DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
Vorwärts , in den Abgrund?
von
Udo Johann Piasetzky
Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.
und
Rechtanwalt Andreas Kallen
Vorsitzender der Rechtskommission des DRSB e.V.
und
Rechtsanwalt Heinrich Sternemann
Vorsitzender der Antikorruptionskommission des DRSB e.V.
Meerbusch, den 15. Dezember 2006
Die in 140 Jahren Parteigeschichte errungene
soziale Kompetenz
ist für die vermutlich
neoliberalen Erben
der SPD - Gründer zunehmend eine schwere Last.
Die ungeschickte, unglückliche und unlogische Regierungspolitik der erst
Rot - Grünen Koalition
und jetzt der
Rot - Schwarzen Koalition
provozierte an der Basis immer stärker werdende, allergische Abwehrreaktionen.
Nach den Wahlen 2005 zeigte sich abrupt das Debakel und Chaos einer
kopf- und führungslosen Partei.
Die häufig rücksichtslose und rüde
Basta - Politik
des Genossen
Gerhard Schröder
sowie seine einsamen Entschlüsse warfen die überzeugten und aufrichtigen
Sozialdemokraten
aus der Bahn und das bedeutete zugleich eine erkennbare, tief greifende Zäsur im Selbstverständnis der Partei.
Matthias Platzeck
war vom 15. November 2005 bis zum 10. April 2006 Vorsitzender der SPD, konnte aber das Ruder nicht schnell genug herumreißen.
Der wahrscheinlich deutlich neoliberal geprägte neue
Parteichef
>>> Kurt Beck <<<
möchte mit seiner Laientaktik einen radikalen
>>> Umdenkprozess <<<
in Gang setzen, scheitert aber vermutlich am eigenen Unvermögen.
Innerparteilich überraschte
>>> Kurt Beck <<<
bereits mit seinen
>>> neoliberalen Freunden <<<
und gerät dadurch zunehmend in die Defensive.
Die CDU hat in der Wählergunst in der 49. Kalenderwoche 2006 zwar einige Prozentpunkte dazu gewonnen und liegt in verschiedenen Umfragen mit 33 Prozent deutlich vor der SPD, was aber nicht heißt, dass die Schwarzen um 7 Prozentpunkte bessere Politik machen.
Erschreckend ist vielmehr, dass die
Sozialdemokraten
auf ein Jahrestief von 26 Prozent fallen, was zugleich ihr schlechtestes Ergebnis seit der Bundestagswahl 2005 darstellt.
CDU und CSU
verübelten
>>> Jürgen Rüttgers <<<
den Disput, den er mit seiner Forderung nach einer längeren Bezugsdauer für das Arbeitslosengeld auslöste, freuen sich aber zugleich über den neuen
>>> Quotenbringer und Hoffnungsträger <<<,
der mit den populistischen Parolen:
„Leistung muss sich lohnen auch in der Arbeitslosenversicherung“
und
„Die CDU muss auch die Partei der Schwachen sein“
wieder einmal auf Stimmenfang geht.
>>> Die reale Rüttgers - Politik <<<
im Bundesland Nordrhein - Westfalen spricht eine andere, wie eigentlich bei
>>> Jürgen Rüttgers <<<
immer, neoliberale Sprache und belastet
die Schwachen
sehr deutlich.
An dieser Stelle sei nur das „Stichwort“ >>> Studiengebühren <<< genannt.
Besonders peinlich ist, dass es Jürgen Rüttgers problemlos schaffte, auf die Frage:
„Wer ist der beliebteste SPD - Politiker“
in einer Forsa - Umfrage den ersten Platz zu belegen.
Extrem bitter für die Sozialdemokraten:
Sie bezahlten auch noch die
Bürger - Befragung!
Viel wichtiger ist der schleichende Abschied der
SPD
vom Status einer echten Volkspartei.
Agenda 2010,
Riester - Rente,
Rürup - Rente,
Hartz - Modelle
und
Rentenalter 67
sind deutschen Bürgern auf Dauer unverständlich und nicht vermittelbar.
