begann 1971 alles ziemlich harmlos mit ein paar Protestlern und endete mit massiven Protesten gegen den Vietnamkrieg, so dass sich der damalige US - Präsident Richard Nixon gezwungen sah, eine direkte Auseinandersetzung mit großen Teilen der eigenen Bevölkerung zu suchen.

Normalerweise hat der US - Präsident dafür „seine“ Leute, die die Drecksarbeit zu erledigen haben, doch ausgerechnet als die Proteste anschwollen wurde die Öffentlichkeit in Amerika durch diverse TV - Berichte über die so genannte

Pentagon - Akte

schockiert.

Und diese Geheimakte war politisch purer Sprengstoff, denn sie enthüllte das politische und militärische Versagen der USA im gesamten südostasischen Wirtschaftsraum.

Penibel hatte ein Spezialteam von Verteidigungsminister Robert McNamara Fehler für Fehler aufgelistet und die schwerwiegenden Diskrepanzen zwischen Verlautbarungen aus dem Weißen Haus und der abschreckenden Realität aufgezeigt.

Der hochrangige Pentagonbeamte

Daniel Ellsberg

hatte diese brisanten Unterlagen entwendet und vermutlich der New York Times zugespielt. Möglicherweise erhoffte er sich viel Geld und Anerkennung zu bekommen. Beides konnte er niemals erlangen, denn die Bestürzung der amerikanischen Öffentlichkeit  entwickelte sich zu blanken Hass, als bekannt wurde, dass sogar die sowjetische Botschaft Ablichtungen der recht umfangreichen Akte erhalten hatte.

Die

New York Times

beschäftigte derweil mehrere Rechtsanwälte mit der Überprüfung der möglichen Folgen und beschloss nach der Entwarnung durch die Rechtsberater die brisanten Papiere voll umfänglich zu veröffentlichen.

Im Weißen Haus standen unterdessen alle auf dem Kopf, denn man hatte auf die tapferen Journalisten erheblichen politischen sowie wirtschaftlichen Druck ausgeübt.

Er zeigte damals noch keinerlei Wirkung.

Dauernde Herrschaft ade - Glanz des Römischen Reiches ade - politische Beeinflussung der Partner sowie der Bevölkerung ade.

Es musste aus der Sicht der Mächtigen in Washington etwas Grundlegendes ändern, damit ein solch verehrendes Desaster nie wieder passieren konnte.

Dreißig Jahre später herrschte die gleiche Geisteshaltung bei den Politikern in den USA. Nur der Präsident hieß jetzt

Georg Walker Bush

und es hatte sich sehr viel geändert.

Die Mächtigen in Washington zogen ihre Lehren aus dem Vietnamdesaster und stimmten fortan ihr eigenes Volk sowie den Rest der Menschheit rechtzeitig auf die geplanten imperialen Feldzüge ein.

Man hatte ja Hollywood und willfährige Produzenten wie zum Beispiel

Jerome Leon [ Jerry ] Bruckheimer,

die das amerikanische Heldentum auf der Leinwand vorproduzieren durften.

Aber zunächst musste die Schmach von Vietnam getilgt werden.

Mit dem fetzigen Helden - Epos

Top - Gun

[ Spitzenkanone ]

wurde 1986 die psychologische Botschaft in alle weltweit transportiert.

Die Story ist denkbar einfach konstruiert:

Der heldenhafte Tod seines Vaters bringt den Nachwuchs - Piloten Maverick zur Besinnung, so dass er voll Patriotismus in sein Cockpit steigt, seinen harten Lehrgang bei Top - Gun beendet und von nun an sowjetische MiG 28 Jäger gnadenlos jagt und eliminiert.

Dafür erhielt der Produzent Jerry Bruckheimer die uneingeschränkte Unterstützung des

US - Militärs und durfte auf Originalschauplätzen der Miramar Air Base bei San Diego drehen.

Dass der Film mit imperialen Ansprüchen gespickt und mit Lügen über das amerikanische Heldentum überfrachtet ist, störte die meisten Kinobesucher recht wenig.

Die Musik sowie die Handlung ist dynamisch und so schluckten sie neben ihrer Cola auch die psychologisch geschickt verpackten ideologischen Botschaften.

