DRSB
Deutscher Rentenschutzbund e.V.
War das die große Apathie
oder schon
Anarchismus?
Braucht Deutschland wieder ein Sozialistengesetz?
Meerbusch, den 31. März 2006
von
Udo Johann Piasetzky
Vorstandsvorsitzender des DRSB e.V.
und
Rechtsanwalt Andreas Kallen
Leiter der Rechtskommission des DRSB e.V.
Bei den Landtagswahlen am
26. März 2006
siegten
MP Beck SPD, MP Böhmer CDU und MP Oettinger CDU.
Siegten?
Durchleuchtet man die ausnehmend geringe Wahlbeteiligung in allen Bundesländern, so stellt man sehr schnell fest, dass die Frage nach einem Wahlsieger schon kurios erscheint.
Das vorläufige amtliche Endergebnis zum Beispiel für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt > 2006 < zeigt nachfolgendes Bild:
|
Partei |
Prozente |
|
CDU |
36,2 |
|
Linke |
24,1 |
|
SPD |
21,4 |
|
FDP |
6,7 |
|
Grüne |
3,6 |
|
Sonst. |
8,0 |
Das bedeutet im Klartext, dass die > Siegerpartei CDU < von gerade einmal
15,7%
aller Wahlberechtigten gewählt wurde. Daraus einen überwältigenden Wahlsieg abzuleiten, bedarf es schon großes Mutes oder gar Verzweiflung. Die beiden anderen Länder zeigen ein vergleichbares Bild der Wähler-Apathie.
Oder muss man da vielleicht sogar von einer Wähler-Verzweiflung sprechen?
Mit diesen Wahlen wird das Unheil in Deutschland womöglich seinen Lauf nehmen. Die Große Koalition in Berlin, die bislang noch mit gebremstem Schaum operierte, hat scheinbar Oberwasser.
Journalisten aus allen Lagen fordern nun endlich mutig mit den
Reformen
zu beginnen.
Die noch immer unbewältigten großen Themen wie
Gesundheitsreform
Arbeitsmarkt
und
Rentensysteme
wurden mit Rücksicht auf etwaige Probleme in den Bundesländern nicht konsequent angegangen.
Es hat nur den Anschein, dass die große Koalition > der so genannten Rot / Schwarzen Regierung < in jeder Beziehung gestärkt wurde.
Die ausnehmend geringe Wahlbeteiligung wurde in Berlin als Schönheitsfehler allgemein bedauert, doch deren Bedeutung gleich wieder relativiert.
Es bedeutet wirklich nichts, denn etwaiger Politikverdruss schlägt sich darin noch nicht wirksam nieder.
Aus den Wahlergebnissen jedenfalls geht eine Ablehnung derselben durch den Bürger nicht hervor. Beck und Oettinger wurden gestärkt, in Sachsen-Anhalt wird sich vermutlich eine weitere Große Koalition bilden und der Aufbau der WASG im Westen ist vorläufig gescheitert.
Das Ausscheiden der FDP aus zwei Landesregierungen ist eine weitere Stärkung der Bundesregierung durch den Bundesrat.
Diese Meinung wird ernsthaft von
vielen Politikern
genau so vertreten.
Was aber hatten die Wähler auch zu wählen?
70%
der Wahlberechtigten gaben an,
keine großen Unterschiede mehr zwischen
CDU und SPD
zu sehen.
Das ist auch sehr logisch gedacht, denn es gibt ja auch keine!
Hinzu kommt, daß die Landeskompetenzen inzwischen so begrenzt sind, dass sie auf die wirklich wichtigen Themen, wie die
fürchterliche Arbeitslosigkeit
und
invalide Rentensysteme
keinerlei Einfluss mehr haben.
Weiterhin wurde vom Bürger klar erkannt, wer am Ende gewinnen würde, auch wenn
Ute Vogt SPD, Cornelia Pieper FDP und Christoph Böhr CDU
so taten, als könnten sie auch noch mitspielen.
Viele Bürger wussten, dass es nicht so war.
Die Wahlbeteiligung war dementsprechend.
Insofern ist es fast schon zum Lachen, wenn
CDU und SPD
sich bestätigt sehen. Zunächst politisch gestärkt sind sie zweifellos.
Die große Koalition > der so genannten Rot / Schwarzen Regierung < hat eine lähmende Wirkung auf den Großteil der Bürger.
Das zunächst schlechte Abschneiden der WASG ist zurzeit noch verständlich. In der jetzigen Verfassung ist die WASG sehr weit davon entfernt, ein politischer Faktor zu sein. Da hilft auch wenig der charismatische
Oskar Lafontaine.
Für Landtagswahlen im Westen reicht es allein als WASG nicht!
Linkspartei-Geschäftsführer
Dr. Dietmar Bartsch
hat vermutlich die Signale vernommen und wird womöglich schleunigst handeln, sonst ist für die neue Linke eine große Chance auf Dauer vertan.
Denn viele Bürger fragen immer häufiger:
Was soll ich wählen?
Not oder Elend?
Grün oder Gelb?
Demokratie wird von vielen Bürgern nur noch als
Oligarchie >< Cliquenherrschaft
verstanden, die Herrschaft einiger Politiker über und gegen die Mehrheit der Bürger.
