DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Redaktionsteam
Leitung:
Udo Johann Piasetzky · Andreas Kallen · Hans - Josef Leiting
Düsseldorf, den 27. August 2008
Versagen die Eliten?
Teil 6
Top - Manager - Rente schon mit 44?
Nach dem 2. Weltkrieg musste die deutsche Wirtschaft neu aufgebaut und strukturiert werden.
Da hieß es noch anfassen und nicht absahnen.
Angestellte Geschäftsführer von Gesellschaften mit beschränkter Haftung ( GmbH ) und Vorstandsmitglieder von Aktiengesellschaften ( AG ) zeigten in den fünfziger bis siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts unermüdlichen Fleiß und bedingungslosen Einsatz.
Tagtäglich waren diese so genannten
„Industriekapitäne“
darum bemüht sichere Arbeitsplätze zu schaffen, um mit ehrlicher, harter Arbeit und hochwertigen Spitzenprodukten Gewinne zu erwirtschaften.
In diesen 3 goldenen Jahrzehnten lagen die Jahresgehälter der
„Industriekapitäne“
zwischen 75,000,00 Euro und 200.000,00 Euro. Wurden durch wachsende stabile Umsätze langfristige Renditen erzielt, erhielten die angestellten Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder auch Sonderzahlungen in der Form von Tantiemen.
Spitzenverdiener kamen dadurch auf Gesamtjahresbezüge von rund 350.000,00 Euro und waren mit dieser Honorierung ihrer Arbeit sehr zufrieden. Als Bonbon obendrauf gab es in vielen Fällen noch einen Mercedes der „S - Klasse“ ( 220S bis 350SE ) mit Fahrer.
In einigen wenigen Ausnahmen erhielten besonders erfolgreiche „Chefknechte“ das Privileg den damaligen Supermercedes vom Typ 600 zu fahren.
Die meisten großen Wirtschaftsunternehmen befanden sich damals noch in Familienbesitz, so dass verantwortungsbewusste Familienoberhäupter den angestellten
genau auf die Finger schauten, damit diese mit den Familienvermögen nicht Roulette spielen konnten.
Mit dem Beginn der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts verkauften zunehmend immer mehr Unternehmerfamilien ihre Geschäftsanteile an Banken oder dubiose Finanzierungsinstitute. Oftmals wurden Einzelunternehmer auch heftig gedrängt ihre Unternehmen zu veräußern, wie zum Beispiel Grundig, Neckermann oder auch Krupp.
Gemäß des Aktiengesetzes waren dies die Aufsichtsräte. In Gesellschaften mit beschränkter Haftung ( GmbH ) übernahmen die Kontrollaufgaben meistens so genannte Verwaltungsbeiräte.
So entstand eine völlig neue Kontrollkultur in der deutschen Wirtschaft.
Bedingt dadurch, dass viele Aktienpakete im direkten Zugriff der deutschen Banken lagen, entstand zwischen einigen deutschen Unternehmen eine vielfältige, manchmal ungute Verflechtung.
Für zunehmend immer mehr Deutsche steht dafür in den zurückliegenden Jahren auch der Name des amtierenden Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank,
Josef Ackermann.
Der Chefbanker saß bekanntlich auch im Aufsichtsrat der Mannesmann AG und trug somit die Mitverantwortung, dass deren
- Vorstandsmitglieder -,
nach der noch heute undurchsichtigen und „verrückten“ Übernahmeschlacht mit dem schwächeren englischen Unternehmen Vodafone, ohne erkennbaren oder erklärbaren Grund extrem hohe Millionen - Abfindungen hinterhergeworfen wurden.
Daraus entwickelte sich das bis heute spektakulärste Wirtschaftsstrafverfahren in der Nachkriegszeit in Deutschland.
Hartnäckigen Gerüchten zufolge, soll sich der amtierenden Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank,
Josef Ackermann,
in unzulässiger Weise auch Informationen über den bevorstehenden Rücktritt des damaligen erfolglosen DaimlerChrysler
besorgt haben. Strafrechtlich konnte dem amtierenden Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank allerdings kein zu einer Bestrafung führendes Fehlverhalten nachgewiesen werden, so dass das Mannesmann - Verfahren gegen eine hohe Geldauflage eingestellt wurde.
Die Deutsche Bank konnte jedenfalls den DaimlerChrysler - Kurssprung gewinnbringend nutzen, der durch den Schrempp - Rücktritt entstand.