That´s Hollywood

[ Das ist Hollywood ].

Mit Top - Gun verbreitete das US - Militär, weit vor dem 11. September 2009, die heroische Botschaft von den „guten“, amerikanischen Jungs, die einfach nur immer und überall bereit sind die Welt retten zu dürfen.

Bevor die gigantische Militärmaschenerie für die Feldzüge im Irak und in Afghanistan angeworfen werden konnte, musste die Traumfabrik Hollywood tätig werden.

Man höre und staune, doch kaum jemand ist den Mächtigen in Washington bei ihren Propagandakriegen so willfährig behilflich wie die deutschen Regisseure und Kameramänner.

Neben Wolfgang Peterson [ Airforce One ] sind insbesondere Roland Emmerich

[ Independence Day und Der Patriot ]  sowie der begnadete Kameramann Michael Ballhaus [  Airforce One / Kamera ] die fleißigsten Helfer für die amerikanischen Propagandakriege.

In Airforce One und Independence Day eint der US - Präsident zuerst die Welt und bekämpft danach das Böse, selbst aus dem Weltall.

Wer noch immer beide Actionfilme für völlig harmlose Kinounterhaltung hält, liegt total daneben, denn beide filmischen Machwerke transportieren die gefährliche Ideologie und Philosophie eines vermeintlich ach so „guten“ US - Präsidenten, der ohne jeden Wiederstand der Partnerstaaten die Führung der Welt übernimmt.

Das dargestellte „Böse“ sind entweder entfesselte und grimmig dreinschauende Islamisten oder undefinierbare stinkende Aliens.

Wer den Film Independence Day gesehen hat, wird sich womöglich daran erinnern können, dass zum so genannten Show - Down der „Filmpräsident“ aus seinem Kampfjet stieg und eine Siegesrede hielt.

Georg Walker Bush

tat dies genauso, nachdem angeblich der Irakkrieg beendet war in einer Kampffliegerkluft auf einem amerikanischen Flugzeugträger.

Weil aber für den US - Präsidenten eine Landung mit einem F - 18 Kampfjet auf einem schwankenden Flugdeck zu gefährlich war, legte der Secret Service sein Veto.   

Georg Walker Bush

flog in einer normalen Militärmaschine ein und durfte erst dann seine Siegesrede über den Irak halten.

Diese martialische Inszenierung hätten auch Wolfgang Peterson oder Roland Emmerich nicht besser hingekriegt.

Und wer fleißig auf dem deutschen Sender Phoenix den Geschichtskanal verfolgt und den Film von Leni Riefenstahl

Triumph des Willens

gesehen hat, der glaubt an ein Wiedererkennen der gleichen Machart von Filmen, die das Töten in Namen von fanatischem Patriotismus verherrlichen.

Welch ein Zufall!

Höchstwahrscheinlich könnten aufmerksame europäische Historiker prophetische Fähigkeiten entwickeln, wenn sie die Actionfilme aus Hollywood richtig deuten könnten und dadurch die nächsten Feldzüge der USA punktgenau voraussagen.

Die ehemalige Traumfabrik Hollywood hat aber ihre „gute alte Seele“ verkauft und sich in eine Alptraumfabrik verwandelt.

Schon seit Jahren tauschen sich Regisseure, Produzenten, Politiker und hochrangige Militärs aus, um die

Produktionen der Rechtfertigungen

für die Zukunft festzulegen. Für die imperialen Kriegsstrategen im Weißen Haus und im Pentagon sind sie bereits seit mehr als dreißig Jahren fester Bestandteil der Außenpolitik und werden täglich unverzichtbarer.   

PNAC

Project for the New American Century

ist die „perfekte“ Brainwash - Maschine des US - Militärs und produziert am laufenden Band Action - Filme die unseren gesunden Menschenverstand im Schnellwaschgang für weitere amerikanische Kriegsabenteuer „sauber“ waschen sollen.

Eine tolle Idee aus Washington, denn diese regelmäßigen Gehirnwäschen dürfen wir in unserer Heimat auch selbst noch an den Kinokassen bezahlen.

Popcorn und Cola natürlich auch!

 

             

 

DRSB

 

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Stand: 04.12.09

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