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DRSB

Deutscher Rentenschutzbund e.V.

Redaktionsteam

Leitung:

Udo Johann Piasetzky Hans - Josef Leiting Heinrich Sternemann

Düsseldorf, den 18. Dezember 2009

 

 

Die Nachwehen der US - Kriege 
- Teil 66 -

Die Länder des Lächelns

Rund 12 Jahre lang war Vietnam der Albtraum für viele Amerikaner. Befragt man die damals direkt involvierten Zeitzeugen, so erfährt man heute, dass es hauptsächlich die Ahnungslosigkeit war, die zu ständigen Fehlbeurteilungen und falschen Entscheidungen führte.

Durch die allgemeine Unkenntnis von Geschichte, Gesellschaft und Sprache der Vietnamesen entstand ein politisches Vakuum, das damals von diplomatischer Seite als totaler

Informations - Blackout

umschrieben wurde.

Welche Absichten und politischen Ziele die Ho - Regierung verfolgte, konnte deshalb nicht in Erfahrung gebracht werden. Auch die tatsächliche militärische Schlagkraft der Vietkongverbände war gemäß den veröffentlichten Informationen des CIA niemals richtig zu ermitteln.

Der wesentlichste Unterschied bestand darin, dass die Nord- und Südvietnamesen das Verhalten, die Mentalität sowie die eigentlichen Absichten der Amerikaner bereits nach wenigen Monaten umfänglich verstanden und sich sofort darauf einstellen konnten.

Wie solche militärischen und politischen Abenteuer als Trauerspiel zu Ende gehen, zeigte der Welt der wenig ruhmreiche Abzug der US - Truppen aus Südvietnam.

Nach bestätigten Informationen soll der damalige US - Präsident Lyndon B. Johnson seine Berater gefragt haben:

„Wie er einen Feind bekämpfen soll,

der ständig lächelt und den man nicht sieht?“

Alleine nur diese Frage belegt schon die Hilflosigkeit der Mächtigen in Washington.

Und daran hat sich nach den Recherchen des DRSB e.V. bis heute kaum Wesentliches verändert.

Denn auch in vielen Arbeitszimmern der CIA in Langley ist man dieser Auffassung, wenn es um die Beurteilung der Länder des Lächelns geht.

Man verfügt zwar zwischenzeitlich über ausreichendes Personal, das die einzelnen Landessprachen beherrscht, doch zum Beispiel ein weißer oder schwarzer Amerikaner ist in Beijing [ Peking ], Rangoon, Mandalay oder Ho - Chi - Minh Stadt als Agent vor Ort schwer vorstellbar.

Nun wollen die USA ihre

„strategische Partnerschaft“ zu China vertiefen.

Das jedenfalls sagte US - Präsident Barack Obama nach einem Treffen mit dem chinesischen Staats- und Parteichef

Hu Jintao

in Beijing [ Peking ], bevor er am 18. November 2009 nach Südkorea weiterflog.

Nach der Ansicht von Barack Obama seien es sehr produktive Gespräche gewesen. Vermutlich hat ihn auch sogar der chinesische Regierungschef

Wen Jiabao

freundlich angelächelt.

Verfolgt man die amerikanischen Medien,

so erfährt man, dass die Volksrepublik China und die USA einander brauchen zur Bewältigung der US - Finanz- und Wirtschaftskrise.

Die Mächtigen in Washington möchten bei den Themen Klimawandel, Terrorismus oder nukleare Proliferation enger mit den Chinesen zusammenarbeiten und dabei die jeweiligen nationalen Kerninteressen beider Staaten respektiert wissen.

Verfolgt man die chinesischen Medien

bis zum heutigen Tag, so erfährt man, dass man in allen Fragen, die die Menschenrechte, die Wirtschafts- oder die Tibetpolitik betreffen, völlig anderer Ansicht ist.

Die Absicht der Mächtigen in Beijing [ Peking ] nach einer tauglichen wirtschaftlichen Zusammenarbeit ist kein Wortspiel, sondern hat einen realen Hintergrund.

Denn dass China über mehrere Milliarden US - Dollar an Devisen verfügt und durch das ständige Anwerfen der Geldpressen der US - Notenbank zu Recht befürchten muss, für den immer „weicher“ werdenden US - Dollar viel weniger zu bekommen, ist die traurige Wahrheit, die in solchen Aussagen der Chinesen steckt.

Das bilaterale Verhältnis zu Washington ist trotz aller Verbesserungen in jüngster Zeit  aber noch meilenweit entfernt von einer vertrauensvollen Partnerschaft.

Auch nach dem verlängerten zweistündigen Meinungsaustausch [ November 2009 ] in Beijing [ Peking ] ist der chinesische Staatspräsident

Hu Jintao

mit US -Präsident Barack Obama nicht warm geworden.

Diese realistische Einschätzung der Lage untermauert die gemeinsame Erklärung von Hu und Obama über die zukünftige Arbeit in der G20 - Staatengemeinschaft, die beide angeblich noch stärker unterstützen wollen.

In dem Dokument ist allerdings kein Wort von einer vertrauensvollen

„strategischen Partnerschaft“

zu finden, in die sich das Verhältnis China und USA verwandeln könnte.

Der chinesische Staatspräsident

Hu Jintao

beschrieb in seiner bekannten höflichen Form den Meinungsaustausch mit Obama als

freimütig, konstruktiv und sehr ergebnisreich.

Wer sich mit der asiatischen Mentalität auskennt, der weiß genau, dass diese höflichen Formulierungen von Hu eher nüchterne, diplomatische Umschreibungen dabei sind, dass es noch gravierende Differenzen gibt.

Denn der chinesische Staatspräsident

Hu Jintao

sprach kritisch den imperialen amerikanischen Protektionismus an, den es zurückzuweisen und zu bekämpfen gilt.