Bis heute sitzt der immer noch amtierende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank,
Josef Ackermann,
auch im Aufsichtsrat von Siemens und anderen skandalumwitterten Unternehmen.
Die hart arbeitenden ehrenamtlich tätigen Wirtschaftsrechercheure des DRSB e.V. begleiten seit Jahren akribisch das Thema
Josef Ackermann,
so dass in zeitlichen Abständen immer wieder eine Aufklärungsbilanz der Tätigkeit gezogen werden kann.
- Fondsgesellschaften und Hegdefondssysteme -,
singen lautstark in den höchsten Tönen das Wirtschaftlied von
fairem Wettbewerb, tollen und einzigartigen Managerleistungen
sowie
unternehmerischer Verantwortung.
In der Wirklichkeit haben diese
ein ungerechtes System der Selbstbedienung von Managern installiert, in dem die Jahresgehälter und Abfindungszahlungen der „Chefknechte“ im Vordergrund stehen und von unternehmerischer Verantwortung immer nur dann gesprochen wird, wenn wieder einmal tausende von Arbeitsplätzen vernichtet werden sollen.
Zu den wirtschaftlichen Untaten des Selbstdarstellers gehört die so dargestellte Übernahme des schon damals schwer kranken US - Autokonzerns
Chrysler.
Bis heute verfolgen den heutigen deutschen Daimlerkonzern die andauernden Milliardenverluste aus dem Verschmelzungsdeal im Jahre 1998. Der DRSB e.V. warnte damals vergeblich die Verantwortlichen vor einem drohenden Finanz - Desaster.
Bereits im Dezember 2000 sollte der DRSB e.V. Recht behalten, nachdem sogar das
ansonsten relativ unkritische US - Magazin
den unmöglichen Schremppdeal als
„schlechtestmögliche Übernahme“
bezeichnete.
Als dann auch noch im Januar 2004 die US - Wirtschaftspostille
einen der schlechtesten Manager der Welt nannte, forderte der DRSB e.V. die Verantwortlichen in Deutschland zum Rückzug auf, denn bereits bis dahin mussten sich europäische Mercedeskäufer über eine stetig nachlassende Qualität der Produkte ärgern.
Tausende Mitarbeiter des Daimlerkonzerns verloren durch den Schremppdeal ihre sicher geglaubten Arbeitsplätze. Der von höchster Wertschätzung und unbedingter Loyalität zeugende Mitarbeiter - Spruch:
„Einmal Daimler, immer Daimler“,
verlor vollkommen seine Bedeutung für Mitarbeiter wie Mercedeskunden.
sowie seiner amerikanischen „Statthalter“ bei dem maroden Chryslerkonzern
in ungerechtfertigte Höhen hochgedrückt. Als dann im Sommer 2005 der erfolglose
seinen längst überfälligen Rücktritt ankündigte, jubelten weltweit alle Börsen - Junkies und es kam zu einem irrwitzigen Kurssprung der damaligen DaimlerChrysler - Aktie von 10%. Von diesem riesigen Kurssprung profitierte der
selber am Meisten und kassierte nach der Meinung seriöser Banker rund
50 Millionen Euro.
Erst im Jahr 2007 konnte der heutige Daimlerkonzern die letzte „wirtschaftliche Müllkippe“ von Schrempp beseitigen, als man ebenfalls mit schwersten Verlusten die Beteiligung an dem japanischen Autokonzern Mitsubishi abstoßen konnte.
Der neue „Chefknecht“ des Daimlerkonzerns
wurde vermutlich auch dafür belohnt, indem man seine Jahresbezüge im Jahr 2007 auf über
unnötig übertrieben hochpuschte.
Wofür?
Was hat Dieter Zetsche tatsächlich Nutzmehrendes geleistet?
Diese Fragen stellen sich nicht nur Mercedes - Mitarbeiter und Mercedes - Kunden sondern rasant zunehmend auch immer mehr verantwortungsbewusste Bankvorstände und Wirtschaftsfachleute.
Für das Finanz- und Produktchaos beim US - Konzern Chrysler mit seiner völlig verfehlten Produktpalette waren doch bekanntlich die beiden deutschen
„Chefknechte“
allein verantwortlich. Viele Deutsche erinnern sich noch mit Grauen an die peinlichen Medienauftritte vom so genannten
- Dieter Zetsche -
und seinem bis heute glücklosen Adjutanten Bernhard ( geborener Ayerle ), der als
Ex - McKinseyberater von den US - Medien, quasi wie ein „Wirtschaftsgott“ gefeiert wurde.