Viele Bürger glauben immer noch, dass sie keine Verpflichtung gegenüber einer von ihnen nicht gewählten Regierung haben.
Dies trifft auch auf die Anarchisten zu!
Ihrer Meinung nach kann man einer gewählten Regierung folge leisten, es besteht jedoch keine Pflicht dazu.
Sind also Nicht-Wähler womöglich schon verdeckte Anarchisten?
Ist womöglich die neue Linke auf dem direkten Weg zur
Sozialistischen Bürger-Partei?
Sollte es so kommen, dann fordert wahrscheinlich die Koalition das zweite
Sozialistengesetz in Deutschland.
Kurze geschichtliche Information zum
Sozialistengesetz 1878 - 1890
Die Vorgeschichte
Nach zwei Attentaten auf Kaiser Wilhelm I. und aus Furcht vor einer Revolution infolge der wirtschaftlichen Depression setzte Reichskanzler Otto von Bismarck am
21. Oktober 1878 im Reichstag
das
Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie
>>> Sozialistengesetz <<<
durch.
Das Ausnahmegesetz war zunächst auf zweieinhalb Jahre befristet, wurde jedoch bis 1890 mehrmals verlängert.
Die Erklärung
Das Gesetz gegen die
gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie
Sozialistengesetz
wurde am
19. Oktober 1878
mit der Stimmenmehrheit der
konservativen und nationalliberalen Kräfte im Reichstag
verabschiedet.
Bereits zwei Tage später, am 21. Oktober 1878 trat es in Kraft. Treibende Kraft hinter dem Gesetzentwurf war Otto von Bismarck.
Immer wieder verlängert, wurde es erst am 25. Januar 1890 im Reichstag abgelehnt.
Die Wirkung
Das Gesetz war ein Versuch der Reichsregierung unter Kanzler Otto von Bismarck, die
deutsche Sozialdemokratie
auszuschalten. Sozialistische Vereine, Versammlungen und Druckschriften konnten polizeilich verboten werden, wenn
"die sittlichen, religiösen und politischen Grundlagen von Staat und Gesellschaft untergraben"
würden.
Das Ausnahmegesetz enthielt das Verbot sozialdemokratischer Zusammenschlüsse, wie auch ein Verbot der sozialistischen Gewerkschaften, des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins und der internationalen Gewerkschaften und gab der Regierung die Möglichkeit, sozialistische Zeitungen und Zeitschriften zu verbieten.
Agitatoren konnten ausgewiesen werden. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion blieb jedoch bestehen.
Die alsbald eingeleitete Gesetzgebung zur Gründung der Sozialversicherung sollte die propagandistischen Möglichkeiten der sozialistischen Agitation gegen den Staat weiter beschneiden.
Das Ziel
Das eigentliche Ziel des Sozialistengesetzes, die
Beseitigung der SPD
und die Reduzierung der Stimmen für die SPD bei den Reichstagswahlen, wurde nicht erreicht, im Gegenteil:
1881 erhielt die SPD immerhin 311.961 Stimmen
1884 waren es schon 549.990 Stimmen
und
1887 wählten bereits 763.128 deutsche Bürger SPD.
Das Ende
Otto von Bismarck wurde am
20. März 1890
durch den jungen Kaiser Wilhelm II. entlassen und aus dem Staatsdienst entfernt.
Ende der kurzen geschichtlichen Information
Wenn also der
moderne Anarchist >< auch Nichtwähler genannt
als liberaler Bürger sein Weltbild mit Erkenntnissen aus all diesen historischen Bewegungen entlehnt und sich einer Strömung zur
Sozialistischen Bürger-Partei
zuordnen lässt, obwohl staatsbefürwortende Kritiker immer wieder versuchen, Anarchisten in ideologische Schubladen zu pressen, dann könnte womöglich die amtierende Bundeskanzlerin zum Nachdenken gezwungen werden.
Vielleicht heißen ja die tatsächlichen Arbeitsplatzbeschaffer der Zukunft:
Eva Bulling-Schröter >< Dr. Martina Bunge >< Sevim Dagdelen
oder
Dr. Dietmar Bartsch >< Dorothee Menzner >< Volker Schneider?
Vielleicht sind ja die echten und wahren Hoffnungsträger für die deutschen Rentensysteme in Wirklichkeit:
Dr. Petra Sitte >< Jörn Wunderlich >< Sabine Zimmermann
oder
Petra Pau >< Roland Claus >< Dr. Lukrezia Jochimsen
oder tatsächlich sogar ein gewisser
Oskar Lafontaine?
Was passiert dann
Frau Bundeskanzlerin
Dr. Angela Merkel?
Vermutlich wird dann in einigen Parteien super heftig über ein wirksames
Anti-Sozialisten-System
nachgedacht.
Jeder neue Arbeitsplatz in Deutschland beendet ein
Einzelschicksal eines
arbeitslosen Bürgers
und
stabilisiert gleichzeitig das gesetzliche Rentensystem!
DRSB
Wir kämpfen seit
1988
für sinnvolle, lernfähige und sichere Rentensysteme sowie für dauerhafte und sichere Arbeitsplätze
in Deutschland