„Ullas“ 2 Klassen - Medizin
ist dabei noch nicht berücksichtigt, wird aber mehr und mehr von deutschen Bürgern schmerzlich wahrgenommen und abgelehnt.
Die SPD muss genau sagen, wo sie steht!
Wie aber kann sich die SPD,
von der CDU absetzen?
Zunächst muss jede Partei ihre eigene Programmatik entwickeln.
Das sind dann die politischen Grundsätze, nach denen sie im Tagesgeschäft handeln kann.
Im Alltag muss man sich aber an der einen oder anderen Stelle einem Koalitionspartner annähern.
In kommenden Wahlkämpfen muss die SPD Stammwähler zurückgewinnen.
Die SPD
versteht sich als
linke Volkspartei der Mitte.
Vom vorsorgenden Sozialstaat spricht die SPD aber mehr, als dass ihr tatsächlich sinnvolles Handeln erkennbar wäre.
Gerade die Frage des Sozialstaates ist für die SPD eine zentrale.
Ziel muss sein, den deutschen Sozialstaat sinnvoll umzubauen, um ihn zu erhalten.
Das ist essenziell für die SPD.
Zum Sozialstaat gehört aber auch eine verlässliche Gesundheitspolitik.
Wo grenzt sich da die SPD von der CDU ab?
Familienpolitik ist für deutsche Bürger ein Schwerpunktthema.
Ist CDU - Ministerin von der Leyen auf dem besseren Weg mit dem Kindergartenpflichtjahr?
Kindergartenpflicht kann nur bedeuten, dass dort auch frühkindliche Bildung vermittelt wird.
Dafür muss die Qualität stimmen, damit Eltern kein schlechtes Gewissen haben müssen, ihre Kinder ganztags in die Kindergärten zu geben.
Pflicht allein genügt da nicht!
Die Spaltung in der SPD wird vieler Orts schon herbeigeredet, real ist sie noch nicht.
Es gibt bestimmt die einen oder anderen, denen es schwerer fällt, sich hinter
>>> Kurt Beck <<<
zu versammeln.
Aber eine große Mehrheit der Partei scheint noch geschlossen.
Wie kann man das soziale Image der SPD wieder beleben?
Die Partei muss wieder ein sozialdemokratisches Programm entwickeln, in dem sich die ganze Partei wieder findet!
Die SPD ist und bleibt nun einmal eine linke Volkspartei!
Die SPD muss wieder sagen, für wen sie Politik macht
und auf wessen Seite sie steht!
Nur dann wird sie die Wähler wieder zurückholen, die sich teilweise in den letzten Wahlen und Wochen von ihr abgewandt haben.
Dies waren nämlich hauptsächlich ihre Stammwähler.
Als der junge Kurt Beck vor mehr als 30 Jahren über die Gewerkschaftsarbeit zur
Sozialdemokratie Willy Brandts
kam, gab es eine Überzeugung, die ihn begeisterte:
Die politische Kraft zur Veränderung der Gesellschaft,
der gemeinsame Wille,
mehr Demokratie,
mehr soziale Gerechtigkeit zu verwirklichen,
die Armut in der Welt zu bekämpfen
und
den Frieden zu sichern.
Diese SPD, die mit der Leidenschaft der Menschlichkeit immer wieder neu für gleiche Chancen streitet und die stolz darauf ist, keinen Bürger einfach abzuschreiben, diese Partei ist, laut Aussagen von Kurt Beck:
„Seine SPD“.
Wenn es der SPD gelingt, auch die Wähler in der Mitte der Gesellschaft zu gewinnen, die ein Interesse haben
an Frieden,
an Gleichberechtigung,
an gleichen Bildungschancen,
an gerechter Einkommensverteilung
und eine sinnvolle Umweltpolitik wollen,
die auf erneuerbare Energien setzt, wird ein
„Vorwärts in den Abgrund“
vermieden.
DRSB e.V.
Wir stehen für Werte