Auch für die aktuellen
des Traditionsunternehmens Daimler, sowie für die Schieflage an den Börsen ist der noch amtierende Vorstandsvorsitzende Zetsche voll verantwortlich.
Welche unverzeihlichen Fehler er sich diesmal geleistet hat, wird noch recherchiert.
Nachdem das Traditionsunternehmen
Deutsche Bank,
bedingt durch den Schremppdeal und dem Mannesmann - Vodafone - Deal vermehrt in die Medienkritik geraten war, musste im Mai 2006 der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende
seinen Hut nehmen und legte sein Amt nieder. Natürlich ebenfalls „sozial“ abgesichert und „großzügig“ versorgt wie auch schon Jürgen Schrempp.
Die untaugliche Vision von der Welt AG wurde dadurch begraben.
Erfahrene europäische Bank- und Wirtschaftsfachleute schließen nicht mehr aus, dass den noch amtierenden
„Chefknecht“ Dieter Zetsche
das gleiche Schicksal ereilen könnte, wie einst den Vorstandschef von EnBW,
Utz Classen.
Nach der WM - Ticketaffäre trennte sich Energie Baden - Württemberg von dem
44-jährigen „Jungmanager“.
Gemäß der Medienverlautbarungen soll Utz Classen eine jährliche Rente von geschätzten
400.000,00 Euro
von EnBW erhalten.
Die Top - Manager - Rente mit 44
bringt deshalb seit dem Fall „Classen“ die Deutschen auf die Barrikaden.
Den Bürgern wird immer deutlicher, wie wenig Verantwortung die angestellten
Top - Manager tatsächlich tragen und wie diese Typen, wenn sie aufgrund eigener Fehlentscheidungen ausscheiden müssen, auch noch fürstlich für den gebauten wirtschaftlichen Mist belohnt werden.
Der Grund für diese Fehlentwicklung
in den zurückliegenden Jahrzehnten ist lediglich ein gravierender „kleiner“ Fehler im System.
In vielen Aufsichtsräten von Aktiengesellschaften und Verwaltungsräten von Gesellschaften mit beschränkter Haftung, sitzen sehr häufig „Chefknechte“ anderer Unternehmen, die dann im umgekehrten Fall von der Genehmigung höherer Jahresbezüge auch in ihrem Unternehmen davon profitieren.
So wurden in den zurückliegenden Jahrzehnten bei der Festlegung der Jahresbezüge die Gehälter der Top - Manager gigantisch nach oben getrieben.
Diese so genannte einfache
wird vom DRSB e.V. ständig angeprangert und ist nichts anderes als eine seit Jahren institutionalisierte Manager - Kungelei.
Bedingt auch dadurch sind die Bürger nicht mehr überzeugt davon, dass das Funktionieren der Marktwirtschaft in Zukunft gelingen könnte.
Wenn vermeintliche Elite - Manager nicht mehr für das Prinzip
stehen, sondern aus purem Egoismus und zügelloser Gier, mit Ungerechtigkeiten ihre fragwürdigen Privilegien ausbauen, verliert das Ganze seine Legitimation und es kommt zur Auflösung der bewährten marktwirtschaftlichen Mechanismen.
Die ersten Auswirkungen sind in diesem Jahr deutlich erkennbar.
fordern einige Gewerkschaften bereits massive Lohnerhöhungen und pfeifen auf die zukunftssichernden Maßhalteappelle der Wirtschaftsunternehmen.
Wer aber Top - Managern
gigantische Jahresbezüge oder sogar eine Rente schon mit 44
genehmigt, handelt ohne jeden Zweifel verantwortungslos und hat seine
auf Jahre hinaus verspielt.
Dass man in den USA den „Chefknechten“ noch weit höhere Jahresbezüge oder Abfindungen gezahlt hat, ist keinerlei Rechtfertigung für deutsches Handeln.
Eher schon beweißt dieses untaugliche US - Vorgehen erneut wie marode und verfault die US - Wirtschaft in Wirklichkeit ist.
Aufgrund des stetigen Niedergangs US - Wirtschaft stehen die hohen Jahresbezüge und Abfindungen der „Chefknechte“ bereits sogar in der Medienkritik.
DRSB
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