Deutlicher und höflicher kann man als gastgebender Staatsmann der kommenden Weltmacht seine Kritik an die  Adresse der USA wohl kaum noch formulieren.

Das man in den amerikanischen Medien noch heute zu lesen bekommt, dass es die USA begrüßen, wenn China eine

größere Rolle auf der Weltbühne spielt,

ist hoffentlich nicht schon wieder ein Anzeichen dafür, dass ein weiteres Wissens - Vakuum entsteht, das dann erneut zu totalem

Informations - Blackout

führen könnte.

Der unaufhaltsame wirtschaftliche Niedergang der USA wird ohnehin bei einer zu erwartenden stark wachsenden chinesischen Wirtschaft parallel dazu die sensible Verantwortung der Chinesen erfordern.

Von einer strategischen Partnerschaft

wollen deshalb die Länder des Lächelns in Zukunft nichts wissen.

Wozu auch?

Denn China versucht seit mehr als fünf Jahren mit partnerschaftlichem Verhalten die Industriestaaten Japan, Südkorea, Singapur und Australien für sich zu gewinnen, um dadurch den bevölkerungsreichsten Rivalen Indien zu neutralisieren.

Die geostrategisch bedeutsamen Länder Indonesien und Malaysia sind schon auf der chinesischen Seite, so dass die Mächtigen in Beijing [ Peking ] in aller Ruhe daran gehen können, mit ihrem panasiatischen Expansionsstreben auch die ehemaligen Kolonialgebiete der Briten und Franzosen in Indochina auszudehnen.

Dabei fungieren die Chinesen als

Quelle des Wohlstands,

indem sie mit bezahlbaren chinesischen Gütern die Partnermärkte überfluten und durch eine solide Handelspolitik in den Partnerländern den allgemeinen Lebensstandard systematisch ansteigen lassen.

Der DRSB e.V. beschrieb bereits vor Jahren

exakt diese chinesische Strategie, die darauf abzielt, faire sowie

solide Wirtschaftsbeziehungen aufzubauen, die auch politischen Wirren und Regimewechseln standhalten.

Dieser dynamischen Entwicklung

haben die USA nicht das Geringste entgegen zu setzen.

Nun rächt es sich für die Mächtigen in Washington, dass man mit der jahrzehntelangen imperialen Ausbeutungspolitik und einem vordergründigen Demokratisierungsdruck

eigensinnig hauptsächlich die Probleme in den USA lösen wollte.

Ob in Bangkok, Hanoi, Jakarta, Rangoon oder Melbourne, überall werden deutsche Zeitungen und Fachzeitschriften gelesen, so dass die Menschen in den vorgenannten Städten den Ausgang der Schmierenkomödie um die Adam Opel GmbH in unserer Heimat tagesfrisch verfolgen können.

Auf Dauer isolieren sich die USA außenpolitisch

mit solchen Ausbeutungs- und Abhängigkeitsspielen.

Wenn die asiatischen Staaten und Deutschland in einem solchen Szenario auch noch außenpolitische Rückendeckung durch China erhalten, wird verständlich, dass die Chinesen auch in Zukunft gute Geschäfte machen werden, egal, wer wo an der Macht ist.   

Je mehr die USA der Welt ihr wahres Gesicht zeigen, desto leichter fällt es China, geplante politische Aktionen der USA auszuhebeln und sich als „DER“ wirtschaftliche Freund zu etablieren.

Als zum Beispiel nach knapp 200 Jahren die vermeintliche Freundschaft zwischen Thailand und den USA zerbrach, waren es die Chinesen, die mit bezahlbarem Erdöl  und ehrgeizigen Geoprojekten [ Tiefwasserkanal ] Thailand sofort aus der Währungskrise halfen.

Das vergebliche Hoffen der Thailänder auf amerikanische Hilfe in den schweren Monaten der Währungskrise im Jahr 1997 hat tiefe politische Wunden zurückgelassen.

Besonders die kaltschnäuzige Begründung für die Verweigerung der Hilfe, dass Thailand nicht an die USA grenze, machte damals nicht nur die Thailänder sprachlos.

Übrigens, die deutschen Medien berichteten über den politischen Crash der USA im asiatischen Raum bis heute mit keiner Zeile.

In den 12 Jahren, die seither vergangen sind, hat der Handelsverkehr mit China den mit den USA locker überholt.

Aufgrund einer Hauptverkehrsader, die durch Laos führt, besuchen bereits seit 5 Jahren mehr chinesische als amerikanische Touristen Thailand.

Tendenz monatlich steigend.

Und Chinesen sind stets freundlich und höflich, also gern gesehene Gäste.

Die Ausgestaltung der chinesisch - thailändischen Beziehungen haben nicht bloß eine geographische und ökonomische, sondern in erster Linie eine zutiefst kulturelle und psychologische Dimension erreicht.

Sie sind ein Signal, denn die Chinesen schreiben hier Geschichte und zeigen der Welt, wie man aus einer Diasporaregion blühende Wirtschaftsnationen machen kann.

Hinzu kommt, dass der militärische Schutzschirm der Chinesen zwischenzeitlich auch Thailand vor den politischen Regenfällen aus den USA trocken hält.

Die Länder des Lächelns

bewerten die verzweifelten Aktionen von US - Präsident Barack Obama als die  letzten Versuche, die USA vor dem totalen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Absturz zu bewahren.

Selbst in Indien werden die führenden Elitefamilien langsam wach und denken über eine Neuausrichtung ihrer Wirtschafts- und Geopolitik nach.

Die Abkehr von den USA

wird offen diskutiert und ist längst kein Tabuthema mehr.

 


             

 

DRSB

 

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Stand: 18.12.09

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